Ibind
Saisonauftakt

Murren statt Gurren beim Taubenmarkt

Das Geflügel blieb wegen der Vogelgrippe ausgesperrt. Deshalb waren in Ibind am Sonntag nur Langohren im Angebot. Kritik an der Anordnung blieb nicht aus.
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Beim ersten Taubenmarkt in diesem Jahr am Gasthaus Faber-Rädlein in Ibind war Willy Müller aus Lahm als Züchter dabei. Auf dem Arm hält er stolz einen Hasen der Rasse "Dalmatiner Rex". Foto: Simon Albrecht
Beim ersten Taubenmarkt in diesem Jahr am Gasthaus Faber-Rädlein in Ibind war Willy Müller aus Lahm als Züchter dabei. Auf dem Arm hält er stolz einen Hasen der Rasse "Dalmatiner Rex". Foto: Simon Albrecht
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"Durchhalten" - das ist die Parole, mit der der Taubenmarkt in Ibind aufrecherhalten werden soll. Am Sonntag ist der Traditionsmarkt zum 83. Mal gestartet - nur heuer erstmals ohne Geflügel, also ohne Tauben und Hühner.
Dementsprechend war der Zulauf am Vormittag. Vier Züchter hatten auf der Terrasse des Gasthauses Faber-Rädlein ihre Hasen ausgestellt und zum Verkauf feilgeboten. Keine Meerschweinchen oder Hamster. "Wenn die gefiederten Tiere dabei sind, sind es über 20, die den Saal bevölkern", sagt Bruno Schorn. Er ist für das Registrieren der Verkäufer im "Tunnlsaal" zuständig. Mehr Umsatz als die Tierhalter haben am Sonntag sogar die Bratwurstbrater gemacht.

Wie berichtet, gilt seit November für Geflügel die Stallpflicht. Bayernweit gilt die Anordnung des Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz aufgrund der grassierenden Vogelgrippe (Typ H5N8). Demnach darf auf Märkten zurzeit kein Geflügel ausgestellt werden.


"Tierquälerei"

Für den 79-jährigen Willy Müller aus Lahm im Itzgrund ist die Stallpflicht "Tierquälerei". Er hat einige Hasen der Rasse "Dalmatiner Rex" dabei. Ein Verkäufer aus Römhild nimmt es gelassener: "Das ist halt so", meint er. Auch der Burgpreppacher Bürgermeister Hermann Niediek (CSU) schaut sich an diesem Sonntag als Gast auf dem Markt um. Als Betreiber eines Geflügelhofs ist er von der Stallpflicht direkt betroffen und meint süffisant in Richtung Behörden: "Die Regierung soll ihre eigenen Tiere einsperren".
Und weiter: "Wildenten dürfen überall landen; da fragen die Kunden schon, warum die ins öffentliche Gewässer dürfen - und unsere Tiere nicht". Wie auch Gastwirt Uwe Rädlein als Veranstalter sieht Niediek bei den Geflügelzüchtern eine fehlende Lobby. "Großmästereien haben damit keine Probleme".


Anordnung gilt unbefristet

Rädlein hofft, dass die Stallpflicht im Laufe der nächsten Wochen aufgehoben werden kann, denn der Taubenmarkt läuft bis zum Palmsonntag, 9. April, also eine Woche vor Ostern. Laut Bayerischem Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz gilt die Anordnung allerdings noch für unbefristet, sagt die Pressesprecherin im Landratsamt Haßberge, Monika Göhr. Das Landratsamt muss die Anordnungen nur umsetzen.
So bleibt es beim Durchhaltewillen in den nächsten Wochen. Rädlein hofft, dass ihm die Hasenzüchter die Treue halten. Und wenn das Wetter mitspielt, auch die Gäste, denn Bratwürste gibt es immer ...
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