Haßfurt

Mit mehr als 1,6 Promille einer Polizeistreife in die Arme gefahren

Dummer Zufall. Als ein 27-Jähriger Mann aus dem Steigerwald um halb drei Uhr in der Nacht vom Sportheim nach Haus fahren wollte, stoppte ihn eine Streife. Die Polizei fuhr gerade in die selbe Kreuzung ein und hielt den Mann zur Routinekontrolle an. Mit 1,66 Promille im Blut war der Autofahrer seinen Führerschein direkt los. Das Amtsgericht Haßfurt verurteilte den Angeklagten jetzt zur Zahlung von 2000 Euro Strafe und zu 15 Monaten Fahrverbot.
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Das Amtsgericht Haßfurt hat einen betrunkenen Autofahrer verurteilt. Der wurde durch einen dummen Zufall erwichst. Foto: Arne Dedert dpa
Das Amtsgericht Haßfurt hat einen betrunkenen Autofahrer verurteilt. Der wurde durch einen dummen Zufall erwichst. Foto: Arne Dedert dpa
Ein Geständnis des 27-Jährigen und sein Hinweis, dass er nur zwei Kilometer auf einer wenig befahrenen Straßen gefahren sei, sorgten für Strafmilderung. Zudem gab der derzeit arbeitslose Mann an, bald wieder eine Stelle zu haben. Eine mündliche Zusage habe er bereits. Da brauche er seinen Führerschein dringend.
Richterin Ilona Conver wies auf den Grundsatz der Gleichbehandlung hin: "Fast jeder Berufstätige braucht einen Führerschein, deshalb kann ich Sie nicht milde beurteilen." Die 1,66 Promille, mit denen der Mann im Februar 2014 gefahren war, seien zudem deutlich zu viel gewesen. Ab 0,5 Promille liegt eine Ordnungswidrigkeit vor.

Alkoholgeruch aus dem Auto

Als Zeuge sagte der Polizeibeamte aus, der den Angeklagten bei der Promille-Nachtfahrt angehalten hatte. Der Mann sei trotz seines Pegels unauffällig gefahren.
Kontrolliert habe er den Mann nur routinemäßig. Dabei bemerkte er Alkoholgeruch aus dem Innenraum des Autos. Der 27-jährige Fahrer sei kooperativ gewesen, habe ins Röhrchen gepustet und sich im Krankenhaus Blut abnehmen lassen. Den Führerschein war der Fahrer sofort los.

Der Vertreter der Staatsanwaltschaft, Ilker Özalp, wies auf eine einschlägige Vorstrafe des Angeklagten aus dem Jahr 2009 hin. Schon damals war der Mann betrunken gefahren. Dass er wieder erwischt worden war, bezeichnete Özalp als "dumm gelaufen". Trotzdem wies er darauf hin, dass dem Angeklagten bei der nächsten Alkoholfahrt eine Haftstrafe drohe.

Für 15 Monate den Führerschein los

Richterin Ilona Conver verurteilte den Mann schließlich zu insgesamt 15 Monaten Fahrverbot. Seit knapp vier Monaten war der Unterfranke seinen Führerschein zum Verhandlungstermin bereits los. Es verbleiben elf Monate. Zudem muss der 27-Jährige 100 Tagessätze zu je 20 Euro Bußgeld zahlen. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

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