Der Verein liegt am Boden, wie aus den Berichten deutlich wurde. Eine Hoffnung indes gibt es doch noch. Seit 2008 fanden keine Versammlung, Neuwahlen oder sonstige Aktivitäten mehr statt. "Die Neuwahlen wurden seit 2008 wieder immer wieder verschoben, weil es keine Aussicht gab, ein neues Gremium zusammen zu bekommen", klagte Alois Voigt nach der Verlesung des Protokolls von einer Sitzung 2008, an die sich kaum einer mehr erinnerte. Die Entlastung indes wurde dennoch mit 8:5 Stimmen erteilt. Auf dem Papier zählt der Verein noch 44 Mitglieder.
Voigt ist zusammen mit Vorsitzendem Gregor Pecht, der letzte Verantwortliche, während viele Mandatsträger, die ein Amt übernommen hatten, abgesprungen sind, oder sich nicht mehr sehen lassen. Voigt resignierend: "Jetzt sitzen wir hier mit zwei Männla da." Schon seit 2007 seien fünf von acht Posten unbesetzt und aus der Fünferriege seien auch drei abgesprungen.

Das Rest-Duo musste sich noch Vorhaltungen machen lassen, die zum Teil zu lautstark ausgetragenen Kontroversen führten, zumal Vorsitzender Pecht sich strikt an der vorliegenden Tagesordnung entlang hangelte, ohne sich auf entsprechende Aussprachen einzulassen.
So fragte sich ein Kassenprüfer, warum die Kasse vom Ex-Kassier zum Vorstand und dann Schriftführer wanderte? Voigts Antwort war einfach und plausibel: "Weil kein anderer mehr da ist ." Und als es mit der zum Teil heftig vorgetragenen Kritik weiterging, entfuhr Voigt gar ein: "Ich hab' die Schnauze voll." Und doch wollte er nicht klein beigeben: "Gibt's eine Chance, dass es weitergeht?", fragte er in die Runde und bat um Handzeichen. Es rührte sich kein Pfötchen. Im Gegenteil: Auch die Entlastung des Vorstandes wurde nicht erteilt.

Dabei ist es finanziell um den Verein gut bestellt: Eine erkleckliche fünfstellige Summe steht auf den Konten bzw. in diversen Anlagepapieren. Überhaupt scheint sich der Verein über viele Jahre weniger aufs Wandern denn auf Geldtransaktionen konzentriert zu haben, was sicher auf die Tatsache zurückzuführen ist, dass einstmals ein Bankdirektor die Geldgeschäfte des Haßbergvereins abwickelte.

Das Finanzpolster könnte noch größer sein, aber "wir haben in den letzten vier Jahren gar keinen Vereinsbeitrag eingezogen, weil ja nichts passiert ist", umschrieb Voigt eine weitere Seite der Passivität.
Das Guthaben soll im Fall einer Vereinsauflösung aber auf "keinen Fall nach Ebern abwandern, sondern im Dorf bleiben", waren sich plötzlich alle Versammlungsteilnehmer wieder einig.

Nachfolgeverein?


Deshalb ist angedacht, einem anderen Ortsverein eine Wandergruppe anzugliedern. Der Alm-Wirt winkte für den Motorsportclub (BMC) gleich ab, der Obst-und Gartenbauverein hat nach Überzeugung von Ortssprecher Willi Pecht die gleichen Probleme wie der Haßbergverein. Bliebe noch der Feuerwehrverein, den Willi Pecht im Auge hat.

Die mögliche Eingliederung in einen anderen Vereinen wurde auch mal prophylaktisch beschlossen, bei einer Enthaltung und einer Gegenstimme. "Eine Steißgeburt", wie Voigt das Ergebnis kommentierte, da mehrfach abgestimmt werden musste, da ständig einer oder mehrere der Versammlungsteilnehmer den Raum verlassen hatten (einer gar nicht mehr wiederkehrte).

Doch vor einer Integrierung in einen anderen Ortsverein soll nochmals der Versuch einer Wiederbelebung unternommen werden. Gregor Pecht erklärte sich bereit, mehrere jüngere Dorfbewohner gezielt auf eine Mitarbeit anzusprechen. Bei einer nächsten Mitgliederversammlung am 5. Oktober fällt dann die Entscheidung über Erfolg oder Ende.

Zurück zum Geld: Ein Ende wurde am Freitag schon besiegelt. Der Ausstieg aus dem Dachverband Haßberghauptverein, an den jährlich Abgaben abgeführt werden mussten. Um die zu sparen, folgt nun der Austritt, da "wir vom Hauptverein sowieso nix haben", obgleich der HBV Bramberg zu den Gründervätern gehörte, wie Alois Voigt, Schrift- und Geschäftsführer, Kulturwart sowie Kassier in Personalunion, ausführte.