Stettfeld
Laienschauspiel

Merkwürdige Dinge passieren

Die Stettfelder Freilichtbühne setzt mit Eifer das neueste Stück des heimischen Theaterautors Christian Ziegler um.
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Turbulent geht es zu auf der Stettfelder Freilichtbühne. Da dreht sich alles um russische Matroschka-Puppen. Christian Ziegler, Udo Busch, Anne Mantel, Lara Jeschke und Georg Klarmann (von links) proben fleißig. Foto: Christian Zieglerr
Turbulent geht es zu auf der Stettfelder Freilichtbühne. Da dreht sich alles um russische Matroschka-Puppen. Christian Ziegler, Udo Busch, Anne Mantel, Lara Jeschke und Georg Klarmann (von links) proben fleißig. Foto: Christian Zieglerr
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Im Probenraum des Stettfelder Gesangvereins geht es rund. Durch die offenen Fenster ist ein schriller Schrei, dann deutliches Lachen zu hören. Drinnen haben sich die Schauspieler der Stettfelder Freilichtbühne ihre Probenbühne eingerichtet und befinden sich im Endspurt. Mit "Matroschka", einer Komödie von Christian Ziegler, begeben sie sich diesmal in die Welt der Krimis.

"Harrgott, Margot! Soll des etwa a Donauwellen sei?", setzt Birgit Amling als Oma Hedwig gerade zu einer Schimpftirade mit ihrer Tochter ( Anne Mantel) an, als Regisseurin Maria Egglseder unterbricht: "Stopp! Halt die Kuchenplatte bitte ein bisschen höher, damit sie das Publikum auch gut sehen kann. Perfekt! Und weiter bitte..."


Die Details machen es

Momentan wird an Details gefeilt, oft sind es Kleinigkeiten, die eine Szene erst rund machen.
Szenenwechsel: Christina Then flirtet als überkandidelte Kunsthändlerin Eleonore mit Hedwigs Hausfreund Valentin, dargestellt von Georg Klarmann. Hedwig gefällt das nicht. "Nu sei doch nich so gnaddelig", versucht er in breitestem Platt die Situation zu entschärfen.

Von der fränkischen Mundart zum norddeutschen Snack ist für Klarmann kein Problem: "Ich hab' den Text bei norddeutschen Bekannten ausprobiert, und die haben's für authentisch befunden", berichtet er. Um an seinem Dialekt zu feilen, hat er ein Geheimrezept: "Ich habe mir in letzter Zeit viel Ohnsorg-Theater an- und mir die ein oder andere Betonung abgeschaut."

Die Kleinigkeiten im Bühnenbild müssen noch warten, es sieht derzeit spartanisch aus. Das wird sich aber ändern, sobald es Mitte September in den Saal der Gastwirtschaft Strätz geht. Allerhand Deko wartet da. "Aber es wäre ja Käse, das jetzt aufzubauen und auszudekorieren, nur damit wir es dann alles nochmal abbauen und durch die Gegend tragen können", lacht Bühnenbildner Rainer Ullrich.


Drei neue Gesichter

Heuer treten neben den alten Hasen mit Georg Berninger, Leo Kneuer und Lara Jeschke drei neue Gesichter ins Rampenlicht. Maria Egglseder: "Es ist immer toll, wenn sich Leute finden, die Spaß am Theater spielen haben!" Die Freude daran, in eine Rolle zu schlüpfen, ist für Lara Jeschke einer der Gründe, warum sie ihre Freizeit mit Proben und Textlernen verbringt. "Ich finde es toll, zusammen zu proben und zu lachen und dann am Schluss auf der Bühne zu stehen."

Bis dahin ist es nicht mehr lange hin. Worum geht es in "Matroschka"? Ausgangspunkt ist ein Geburtstagswunsch und die Hoffnung, übers Internet Geld beim Geschenkekauf zu sparen. Autor Christian Ziegler verrät weiter: "Dabei kommt es natürlich zu nicht ganz alltäglichen Komplikationen, sonst wär's ja langweilig."

Der Titel ist jedenfalls Programm: Margot Grünberg (Anne Mantel) wünscht sich zum 50. Geburtstag nichts mehr als eine jener russischen Schachtelpuppen. Ihr Mann Hubert (Christian Ziegler) glaubt dank seines Freundes Freddy (Udo Busch) im Internet ein Schnäppchen gemacht zu haben. Doch kaum ist das Geschenk im Haus, überschlagen sich die Ereignisse. Da kommen nämlich statt einer, zwei der Puppen an und wenig später beginnen sich die dubiosen Kunsthändler Eleonore (Christina Then) und Piotr (Thorsten Kneuer) für die Antiquitäten zu interessieren. Oma Hedwig (Birgit Amling) beginnt mit Tierarzt Valentin (Georg Klarmann) zu ermitteln.

Zu allem Überfluss steckt auch Nachbarin Edeltraud (Andrea Ullrich) ihre Nase in Dinge, die sie nichts angehen. Die Kinder Lisa (Lara Jeschke) und Benny (Leo Kneuer) mischen mit. Als dann ein Einbruch und sogar ein vermeintlicher Mord passieren, kommt nicht nur Nachbar Markus (Georg Berninger), seines Zeichens Polizist, ins Schwitzen.


Vorstellungstermine

Wie die Geschichte ausgeht und welches Geheimnis sich hinter den Matroschkas verbirgt, können die Zuschauer am Wochenende über den 3. Oktober im Saal der Gastwirtschaft Strätz selbst erleben. Am Freitag, 30. September, 19 Uhr feiert die turbulente Gaunerkomödie dort ihre Uraufführung. Weitere Vorstellungen sind am Samstag, 1. Oktober, 19 Uhr, sowie Sonntag, 2., und Montag, 3. Oktober, jeweils um 17 Uhr. Sonntag und Montag laden die Schauspieler auch ab 15 Uhr in ihr Theater-Café ein mit hausgemachten Kuchenspezialitäten.
Der Vorverkauf beginnt am Sonntag, 4. September, 15 bis 17 Uhr im Hof der alten Mühle. Ab Montag, 5. September, sind die Karten dann auch über die Internetseite der Freilichtbühne unter www.stettfelder-freilichtbuehne.de oder direkt per E-Mail unter karten@stettfelder-freilichtbuehne.de erhältlich.
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