Maroldsweisach
Marktgemeinderat

Mehr Rückenwind für die Räder gefordert

In Maroldsweisach wird mehr Tempo in Sachen Energiewende gewünscht. Dabei geht die Sorge um, dass durch die neue Abstandsregelung überhaupt keine Windräder mehr aufgestellt werden.
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Geht der Windkraft bald die Puste aus? Die Sorge hegen Räte in Maroldsweisach. Foto:FT-Archiv
Geht der Windkraft bald die Puste aus? Die Sorge hegen Räte in Maroldsweisach. Foto:FT-Archiv
Als "Streichorchester" trat der Marktgemeinderat in seiner Sitzung am Dienstagabend auf: Während viele Kommunen immer wieder neue Siedlungsgebiete ausweisen, marschiert die Marktgemeinde in entgegengesetzter Richtung: Baugebiete werden zurückgenommen. Nachdem der Gemeinderat im Juli beschloss, Teilflächen von Baugebieten aufzuheben, um mehr Bauwillige in die Kernorte zu bekommen, wurden nun Nägel mit Köpfen gemacht. Nachdem kaum Widersprüche von den Trägern öffentlicher Belange und aus der Bevölkerung eingegangen sind, wie Michael Rahn von der Verwaltung mitteilte, gab es kaum noch Diskussionen.

Die Streichungen betreffen die Baugebiete "Wirthsleite" in Birkenfeld, "Schlossgasse" im Baugebiet "Martersberg" in Hafenpreppach, "Birkenfelder Straße II" in Ditterswind und "Am Heiligenberg" in Maroldsweisach.
Beim Baugebiet in Maroldsweisach regte das Landratsamt an, zugleich auch eine Verbindungsstraße vom Baugebiet in Richtung Zeilbergsiedlung zu streichen.

Dritter Bürgermeister Herbert Baum (SPD) fragte nach, was für einen Vorteil die Auflassung brächte? Rahn meinte, bei der Beibehaltung bestehe die Gefahr, dass die Anlieger dadurch beitragspflichtig werden könnten. Bürgermeister Wilhelm Schneider (CSU) erklärte , dass man zu jeder Zeit die Verbindungsstraße wieder könnte. Am Ende der Diskussion wurde beschlossen, die Teilaufhebungen einschließlich der Straße zu beantragen.

Über Regionalplan verärgert

Bei der Behandlung des Regionalplanes bezüglich der Windkraftanlagen ärgerte sich Melanie Gräbner (CSU), dass die Umstellung auf Alternativenergie in der Region zu langsam vor sich gehe. Dritter Bürgermeister Herbert Baum geht auch alles zu langsam und nach seiner Meinung gibt zu viele Änderungen. Als Harald Deringer (CSU) gar noch von Totmachen der Windenergie sprach, beruhigte Bürgermeister Schneider die Gemüter. Er erklärte, dass dieser mühsame Weg im Regionalplan beschritten wurde, um eine "Verspargelung" der Landschaft durch Windkrafträder zu verhindern. Bisher sei es allen Bauherren frei gestanden, Windräder hinzusetzen, wo sie wollten.

Er machte deutlich, dass die Herausnahme der Vorrangfläche "Winhausen" bei Birkenfeld eine beschlossene Sache sei. In der Fortschreibung sind noch die zwei Flächen am "Büchelberg" bei Birkenfeld und in Altenstein beinhaltet. "Jeder will Alternativenergie, aber nicht vor seiner Haustüre", meinte Bürgermeister Schneider.
Einig war man sich, dass im Landkreis die Windenergie stirbt, sollte die "H10-Regelung", zehnfacher Abstand der Höhe der Windkrafträder zu Wohngebieten, in Kraft treten. Damit hätte Ministerpräsident Seehofer (CSU) das Ende der Windkraft im Landkreis Haßberge eingeläutet.

Mit Jagdgenossen einig

Bürgermeister Schneider teilte mit, dass eine Besprechung mit allen Jagdgenossenschaften im Gemeindegebiet stattfand, um einen Gleichklang zum Beispiel bei der Wegeunterhaltung zu erreichen. Er bezeichnete das Treffen als gelungen, da sich die bisherige Regelung, die Gemeinde zahlt ein Viertel der anfallenden Kosten, den Rest die Jagdgenossenschaften, als sinnvoll erwiesen habe.

Wegen der Schäden am Geh- und Radweg zwischen Maroldsweisach und Voccawind gab es einen Ortstermin mit dem Staatlichen Straßenbauamt Schweinfurt. Man einigte sich, die instabilen Rasengittersteine an der Böschung zu entfernen und durch Wasserbausteine zu ersetzten. Eine Stützmauer, sie müsste rund 200 Meter lang sein, kommt nach Aussage von Bürgermeister Schneider wegen der zu hohen Kosten nicht in Frage.

Nachdem Helmut Berwind nachfragte, wie es mit der Pflege alter Bäume in Hafenpreppach weitergehe, erklärte Bürgermeister Schneider, dass dieses Problem im gesamten Gemeindegebiet anstehe. Im Weisachgrund und in Altenstein bekomme die Gemeinde viele Hektar Ausgleichflächen dazu, die teils mit Obstbaumwiesen bestückt sind. "Alle Bäume kann die Gemeinde gar nicht pflegen und deswegen such en wir Baumpaten", so der Bürgermeister. Wer Interesse daran hat, kann sich in der Gemeinde melden.

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