Ebern
Bauausschuss

Maßnahme gegen "Müll-Schmarotzer" und neue Sprungbretter fürs Freibad

Weil immer wieder Abfallbeutel aus Haushalten in den Containern am Eberner Friedhof landen, werden die nun abgezogen. Ärger gab es auch um einen Wettbewerb über die Gestaltung der Gottesäcker im Stadtgebiet. Außerdem beschloss der Bauausschuss den Kauf von drei neuen Sprungbrettern fürs Freibad.
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Diese beiden Container am Rande des Eberner Friedhofes nahe der Eiswiese werden wieder entfernt.  Fotos: Ralf Kestel
Diese beiden Container am Rande des Eberner Friedhofes nahe der Eiswiese werden wieder entfernt. Fotos: Ralf Kestel
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Von wegen Friedhofsruhe. Es rumorte mächtig an der Westfront des Gottesackers in der Kernstadt. Grund sind die "Müll-Schmarotzer", wie sie Zweiter Bürgermeister Harald Pascher (FDP) am Mittwochabend betitelte. Gemeint sind solche Umweltfrevler, die ihren Hausmüll in die Container für Grababfälle werfen, wie dies in den vergangenen Wochen immer wieder festgestellt worden war. Es wurden Übeltäter auch schon überführt. "Es gab Anzeigen", wusste der amtierende Bürgermeister.

Dennoch schreckt dies nicht alle Zeitgenossen ab. Deswegen wurden in der Stadtverwaltung schon Überlegungen angestellt, wie dem Übel abzuhelfen ist. "Eigentlich müssten alle Leute ihre Abfälle mit nach Hause nehmen und daheim entsorgen", lautete eine Extremposition, die Bauamtsleiter Martin Lang einnahm. Andererseits seien hauptsächlich die Container an der Straße zur Eiswiese betroffen, die außerhalb des Friedhofes stehen. Dort wechselt leicht so mancher Müllsack vom Kofferraum in den Container.

Container an der Straße werden abgezogen

Deswegen schlug Lang vor, die Container im Bereich des Friedhofes zu belassen und an der südwestlichen Mauer des Leichenhauses drei kleinere Kübel aufzustellen. Die Container direkt an der Straße werden aber abgezogen. Lang: "Es gab auch schon Beschwerden von Leuten, die dort ihre Gräber pflegen, über die Geruchsbelästigung durch den Hausmüll in den Containern."

Manfred Fausten (CSU) gab zu bedenken, dass die Grabpflege zumeist von den älteren Leute ausgeführt wird, denen man nicht zumuten können, ihre Abfälle auch noch mit nach Hause zu nehmen. "Die Jungen machen das sowieso nicht mehr." Bürgermeister Pascher ergänzte, dass die Friedhofssatzung ausdrücklich Behältnisse im Friedhof vorsehe. "Für eine Änderung müsste der Stadtrat erst die ganze Satzung umformulieren."

Rund um die Uhr bewachen?

So beschloss der Bauausschuss, die beiden Container an der Straße abholen zu lassen. "Eine 24-Stunden-Überwachung ist ja nicht möglich", so Martin Lang: "Wir erhoffen uns dadurch schon eine Eindämmung des Müllfrevels."

Die Folgen des Abzugs der beiden Container sollen nun beobachtet werden. "Wir gucken genau drauf, wie wir mit den beiden verbliebenen Containern im Friedhof auskommen."

Weiter kündigte Lang ein generelles Konzept über die Friedhofsgestaltung an. So könnte der bislang nicht genutzte Bereich in Richtung sozialpsychiatrisches Zentrum künftig für Baumbestattungen genutzt werden. Das Schlagwort Ruhefriedhof griff auch Kreisfachberater Guntram Ulsamer auf, der um die Teilnahme am Wettbewerb "Unser Friedhof - Ort der Würde, Kultur und Natur" warb.

Veränderungen in der Bestattungskultur aufgreifen

Der ziele darauf ab, die Veränderungen in der Bestattungskultur aufzugreifen, da immer mehr Urnengräber gewünscht werden. "Der große Flächenverbrauch durch die Erdbestattungen wird dabei förmlich über den Haufen geworfen." Deswegen seien neue Formen, wie auch ein Friedwald, gefragt.

Als die Rede darauf kam, dass auch Friedhöfe aus Stadtteilen gemeldet werden sollen und manche Obst- und Gartenvereine dies schon getan hätten, wurde Brunhilde Giegold (SPD) richtig ärgerlich. "Ich find' das blöd, wir gehen wegen des Müll raus und dann geht es um Verschönerungen. Wer wählt denn aus, welche Friedhöfe für den Wettbewerb gemeldet werden?"

Dies soll der Bauausschuss in seiner nächsten Sitzung entscheiden, wurde beschlossen. Interesse bekundeten die Gartenbauvereine aus Eichelberg und Jesserndorf. "Wenn sich Vereine schon melden, halte ich das für ein gutes Zeichen", fand Philipp Arnold (Freie Wähler). Zunächst will man abwarten, wer sich in den nächsten Tagen noch rührt.

Eberner Freibad: Drei neue Sprungbretter und ein "Tritt vors Schienbein"

Wenn das Freibad am Samstag, 2. Mai, eröffnet, beflügelt dies nicht nur die Dauerkarten-Besitzer. Auch die Halbstarken, die den Sprungturm hauptsächlich benutzen, verspüren neuen Boden und Spannkraft unter den Füßen. Denn der Bauausschuss beschloss am Mittwochabend den Kauf von drei neuen Sprungbrettern im Wert von 12.000 Euro.

Die Vorgängermodelle haben nach über 40 Jahren ausgedient, befand Bauamtsleiter Martin Lang und belegte dies mit Fotos von Rissen, die schon aufgetreten sind. "Ein Spontan-Bruch wird von unserem Sicherheit-Ingenieur zwar ausgeschlossen, aber bei einem Neukauf hätten wir auf Jahrzehnte wieder einen sauberen und sicheren Standard", zumal auch der Sprungturm durch eine Plexiglas-Ummantelung schon sicherer gemacht wurde. "Eines der alten Bretter baue ich auf keinen Fall mehr auf", beschied Lang kampfeslustig die Skeptiker, da sogar die Frage aufgeworfen wurde, ob nicht Reparaturen möglich wären?

Dritter Bürgermeister Werner Riegel (SPD) stellte zwar die Notwendigkeit neuer Bretter nicht in Zweifel, hatte aber ein anderes Problem: "Immer werden wir kurz vor der Eröffnung des Bades mit solchen Themen konfrontiert und kommen dann in die Bredouille, weil schnell entschieden werden muss. Kann man solche Probleme denn nicht am Saisonende vortragen?" Eine Meinung, der sich Philipp Arnold (Freie Wähler) anschloss. Martin Lang verdeutlichte seine Sicht der Dinge: "Natürlich haben wir uns auch während der Winterpause um das Freibad gekümmert, eine Holzaktion durchgeführt und ein neues Sonnensegel beschafft. Jetzt hat mich letzte Woche halt der Bademeister gefragt, ob er die alten Bretter noch einmal anbringen soll?" Deswegen habe er, Lang, sich mit der Herstellerfirma in Verbindung gesetzt, die jetzt noch zeitgerecht liefern könnte, was sich in den nächsten Wochen ändern dürfte. Der Kauf wurde einstimmig abgehakt. Ins Protokoll kam noch der Vermerk, solche Themen dem Stadtrat künftig früher vorzustellen.

Mit einmütiger Zustimmung erfolgte der Kauf eines neuen Gerätes für den Bauhof: ein ferngesteuerter Mäh-Roboter. 45.000 Euro kostet das Vorführmodell, wobei der vor wenigen Jahren gekaufte Aufsitzmäher vom Händler für 13.000 Euro zurückgenommen wird. War das Vorgängermodell schon als Segen für die Arbeit(er) an Hängen gepriesen worden, lobte Martin Lang den Roboter nun in höchsten Tönen: "Bis zu 55 Grad" schräg dürfe der Hang nun sein, während es beim Aufsitzmäher häufiger zu Problemen und gefährlichen Situationen gekommen sei. Diese Gefahr sei nun gebannt, weswegen sowohl Markus Fausten (CSU) wie Philipp Arnold den Kauf für "sinnvoll" hielten. Beide kennen den Geräteführer gut, der von "zum Teil lebensgefährlichen Momenten" berichtete.

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