Wirken sich die guten Wünschen der Gäste bei der Einweihung des Interkommunalen Bürgerzentrums in Hofheim am Freitag aus, so hätte es die Gemeinde-Allianz "Hofheimer Land" leicht, ihre Ziele zu erreichen. Welche Ziele das sind, das erläuterte Vorsitzender und Bürgermeister Wolfgang Borst (CSU) in einer Kurzpräsentation.

Wo später die Stadtbücherei zu finden ist (zum 1. Januar 2013), war am Freitag erst einmal der Festsaal: Die Weihe des neuen Zentrums nahmen der katholische Stadtpfarrer Gerd Greier und sein evangelischer Amtskollege Pfarrer Sieghard Sapper in ökumenischer Brüderlichkeit vor.

Hofheims Bürgermeister Borst erinnerte an die Schritte bis hin zum Interkommunalen Bürgerzentrum: 2004 hatten die Finanzbeamten das ehemalige Rentamt verlassen, das dem Freistaat Bayern gehörte.
So entstand ein empfindlicher fünfjährigen Leerstand mitten am Marktplatz von Hofheim.

Der Stadtrat handelte 2009, indem er das Gebäude kaufte. "Es war fatal, als Unterzentrum am Marktplatz so einen Leerstand stehen zu haben", erklärte Borst. Mit Unterstützung der Behörden und Ämter gelang es, ein Prachtstück zu erstellen, das der Gemeinde-Allianz "Hofheimer Land" gute Dienste leisten soll.

Flächenmanagement

Die nächsten Ziele für die Gemeinde-Allianz formulierte Borst bei der Festverwanstaltung: 2012/13 soll ein Flächenmanagement, die zeitnahe Umsetzung der Leitprojekte und die Einstellung eines Umsetzungsmanagers erreicht werden.

Aus München kam Ministerialrätin Christina von Seckendorff, die dem "Hofheimer Land" bestätigte, dass es wenige Allianzen und Bürgermeister gäbe, die so geschlossen agierten. Sie bezeichnete die Gemeinde-Allianz als ein Leitprojekt mit Vorbildfunktion.

Gerade für das "Bündnis zum Flächensparen Bayern" sei die Landesregierung auf solche Verbindungen wie die Allianz angewiesen, meinte die Ministerialrätin. Heimatgefühl sei in Bayern hoch angesiedelt. Deshalb sei es notwendig, den demographischen Wandel anzunehmen. Den begehbaren Weg zeige die Allianz.

Norbert Böhm von der Regierung Unterfranken betonte, dass man die Förderungen gerne gab, wenn man heute das Ergebnis sieht. Seit 1987 sind mit der Städtebauförderung über vier Millionen Euro nach Hofheim geflossen.

Seiner Meinung nach könne die Zukunft nur gemeistert werden, wenn Ämter und Kommunen eng zusammenarbeiteten. Böhm hatte Erfreuliches dabei: den Förderbescheid für die Sanierung der alten Schule in Rügheim, die zum Dorfmittelpunkt umgebaut werden soll. Normal gibt es 60 Prozent Zuschuss. Weil Hofheim unter die Härtefallklausel fällt, kann mit 80 Prozent gerechnet werden.

Einmalig in ganz Bayern

Ottmar Porzelt vom Landwirtschaftsamt bezeichnete das Bürgerzentrum als gelungenes Projekt - einmalig in Bayern. Die Gemeinde-Allianz "Hofheimer Land" gelte als Pilotprojekt und solle in der Grünen Woche in Berlin vorgestellt werden.

Landrat Rudolf Handwerker (CSU) sagte, mit der Fertigstellung des Bürgerzentrums sei markanter und wichtiger Punkt erreicht. Die Verwandlung des ehemaligen Finanzamtes sei hervorragend gelungen und mache Hofheim reicher und attraktiver. "Ich bin fest davon überzeugt, dass die Entwicklung der Demographie nur durch eine enge Vernetzung zwischen den Kommunen gelöst und bewältigt werden kann", so Handwerker. Dies hätten die Gemeinden im Allianzgebiet erkannt.

Die Allianz bezeichnete er ferner als ein Musterbeispiel und bayernweites Leuchtturmprojekt dafür, wie es gelingen kann, eine Region für ihre Bewohner attraktiv und lebensfähig zu halten.

Lebendige Stadt

Architekt Dag Schröder aus Schweinfurt hatte die 25 Jahre Stadtsanierung Hofheim im Kopf. Das integrierte städtebaulichen Entwicklungskonzept erlaube es, die Stadt lebendiger zu gestalten und die Altstadt bewohnbar zu erhalten.