Neubrunn
Büttensitzungen

Neubrünner Indianer rauchen Friedenspfeife

Zahlreiche Tanzgruppen boten fetzige Nummern auf der Bühne und auch Lokalkolorit gab es bei der Büttensitzung der "Neubrünner Staaklopfer". Dabei reichte die Palette von mehr Besuchern in "rauchenden Tippis" als in der Kirche, über den Freizeitchor als "Feuerwasserchor" bis hin zur Werbung mit Schafen mit "Buchstaben-Abc", so dass teilweise die Stimmung überschwappte.
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"Die lustigen Weiber" als Weltraumwunder.
"Die lustigen Weiber" als Weltraumwunder.
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Die Büttensitzung der " Staaklopfer" sowie der Gaudiwurm am Faschingsdienstag haben Neubrunn längst zur Faschingshochburg in den "Heiligen Ländern" gemacht. Sitzungspräsident Dieter Schönmüller gab denn auch mit seinen Fünferräten seiner Freude Ausdruck, dass nun schon seit über 20 Jahren zur Sitzung an diesem närrischen Geschehen mitwirkten.

Jochen Kleber, gleichzeitig musikalischer Begleiter der Sitzung, stieg gleich als "Jubilar" in die Bütt und verglich das mit seiner Frau. "Was hat die Frau in meinem Leben umgekrempelt und mich zum Hampelmann gestempelt." Dazu passte auch die Rede von Robert Nagy, "denn als Junggeselle, das muss man sagen, tut einem die Frau auf Händen tragen".

Keine Nachwuchssorgen

Um den Nachwuchs ist es in Neubrunn gut bestellt. Dies bewiesen die "Minis" unter Monja Schneiderbanger mit ihrer asiatischen Tanzeinlage sowie die "Teenies", die mit Lederhosen und Dirndl in ein typisches Outfit stiegen und für Schwung im Saal sorgten. Viel Beifall und Rufe nach Zugaben gab es dann für die beiden Funkmariechen Lena Stretz und Leonie Sauer, die im Gleichklang schwungvolle Tänze auf das Parkett zauberten.

Zu einem Höhepunkt wurde der Auftritt des Frauen-Stammtisches als "Bauarbeiter", von dem man jetzt anscheinend sogar in Kirchlauter beneidet würde. "Kirchlauter hat jetzt a an Stammtisch für Frauen, die tun halt doch immer alles vo uns Neubrünner abschauen. Aber Kirchlauter hat gegen Neubrunn keine Chance, weil bei uns wird gfeiert und übern Berg tun sa schlaf." Beim Keglerfest wurden die Hähnchen in der Räucherkammer erstickt. "An großen Ofen zu kaufen, war ihnen zu teuer. Dann gab's halt Hähnchen direkt aus dem Feuer."
Und wieder einmal hadern die Neubrunner mit Werbeschildern an der Straße. "Die Musik, die stellte a Werbeschild auf, Einladung Paßmühle stand do drauf. Doch a Unbekannter rief im Landratsamt an, wenn des Schild weiter do steht, er ka Auto fahrn kann."

Darauf musste das Schild tatsächlich weg, aber die lustigen Weiber wussten schon Abhilfe. "Drum müssen jetzt noch Buchstaben auf die Schafe drauf. Sie müssen dann als Werbeschilder nur richtig lauf. Also Herbert, bring bei deine Schaf des ABC, damit wenn a Auto kummt, sie richtig tun steh."
Natürlich hatten auch Bleichgesicht (Wolfgang Schor) und Winnetou (Hans-Jürgen Derra) als " Indianer aus den Heiligen Ländern" viel erspäht. "Beim Seniorentreff, da treffen sich, so ist es Brauch, alte Krieger und die White-Squaws auch. Hungriges Wiesel findet sich dort ein, weil es nach dem Beten gibt totes Schwein." In ihrer bekannt trockenen Art deckten sie eine Gruppe nach der anderen auf, so auch das große Volk des Freizeitchores mit Namen, "die nach dem Himmel schreien. Aber die zum Himmel schreien, sind nicht ein Freizeitchor, sondern ein Feuerwasserchor."

Sie sahen den Frauenstammtisch zum "Salon Morgenröte", dem ehrenwerten Haus, ziehen und meinten, dass die Männer ihre Frauen nicht im Griff hätten und viele Bisamburger oder Pizzas nach Neubrunn kämen. "In Herden habe ich sogar noch Bedienungsanleitungen liegen gesehen", meinte das Bleichgesicht und Winnetou sah Rauchzeichen beim Keglerfest mit dem Titel "es brennt" und Häuptling "nervöse Hand" wollte dabei noch die Vögel aus dem Feuer retten.

Schließlich erschien auch noch die Legende der heiligen Länder, "Pfarrer Glockner, in der Person von Geo Stubenrauch, der den Weltuntergang als vertane Chance bezeichnete. "Amen, ich sage euch, Klöße hätten vom Himmel fallen müssen. Für Neubrunn aber wäre höchstens ein Weltuntergang, wenn die zwei Wirtshäuser abbrennen würden."

Mit der Melodie "haben sie schon mal den Mann im Mond gesehen" zeigten die "lustigen Weiber" so einige Weltraumwunder und boten eine Casting-Show und intergalaktisches Märchenspiel für die Titelrolle in "Schneewittchen und die 7 Zwerge". Direkt aus dem Kloster Kaltenthal kam dann die Nonnenschar des "Männerballetts" und erntete für ihre Showeinlage "sister act" viel Beifall, der sich bis ins Finale für alle Faschingsnarren hinzog

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