Eltmann

Natursteinwerk Graser kauft Vetter-Teile

Das Natursteinwerk Vetter in Eltmann, das vor Monaten (Ende Juni) die Produktion eingestellt hat, wird aufgeteilt. Das Bamberger Unternehmen Graser übernimmt Materialien und Maschinen. Eine Essener Firma erwirbt das große Gelände.
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Die Vetter-Fahne wehte bis Ende Juni in Eltmann.
Die Vetter-Fahne wehte bis Ende Juni in Eltmann.
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Das Bamberger Natursteinwerk Hermann Graser erwirbt nach der Schließung des Eltmanner Natursteinwerks Vetter die Steinbrüche und Maschinen des Eltmanner Unternehmens. Ein Investor aus Essen kauft das Werk in Eltmann als Immobilie. Diese Lösung für das traditionsreiche Natursteinwerk Vetter, das in Eltmann vor Monaten die Tore geschlossen hat, verkündete am Freitagnachmittag das Natursteinwerk Graser in Bamberg. Unterzeichnet hat die Mitteilung Hermann Graser jun. Mit dieser Aufteilung sind nach seiner Darstellung die Verhandlungen mit dem englischen Mutterkonzern Laing O‘Rourke am Donnerstag erfolgreich abgeschlossen worden. Die große Baufirma in England war bisher der Besitzer von Vetter.

Die Inhaber des Bamberger Natursteinwerks Hermann Graser und die Vertreter des englischen Unternehmens Laing O‘Rourke besiegelten den Angaben vom Freitag zufolge am Donnerstag mit ihren Unterschriften den Verkauf von
Immobilien, Sachwerten, Maschinen und Lagerbeständen. Damit sei klar, so Graser, dass das Werk in Eltmann zwar nicht mehr für die Natursteinproduktion herangezogen wird, die erfolgreiche Geschichte des fränkischen Sand- und Natursteins jedoch weiter in fränkischer Hand bleibe.

Chris Bailey, Prokurist bei Laing O‘Rourke, ist laut Graser mit dem Abschluss der Verhandlungen sehr zufrieden und sagte: "Uns lag es immer am Herzen, die Zukunft der emotionsgeladenen fränkischen Natursteingeschichte in beste Unternehmerhände zu geben und so den Grundstein für eine Fortschreibung der erfolgreichen Historie des fränkischen Natursteins zu sichern. Mit dem Bamberger Natursteinwerk haben wir hier in direkter Nachbarschaft einen perfekten Geschäftspartner gefunden. Dass wir dann auch noch das ehemalige Produktionswerk als Immobilie verkaufen konnten, ist für uns eine gute Sache."

Der Verkauf als komplettes Natursteinwerk war, wie die Firma Graser weiter mitteilte, auf Grund der Überkapazitäten in Deutschland "nicht realistisch". Nun wurden die unterschiedlichen Firmenbereiche getrennt. Die Vetter-Immobilie und das rund sechs Hektar große Grundstück in Eltmann wurden an einen Investor, ein Unternehmen der Thelen-Gruppe aus Essen, aus dem Bereich "Logistik-Immobilien" verkauft, während Spezialmaschinen, Lagerbestände und Steinbrüche teilweise an das Bamberger Natursteinwerk verkauft werden.

Martin und Hermann Graser, die Geschäftsführer des mittelständischen Familienunternehmens, sprechen nach eigenen Angaben nach den erfolgreichen Verhandlungen von einem "Meilenstein für das Bamberger Natursteinwerk. Wir können mit den dazu gewonnen Ressourcen an fränkischem Naturstein unser ohnehin schon sehr breites Portfolio noch entscheidend erweitern und uns so auch langfristig gegen die internationale Konkurrenz mit heimischen Materialien und hoher Qualität durchsetzen. Außerdem können wir ein paar Maschinen bei uns austauschen", erklärt Martin Graser.

Als erfreulich wertet die Firma Graser auch, dass bereits in den letzten Jahren vor der Schließung etliche Vetter-Mitarbeiter im Bamberger Natursteinwerk untergekommen sind. Hermann Graser: "Wir wissen aus Gesprächen mit ihnen, dass viele der ehemaligen Vetter-Mitarbeiter bereits neue Anstellungen gefunden haben. Auch hat der englische Mutterkonzern Laing O‘Rourke mit einem großzügigen Sozialplan dafür gesorgt, dass keiner in ein Loch gefallen ist." Über den Kaufpreis machte das Unternehmen am Freitag keine Angaben.

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