Ebern

Mittelschule surft in neue Dimension

Für die Eberner Schule geht es bei ihrem Modellprojekt vor allem um eine Abwechslung zum Frontalunterricht. CSU-Politiker auf Kloster Banz konnte sie von ihrer digitalen Pionierarbeit überzeugen.
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Justin Hertel, Schüler an der Mittelschule Ebern, erklärt Ministerpräsident Horst Seehofer bei der Klausurtagung in Kloster Banz den Einsatz digitaler Medien im Internet. Foto: Johanna Eckert
Justin Hertel, Schüler an der Mittelschule Ebern, erklärt Ministerpräsident Horst Seehofer bei der Klausurtagung in Kloster Banz den Einsatz digitaler Medien im Internet. Foto: Johanna Eckert
Die Sache mit dem Internet ist mittlerweile keine Spielerei mehr. Der "Google-Translator" eignet sich beim Sprachunterricht mit Asylbewerberkindern als exzellente Hilfe. Wer mit den Mathehausaufgaben so seine Probleme hat, lädt sich einfach die App auf das Tablet und sucht dort nach der richtigen Lösung. Bereits zwei Schulen in Ebern wurden aufgrund des Einsatzes von neuen Medien im Unterricht als Referenzschule für Medienbildung ausgezeichnet. Für die Mittelschule geht es jetzt mit dem Projekt "lernreich 2.0." weiter in neue Dimensionen des weltweiten Netzwerks.

Die Mittelschule Ebern hat den Zuschlag für einen Schulversuch der Stiftung Bildungspaket Bayern in Kooperation mit dem Kultusministerium bekommen und arbeitet bereits eifrig an und mit diesem Konzept.
Der Modellversuch will das Potenzial digitaler Medien nutzen, um den Bedürfnissen Jugendlicher entgegenzukommen, ihre Medienaffinität für das Lernen zu nutzen und "einer vornehmlich unterhaltungsorientierten Mediennutzung entgegen zu wirken", wie es in den Eckpunkten des Papiers postuliert wird.

Das bedeutet konkret: Anstelle von Frontalunterricht an der Tafel kommen auch Computer und Tablet zum Einsatz, das Internet darf und soll zur Recherche genutzt werden und der Unterricht erreicht nicht nur sprichwörtlich neue Dimensionen. Die technische Spielerei steht dabei nicht im Vordergrund: "Die Schüler sehen den Einsatz digitaler Medien als Abwechslung, aber auch als Mehrwert. Schüler als auch Lehrer sollen daraus einen Vorteil ziehen können", sagt Konrektor Toni Binder, der das Projekt an der Mittelschule mitbetreut.

Bei "lernreich 2.0." treffen sich Schüler und Lehrer in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch auf einer digitalen Lernplattform. Jeder Schüler kann sich dabei ganz selbstständig durch die "Moodle"-Kurse arbeiten - je nach Zeit und Ort. Vor allem aber in der Schule sollen diese digitalen Treffen stattfinden. Denn im Einzugsgebiet der Schule sind noch nicht alle mit einem schnellen Internet versorgt.

Die von Lehrkräften im gesamten Netzwerk der beteiligten Schulen in Ober- und Unterfranken - neben Ebern sind es die Mittelschulen in Bergrheinfeld, Burgebrach und die Heidelsteigschule in Bamberg - erstellten Übungen bilden eine Ergänzung zum konventionellen Unterricht: Ein Diktat lässt sich so beispielsweise in Lückenform üben - mit unmittelbarer elektronischer Kontrolle. "Das Feedback ist ganz wichtig", erklärt Binder. Dank individueller Registrierung und Dokumentation der Schüleraktivitäten weiß die Lehrkraft gleich, wer noch Übungsbedarf hat. Im Frontalunterricht lässt sich die Methode "Diagnostizieren und fördern" erfahrungsgemäß eher schlecht umsetzen.

Schüler sind aufmerksamer

"Das Internet bietet die Möglichkeit zusätzlicher Visualisierung", sagt Toni Binder. Wo der Lehrer sonst mit der Kreide an der Tafel steht und sich redlich müht, erreicht er dadurch eine ganz andere Aufmerksamkeit bei den Schülern. Vorsicht aber bei der Reizüberflutung, wissen auch die Pädagogen. Aber auch, dass ihrer Fantasie keine Grenzen gesetzt sind. Vielleicht arbeiten die Schüler an der Mittelschule in Ebern auch bald mit Tablets. Eine Vision, die dem Mittelschulrektor Philipp Arnold reckt konkret vorschwebt.

Erstmal hat aber das Medienteam aus Lehrern und Schülern einigen Politikern der CSU auf Kloster Banz Nachhilfeunterricht in Sachen Netzwerk und Co. gegeben. Gemeinsam mit der Staatlichen Realschule Herrieden haben die Eberner bei der Klausurtagung der Partei aufgezeigt, wie die neuen Medien im Rahme von "lernreich 2.0." im Unterricht sinnvoll eingesetzt werden können. Die Pionierarbeit der Lehrer und Schüler fand Lob und Würde. Rektor Arnold: "Wir sind stolz, dass wir ausgewählt wurden und den Weg unserer Schule präsentieren durften - quasi von der Schiefertafel bis zum Smartboard."



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