Haßfurt
Mathematik

Mathewettbewerb in Haßfurt: Einen Joker gab es nicht

Der "Känguru"-Wettbewerb am Haßfurter Gymnasium erinnerte ein wenig an die Quizshow "Dalli Dalli", denn zum Trödeln blieb keine Zeit: 24 beziehungsweise ab der siebten Jahrgangsstufe 30 Aufgaben mussten innerhalb von 75 Minuten gelöst werden.
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Alle Preisträger des "Känguru-Wettbewerb" am Haßfurter Regiomontanusgymnasium. Über den Erfolg freuen sich (hinten, von links) die hauptverantwortliche Mathematiklehrerin Andrea Schellmann, Maria Eirich von der Schulleitung und Mathematiklehrerin Christine Beck. Foto: Ralf Naumann
Alle Preisträger des "Känguru-Wettbewerb" am Haßfurter Regiomontanusgymnasium. Über den Erfolg freuen sich (hinten, von links) die hauptverantwortliche Mathematiklehrerin Andrea Schellmann, Maria Eirich von der Schulleitung und Mathematiklehrerin Christine Beck. Foto: Ralf Naumann
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Durch die Gegend zu rennen, ist dabei freilich nicht notwendig. Auch sind keine Kandidaten am Start, sondern Haßfurter Gymnasiasten, die sich für Mathematik begeistern.

Vor 37 Jahren wurde der "Känguru"-Wettbewerb in Australien ins Leben gerufen und 1995 nach Deutschland importierten. Fünf Jahre nach der Premiere beteiligte sich auch das Gymnasium Haßfurt, diesmal also zum 16. Mal. Am Montag erhielten die Gewinner im Silberfisch ihre Preise.


Prinz Alis Zauberzweige


Zuvor war viel Kopfarbeit gefragt. Bei den mehr als 500 Teilnehmern aus 34 Klassen rauchten beim Lösen der Aufgaben die Köpfe. Beispiel: "Prinz Ali schenkt der lieblichen Prinzessin Dora einen Strauß mit Zweigen vom Zauberbusch. Jeder Zauberzweig hat entweder zwei goldene Blätter und eine funkelnde Blüte oder fünf goldene Blätter, jedoch keine Blüte.
Beglückt zählt Prinzessin Dora insgesamt 32 Blätter und sechs Blüten. Wie viele Zauberzweige hat Ali Dora geschenkt?".

Anders als bei "Wer wird Millionär" gab es für die Fünft- und Sechstklässler fünf Lösungsmöglichkeiten: 10, 12, 13, 15 oder 16. Einen Telefon-, Fifty-Fifty- oder Publikumsjoker freilich hatten sie nicht.

Siebt- und Achtklässler mussten sich mit einer anderen Frage auseinandersetzen: "In der Zeitung stand, dass bei starkem Regen 15 Liter pro Quadratmeter fielen. Um wie viel stieg dabei der Wasserspiel im großen Schwimmbecken im Freibad?" Ist nun die richtige Antwort 150 Zentimeter oder 15 oder 1,5 oder nur 0,15 Zentimeter? Für "Mathematikmuffel" wird es jetzt richtig kompliziert - oder vielleicht doch nicht?


30 Punkte Startguthaben


Fakt ist, dass bei den Aufgaben für die Neunt- und Zehntklässler wohl viele Erwachsene ihre Probleme hätten. "Dass unser Mathelehrer und sein Vater am selben Tag Geburtstag haben, wussten wir schon. Er hat ausgerechnet, dass in diesem Jahr das Produkt aus seinem Alter und dem des Vaters gleich der Jahreszahl 2015 ist. Wie viele Jahre ist unser Mathelehrer jünger, als sein Vater?" Sind es 26, 29, 31, 34 oder 36 Jahre?

Jeder Teilnehmer bekam als Startguthaben 30 Punkte. Bei einer richtigen Antwort wurden mindestens drei und maximal fünf Punkte hinzuaddiert. Bei einer falschen Antwort bekamen die Schüler Punkte abgezogen.


Oliver Korn Schulbester


Die Höchstpunktzahl, die erreicht werden konnte, war somit 150. Ein bravouröses Ergebnis sind deshalb die 145 Punkte, die sich Marek Eisenacher (Schönbrunn) aus der Klasse 8d errechnete. Er war somit Schulbester und gewann ebenso wie Oliver Korn, Lukas Buld, Simon Eußner, Johannes Klauer, Felix Buld, Simon Richter und Maximilian Richter erste Preise. Den größten Känguru-Sprung mit den meisten aufeinanderfolgen richtig gelösten Aufgaben machten Oliver Korn gefolgt von Maximilian Gerschütz (10f) und Sina Welsch (6d).

Einige bekommen ihre Preise nachgereicht, denn sie waren mit Lehrerin Regina Krieger in Budapest. Dort fand die Preisverleihung des internationalen Mathe-Teamwettbewerbs "Bolyai" statt. Das Haßfurter Gymnasium nahm mit acht Teams teil.

Und welche Antworten auf die Aufgaben des "Känguru-Wettbewerbs sind nun richtig? Prinz Ali hat Prinzessin Dora zehn Zauberzweige geschenkt, das Wasser im Schwimmbecken stieg um 1,5 Zentimeter und der Mathelehrer ist 34 Jahre jünger als sein Vater. Einfach, oder?

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