Ebern
Hauptversammlung

Mandery führt Bund Naturschutz Haßberge vier weitere Jahre

Die Kreisgruppe des Bundes Naturschutz bestätigte den Eberner in der Hauptversammlung.
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Diese Mannschaft des BN-Kreisverbandes Haßberge trägt für die kommenden vier Jahre Verantwortung (von links): Jörg Röder, Barbara Ullmann, Zweiter Vorsitzender Andreas Kiraly, Schriftführerin Karin Thaumüller, Ludwig Rehm, Daniela Berninger, Harald Amon, Vorsitzender Dr. Klaus Mandery und Anton Bäuerlein. Es fehlen Kassierer Andreas Einwag und Andrea Zech.  Foto: Helmut Will
Diese Mannschaft des BN-Kreisverbandes Haßberge trägt für die kommenden vier Jahre Verantwortung (von links): Jörg Röder, Barbara Ullmann, Zweiter Vorsitzender Andreas Kiraly, Schriftführerin Karin Thaumüller, Ludwig Rehm, Daniela Berninger, Harald Amon, Vorsitzender Dr. Klaus Mandery und Anton Bäuerlein. Es fehlen Kassierer Andreas Einwag und Andrea Zech. Foto: Helmut Will
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Beim Bund Naturschutz, Kreisgruppe Haßberge, wurde der bisherige Vorsitzende, Klaus Mandery, für weitere vier Jahre als Vorsitzender bestätigt. Über eine arbeitsreiche Zeit der BN-Kreisgruppe Haßberge berichtete der alte und neue Vorsitzender anlässlich der Hauptversammlung in Ebern in seinem Rückblick. Vor allem die Landschaftpflege sei aufwändig und zeitintensiv.

"Im Berichtszeitraum hatten wir 34 Vorstandssitzungen, das sind durchschnittlich sechs im Jahr", sagte Mandery. Themen waren der Austausch mit Ortsgruppen und die Konversion des ehemaligen Standortübungsplatzes, was viel Zeit und Engagement koste. Auf die Landschaftpflege eingehend berichtete der Vorsitzende, dass der BN etwa 40 Hektar Land pflege. "Die Pflege bewältigen wir mit eigenem Personal, dafür danke ich euch allen."


Der Steigerwald ist ein Arbeitsschwerpunkt

In Sachen und Umweltbildung nehme die Unterstützung für den Naturpark Steigerwald einen breiten Raum ein. Im Bereich des Steigerwaldes konnte man beim Amphibienschutz gute Erfolge erzielen. "Da nenne ich als Beispiel die Tunnels, die für Amphibien geschaffen wurden, der Steigerwald war über Jahre Zentrum des Amphibienschutzes im Landkreis Haßberge."

Stolz zeigte sich Mandery auch über das Institut für Biodiversitätsinformation (IfBI) in Ebern. Im Jahr 2006 wurde dieses von den Mitgliedern des BN Haßberge gegründet und zu einer Bildungseinrichtung im Naturschutzbereich mit Schwerpunkt Artenkenntnis entwickelt. Seit 2012 ist das IfBI fester Seminarstandort. Fachthemen rund zum die Wildkatze, Libellen, Schmetterlinge, Fledermäuse, Käfer, Wespen und Spinnen, werden dort behandelt. Nähere Informationen gibt es unter www.ifbi.net.

Durch Bundesfreiwilligendienstler (Bufdis) werde die Arbeit des BN unterstützt. "Sie sind uns eine wertvolle Hilfe", so Klaus Mandery. Die Pflege des Solarparks in Ebern habe der BN übernommen. "Das macht ganz schön Arbeit." Der Vorsitzende freute sich, dass dort das "Mäuseschwänzchen" zu finden ist. "Eine wunderbare Pflanze." Weiter berichtete er von den vielfältigen Aktivitäten rund um den Apfelanbau, bei dem auch Flüchtlingen engagiert seien.

Die Ausgaben für Landschaftspflege nehmen einen Großteil der Ausgaben ein.
Auf die anstehende Neuwahl eingehend sagte Klaus Mandery, dass kein konkreter Wahlvorschlag vorhanden wäre. Vermutlich auch deshalb gestaltete sich die Wahl relativ zäh, vor allem bei der Person des Stellvertreters. Die Wahlleitung hatte Ehrenvorsitzender Jörg Röder. Mandery sagte, dass ihm sehr daran gelegen ist, dass der Vertreter aus dem Bereich des Steigerwaldes komme. "Dort müssen wir ein Auge haben und vor Ort präsent sein." 20 stimmberechtige Personen konnten abstimmen, wie Jörg Röder bekannt gab.


Der neue Vorstand

Die Wahl brachte folgendes Ergebnis: Erster Vorsitzender Klaus Mandery (Ebern), Zweiter Vorsitzender Andreas Kiraly (Hummelmarter), Schatzmeister Andreas Einwag (Ebern), Schriftführererin Karin Thaumüller (Haßfurt), Kassenprüfer Anton Bäuerlein (Fatschenbrunn). Delegierte wurde Barbara Ullmann (Ebern). Zu Beisitzern wurden Harald Amon (Ebern), Ludwig Rehm (Wülflingen), Andrea Zech (Knetzgau), Daniela Berninger (Jesserndorf) und Jörg Röder, (Ebern), als Ehrenvorsitzender bestätigt.


Die Versammlung der Ortsgruppe Ebern

Neu gewählt hat auch die Ortsgruppe Ebern des BN. Vorsitzender in den kommenden vier Jahren ist Harald Amon, dessen Engagement vom Kreisgruppenvorsitzenden des BN, Klaus Mandery, gewürdigt wurde. "Mit ihm haben wir einen verdienten Mann an der Spitze, ohne den die Ortsgruppe Ebern aber auch die Kreisgruppe Haßberge um vieles ärmer wäre", sagte Mandery.

Amon stellte die Ortsgruppe Ebern als einen regen Verein dar, er auf einem guten Mitgliederstand zählen könne. "Wir haben derzeit 468 Mitglieder, davon kommen 240 aus Ebern", sagte der Vorsitzende. In seinem Rechenschaftsbericht streifte er die vielfältigen Aktivitäten der BN-Ortsgruppe Ebern. Er nannte Vogelstimmen- und Kräuterwanderungen sowie Schmetterlingsexkursionen und ging auf die Schutzmaßnahmen für Amphibien ein. Hier stellte er fest, dass sich diese ausgewirkt und gegenüber dem Vorjahr eine positive Entwicklung festgestellt werden konnte.


Aktionen stießen auf positive Resonanz

Gut angekommen sei auch die Beteiligung des BN am Ferienprogramm, wobei die Siebenschläfer für die Kinder spannend waren. Bei Waldgängen mit Förstern konnten die Teilnehmer viel Wissenswertes über Waldbewirtschaftung und Naturschutz erfahren. Das Apfelfest mit etwa 40 Helferinnen und Helfern sei ein Anziehungsmagnet für Besucher und habe den Oktobermarkt in Ebern aufgewertet. "Landschaftspflegemaßnahmen sind arbeitsintensiv und hier setzen wir einen kleinen Bestand an Schafen, `Coburger Füchse`, ein", sagte Amon. Weitere Veranstaltungen waren die Fahrradbörse und die Eberner Pilztage.

Auf die Umweltbildung eingehend berichtet der Vorsitzende vom Waldkindergarten. "Dafür bekommen wir einen Bauwagen und sind am Überlegen, wo wir diesen aufstellen." Gut angekommen sei das "Projekt Amphibien" mit vielen Modellen derselben als Unterrichtsmaterialien. Begehrt seien auch die Fahrplankärtchen, die vom BN in einer Stückzahl von 1000 Stück erstellt wurden. Vorträge von externen Referenten zur Energiewende rundeten das Jahresprogramm der BN-Ortsgruppe Ebern ab.

"Wandel für die Zukunft", unter diesem Slogan stellte Amon die Bemühungen, Nachwuchskräfte für die Mitarbeit im Bund Naturschutz zu gewinnen. Schließlich ging er noch kurz auf die Haltung des BN zu Windkraftanlagen ein. Gerne hätte man eine Streuobstwiese an der Hetschingsmühle erworben, jedoch habe der Eigentümer einem Verkauf nicht zugestimmt.

Als beste Einnahmequelle für die Ortsgruppe bezeichnete Amon das Apfelfest.
Die Neuwahl, geleitet von Klaus Mandery, brachte folgendes Ergebnis: Erster Vorsitzender Harald Amon, Zweiter Vorsitzender Alexander Hippeli, Kassierer Johannes Först, Schriftführer Kurt Langer, Kassenprüfer Jörg Röder. In die erweiterte Vorstandschaft wurden Barbara Ullmann, Daniela Berninger, Anne Schneider, Andreas Einwag, Oliver Kröner, Eberhard Ponader, Jörg Röder und Werner Ullmann gewählt.


Naturbildung soll in die Lehrpläne

Als besonderes Ereignis kündigte Kreisvorsitzender Klaus Mandery auf dem BN-Treffen den Vortrag der aus Ebern stammenden Wildnispädagogin Anke Camphausen an. Ihre Arbeit mache für Naturbegegnungen mit Kindern absolut Sinn. Anke Camphausen ist als Freiberuflerin im Bereich Würzburg tätig, engagiert sich aber auch in Ebern, zum Beispiel im Flüchtlingskindergruppeprojekt.

"Naturbildung muss in den Lehrplänen der Schulen verankert werden", war die Kernaussage von Anke Camphausen, die Forstwissenschaft in Freiburg studierte und als Entwicklungshelferin in Kanada und Afrika war. "Ich habe bei meiner Arbeit gemerkt, dass man als Entwicklungshelferin nicht unbedingt in die Ferne muss, auch bei uns gibt es genug zu tun." Naturpädagogische Veranstaltungen an Schulen gehören zu ihren Aufgaben, was unter aktiver Einbindung der Kinder bei der Wissensvermittlung Spaß bereite. Mit Kinder in der Natur auf Entdeckungsreise gehen sei für diese spannend und abwechslungsreich. "Ich stelle immer wieder fest, dass selbst größere Kinder relativ wenig von der Natur und was diese zu bieten hat, wissen", sagte Anke Camphausen.

Ihr Angebot ist vielfältig und nicht nur für "kleine Kinder." Spannung wäre zum Beispiel vorhanden, wenn gezeigt wird, wie man ohne Streichhölzer Feuer machen kann. Auch Gestaltung im Wald gehöre dazu. "Die Kinder sind immer besonders stolz wenn sie selbstständig eine Aufgabe erledigt haben", sagt die Wildnispädagogin. Auch die Ausbildung von Kindern zu Naturlotsen käme gut an, sodass eine Vermittlung von Wissen von "Kind zu Kind" möglich werde. Angeboten werde auch ein Ferienlager "Wissenscamp" über eine Woche mit Übernachtung im Freien.


Kindheit prägt späteres Verhalten

"Entscheidend für späteres Umweltverhalten ist die Naturerfahrung in der Kindheit", weiß Anke Camphausen. Kindern täte die Natur für deren ganzheitliche Entwicklung gut. "Matschspieler von heute sind Umweltschützer von morgen", sagt sie. Katastrophenpädagogik, Wissensvermittlung, Naturschutzaktivitäten, Naturerfahrung, die Natur mit allen Sinnen erleben, präge für das spätere Leben.

Letztlich sei der familiäre Hintergrund der Grundstein für verantwortungsbewusstes Umwelthandeln, ist sich Camphausen sicher. Deshalb müsse verantwortungsbewusster Umgang mit Natur und Tieren im Elternhaus beginnen, sich über Kindergarten und Schule weiter entwickeln. Man gehe dazu über, auch Kindergartenpersonal zu schulen. "Es ist auch sehr spannend, mit Flüchtlingskindern zu arbeiten und mit ihnen auf Entdeckungsreise zu gehen", spannte sie den Bogen in ihre Heimatstadt Ebern. Auch globales Lernen spiele eine zunehmend wichtige Rolle.

Klaus Mandery bedankte sich bei der Referentin und machte deutlich, dass Naturbegegnungen eine wichtige Voraussetzung sind, dass Kinder eine Beziehung zur Natur, ein Heimatgefühl und letztendlich auch eine Verantwortung für die Natur entwickeln. "Seit mehr als zehn Jahren wird diese Philosophie auch in der Eberner Waldkindergruppe des Bundes Naturschutz erfolgreich umgesetzt", so Mandery.

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