Rentweinsdorf

Markt Rentweinsdorf schafft freie Bahn für Züge

Der Umbau bzw. die Beseitigung von Bahnübergängen im Gemeindebereich von Rentweinsdorf soll im Oktober beginnen. Der Gemeinderat vergab Aufträge.
Artikel drucken Artikel einbetten
In nächster Zeit sollen hier im Bereich der Bahnstrecke Treinfeld-Lind Bahnübergänge beseitigt und durch Ersatzwege ersetzt werden. Foto: Günther Geiling
In nächster Zeit sollen hier im Bereich der Bahnstrecke Treinfeld-Lind Bahnübergänge beseitigt und durch Ersatzwege ersetzt werden. Foto: Günther Geiling
+5 Bilder
Die Entfernung oder Änderung von Bahnübergängen auf der Strecke Hallstadt-Ebern ist im Rentweinsdorfer Gemeinderat schon lange ein Dauerthema. Es geht darum, die Voraussetzungen für kürzere Zugfahrzeiten auf dieser Strecke zu schaffen, indem man die Zahl der Übergänge reduziert.

"Bahn frei" heißt es nun bald tatsächlich, denn die Ratsmitglieder erteilten dem amtierenden Bürgermeister Kurt Weißheimer (ÜWG) eine Ermächtigung zur Vergabe der Bauleistungen für die Ersatzwege im Bereich der Ortsteile Lind und Treinfeld.

Mit Schreiben vom 26. Juli hatte die DB Netz AG die Ausschreibung für den Bau der Ersatzwege gemäß der abgeschlossenen Kreuzungsvereinbarungen erteilt. Die entsprechenden Mittel sind demnach sichergestellt und freigegeben, so dass der Markt Rentweinsdorf als Bauträger die Aufträge für die Maßnahmen vergeben kann.
Wie die DB Netz AG mitteilt, seien Abschlagszahlungen möglich, so dass die Vorfinanzierung durch den Markt Rentweinsdorf sich auf ein notwendiges Mindestmaß beschränke.
Anfang September, so hieß es, könne die Auftragsvergabe durch den Bürgermeister stattfinden. Wie Kurt Weißheimer mitteilte, dürfe man mit den Bauarbeiten wegen des "Ameisenbläulings" erst nach dem September beginnen, so dass der Baubeginn auf 4. Oktober festgelegt wurde.


Fünf Schwerpunkte

Von der Schließung von Bahnübergängen und dem Bau von Ersatzwegen sind folgende Bahnübergänge betroffen, die vorwiegend im Bereich der Ortsteile Treinfeld und Lind liegen:
1. Bahnübergang bei "Silberbach"mit einem sieben Meter langen Durchlass aus Betonfertigteilen, einem 355 Meter langen wassergebundenen Weg und einem 305 Meter langen Weg mit Rasenspurpflaster. Dieser Weg schließt an den Bahnübergang Gemeindeverbindungsstraße Rentweinsdorf-Lind an.
2. Beim Bahnübergang Rentweinsdorf-Lind wird der Weg auf der Südseite 55 Meter in Asphalt und weitere 305 Meter als Wiesenweg vorgesehen.
3. Beim Spielplatz Lind wird ein Weg mit Rasenspurpflaster auf einer Länge von 500 Metern und der Breite von drei Metern ausgebaut.
4. Am Bahnübergang zwischen Lind und Treinfeld wird ein Weg um 50 Meter in Rasenpflaster verlängert und gleichzeitig werden ein Wendehammer und Ausweichstellen aufgenommen.
5. Hier geht es noch um einen Wirtschaftsweg bei Treinfeld in Rasenspurpflaster auf einer Länge von 440 Metern.

Weiterhin gehört zur Leistung die Herstellung einer Ausgleichsfläche in der Gemarkung Treinfeld, wo eine bestehende Wiese umzubrechen und einzusäen ist. Die Gesamtmaßnahme ist mit Kosten von circa 580 000 Euro veranschlagt.
Zweiter Bürgermeister Kurt Weißheimer informierte auch über die Auftragsvergabe für die Gemeindeverbindungsstraße Losbergsgereuth-Lind, wo man unbelastetes Fräsgut eingebaut und dieses mit einem Dachprofil versehen habe. Nun verdiene die Straße wieder den Namen "Ortsverbindungsstraße" und er hoffe, dass der Weg wieder 20 Jahre halte. Dabei bat er um Verständnis für die Sperrung, die wegen der Verdichtung für eine Zeit von etwa vier Wochen vorgesehen sei.


Neue Straße "an der Höhe"

Erneut war die Kreativität der Ratsmitglieder hinsichtlich der Straßenbenennung im Baugebiet "Kappelleite III" gefragt. In der letzten Sitzung hatte man sich nicht einigen können. Zudem hatte man eigentlich mehr Vorschläge aus der Bevölkerung erhofft. Seither war aber nur ein Vorschlag ("Neuer Kirchweg") eingereicht worden. Kurt Weißheimer meinte dazu, dass es schon "Alter Kirchweg" gebe und Namensgleichheiten oder -ähnlichkeiten immer wieder zu Problemen führten. Außerdem habe man sich in diesem Gebiet an alte Flurnamen oder Gewannenbezeichnungen halten wollen. In die Runde wurden dann etliche Bezeichnungen geworfen. Mit sieben Stimmen entschied am Ende die Mehrheit für den neuen Straßennamen "An der Höhe".


Hochwasser in Salmsdorf

Im Nachgang zum letzten Hochwasser wurde auch die Situation in Salmsdorf am "Schulsee" angesprochen. Hierzu war ein Schreiben von Günther Vetter eingegangen. Er wies darauf hin, dass der See eingewachsen und der Mönch defekt sei, Es wäre sehr sinnvoll, den See zu warten, auszubaggern und den Mönch zu reparieren, damit der Wasserlauf dort besser reguliert werden könne, teilte er mit. In einer Sitzung des Bauausschusses wolle man sich dem annehmen, so Zweiter Bürgermeister Weißheimer, damit man sich bei erneuten starken Niederschlägen nicht wieder Vorwürfe machen lassen müsse.
In diesem Zusammenhang bedankte sich Marktgemeinderat Ludwig Bock bei der Feuerwehr Salmsdorf und den freiwilligen Helfern, die beim Hochwassersituation Hilfe geleistet hätten. "Ich hoffe, dass an der Teichanlage in nächster Zeit etwas passiert, damit wir beim nächsten starken Regen nicht wieder betroffen sind."
Lobende Worte gab es vom Bürgermeister für die Ausbesserungsarbeiten ind er "Kellergasse" in Salmsdorf, wo am Wochenende eine Feier stattgefunden hatte. "Ein großes Lob an die Salmsdorfer. Sie ist wirklich schön renoviert. Es freut mich, wenn eine solche Eigenleistung in einem Ort gezeigt wird."


Kein Geld für Radwegebau

Auch das Thema "Radweg" wurde auf Grund eines Behördentermins wieder angesprochen. Alfons Schanz von der Tiefbauverwaltung des Landkreises Haßberge strebe nun eine Verbindung des Radweges von der Staatsstraße 2274 bei Goggelgereuth über Salmsdorf und Mauschendorf/Gerach zur B 279 an. Hier stelle sich die Frage, inwieweit sich der Markt Rentweinsdorf auf seinem Gebiet beteilige. Der Radweg werde schon seit 2004 und 2009 diskutiert und man müsse sich auf jeden Fall Gedanken machen, meinte Kurt Weißheimer.
Ludwig Bock hatte eine klare Meinung: "Eigentlich können wir es uns aufgrund unserer jetzigen Situation gar nicht leisten. Unser Haushalt lässt es nicht zu und trotz Zuschüssen bleibt viel an uns. Der Radweg ist ein Wunschkonzert." Diese Aussage blieb dann bei der Sitzung auch so stehen.
Kurt Weißheimer informierte über ein Schreiben der Feuerwehr Rentweinsdorf-Lind, das sich mit der Ersatzbeschaffung eines Feuerwehrfahrzeuges der FFW Rentweinsdorf und einem zusätzlich notwendigen Um- bzw. Neubau des Gerätehauses befasst. Die Kommandanten Florian Rengstl und Jonas Ludewig sowie die Vorstände Steffen Kropp und Frederik Schorn warben für die Anschaffung eines neuen Feuerwehrfahrzeugs. Sie haben in ihrem Schreiben aufgezeigt, dass die Brandbekämpfung schon längst in den Hintergrund getreten sei und immer mehr die technische Hilfeleistung in den Vordergrund trete. Der Flugplatz in Sendelbach, die Zugstrecke zwischen Ebern und Bamberg und die Bundesstraße 279 forderten immer öfter Einsätze. Es seien Zusatzausrüstungen notwendig und könnten nicht mehr auf dem Fahrzeug mittransportiert werden, da man an der Gewichtsgrenze von 1,49 Tonnen angekommen sei.
Das für dieses Einsatzgebiet angedachte Fahrzeug nenne sich "Hilfeleistungslöschfahrzeug 10" (HLF 10) und bei seiner Anschaffung müsse man mit ca. 300 000 Euro rechnen. Der amtierende Bürgermeister meinte, dass man dieses "Feuerwehr-Projekt" behandeln wolle, wenn Bürgermeister Willi Sendelbeck (SPD) wieder im Dienst sei. "Wir sehen die Notwendigkeit, aber das Problem sind die Mittel."


Gegen Windräder am Tonberg

Auch die Planung der Windkraftanlagen am "Tonberg" bei Kirchlauter brachte Kurt Weißheimer noch zur Sprache. "Wir haben ja diese Entscheidung vertagt", erinnerte Ratsmitglied Volker Zürl und fragte: "Wann steht das bei uns einmal auf der Tagesordnung?" "Salmsdorf fällt bei uns darunter und deswegen müsste man bei der Anhörung auf uns zukommen", war die Meinung von Kurt Weißheimer. Angesichts der Veranstaltung der Bürgerinitiative "ProNatur Tonberg" in Kirchlauter äußerte er sich ganz klar: "Ich halte es nicht für sinnvoll, dass dort Windräder gebaut werden. Auf der einen Seite wirbt der Landkreis für Tourismus und baut dann gerade an sensible Stellen Windräder."
Er habe auch Veranstaltungen des Tourismusverbandes und des "Burgenverbandes" besucht und in beiden Veranstaltungen sei zum Ausdruck gebracht worden, "dass es sich beißt und störend für den Tourismus ist". Am meisten störe ihn, dass andere Gemeinden und Verbände darüber befinden und profitieren wie zum Beispiel der Bürgerwald und die Stadt Ebern über die Gewerbesteuer, während betroffene Gemeinden die Nachteile zu tragen hätten.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren