Oberschwappach
Tourismus

Magische Orte auch im Landkreis?

Beim Abt-Degen-Weintal wurden mit Thomas Stadelmann, Udo Vogt und Roger Nüßlein neue Vorsitzende bestimmt. Hermann Kolesch regte die Winzer an, sich an der Aktion "Terroir f" zu beteiligen.
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Das Abt-Degen-Weintal verfügt über eine gewachsene Kulturlandschaft - ein touristisches Potenzial, das werblich mehr ausgenutzt werden sollte, wie der Fachberater empfahl. Foto: Archiv
Das Abt-Degen-Weintal verfügt über eine gewachsene Kulturlandschaft - ein touristisches Potenzial, das werblich mehr ausgenutzt werden sollte, wie der Fachberater empfahl. Foto: Archiv
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Thomas Stadelmann, Udo Vogt und Roger Nüßlein sind die neuen Vorsitzenden des Abt-Degen-Weintals, das ergab die Neuwahl des Winzer-Vereins am Montag im Schloss in Oberschwappach. Stadelmann hatte bereits Anfang des Jahres die Geschäftsführung vom bisherigen Vorsitzenden Bernhard Ruß übernommen, da dieser um Arbeits-Entlastung gebeten hatte.

Vereinigung macht stark

Im Abt-Degen-Weintal haben sich die Winzer und die Kommunen aus Zeil, Ebelsbach, Sand, Knetzgau, Haßfurt und Königsberg zusammengeschlossen, um eine Dachmarke zu entwickeln. In den vergangenen zwei Jahren ist das gelungen, wie Stadelmann im Tätigkeitsbericht aufzeigte.


Dank öffentlicher Fördermittel wurde das Abt-Degen-Weintal als Marke gestaltet mit Logo, Imagebroschüre, Veranstaltungskalender, Genuss-Wander- und Radkarte, den Weinbergstafeln in allen Gemeinden und vielen weiteren Aktionen. Zweimal war die Fränkische Weinkönigin im Abt-Degen-Weintal, einmal Sabine Ziegler und heuer Melanie Dittrich. Beide wurden vom Weinbaupräsidenten Artur Steinmann begleitet, und alle drei waren beeindruckt von der Vielfalt und der Qualität der Winzer.

"Sie werden respektvoll auch im Kernland des Frankenweins wahrgenommen", bestätigte Hermann Kolesch von der Landesanstalt in Veitshöchheim der Versammlung.

Künftig gibt es nicht mehr so viel Geld

Zu dem Bekanntheitsgrad trugen sicherlich Werbemaßnahmen bei, wie der Auftritt auf der Landesgartenschau. Für solche Auftritte wird derzeit ein Messestand konzipiert, "dann sind aber die Fördergelder weitgehend aufgebraucht", erklärte Stadelmann. Man müsse also zusehen, wie man künftig die gemeinsamen Auftritte, vor allem den Veranstaltungskalender, finanziert. Dieser Kalender kommt sehr gut an.

Man könne ihn wohl auch in kleinerer Auflage herstellen, meinten die Versammlungsteilnehmer unisono.
"Das Abt-Degen-Weintal ist aufgestellt, jetzt müssen die Details mit Leben erfüllt werden", appellierte Thomas Stadelmann. So müsse das Logo des Weintals von jedem beteiligten Winzer platziert werden.

Weitere Themen sind eine stets aktuelle Website und Online-Werbung, etwa über Soziale Netzwerke. Ordentliche Arbeit koste aber Geld, deshalb müsse man über die Finanzierung reden. Denkbar wäre auch eine gemeinsame Veranstaltung, regten Udo Rippstein und Birgit Seuffert an. Die Mitarbeiter der Werbeagentur begleiten das Projekt.

Der Herausforderung will sich der neue Vorstand stellen. Zu den drei Vorsitzenden Stadelmann, Vogt und Nüsslein wurden als Vorstandsmitglieder gewählt: Schriftführerin Ulla Schmitt, Kassier Matthias Klauda und die Beisitzer Werner Eller aus Prappach, Rudi Ruß aus Sand, Max Martin aus Ziegelanger, Florian Mühlfelder aus Zell, Hans Hetzel aus Wohnau und Heidi Schick aus Ziegelanger. Die Bürgermeister der beteiligten Kommunen gehören Kraft Amtes zur Vorstandschaft.

Hermann Kolesch bot dem Abt-Degen-Weintal an, sich an der Aktion "terroir f - magische Orte des Frankenweins" zu beteiligen. Bei diesem Konzept, das staatlich gefördert wird, sollen an ausgewählten Punkten in Franken Aussichtspunkte in Weinbergen entstehen.


Landschaft muss vermarktet werden, der Kunde ist Genießer und Wanderer

Kolesch machte deutlich, dass neben der Qualität des Weines die Qualität der Landschaft besser vermarktet werden müsse. Immerhin sei der Weintourist in der Regel ein Mensch, der die Natur genießt, wandert oder Rad fährt. Dass das Abt-Degen-Weintal genau zur richtigen Zeit in gemeinsame Werbung investierte, belegte er mit Zahlen, denn die Tourismuszahlen stiegen 2011 in den Weinregionen um 5,6 Prozent.

Durchschnittlich 76 Euro gibt jeder der so genannten Wein-Touristen direkt für Wein aus. 1,74 Milliarden Umsatz werden im Tourismus in Franken gemacht, rechnete Kohlesch vor.

35 Prozent der Gäste kommen wegen der Landschaft, wobei interessanter Weise in Franken Windräder in der Landschaft akzeptiert werden, in den Alpen hingegen würden sie bei den Touristen auf klare Ablehnung stoßen. Das erklärte Kolesch auf Nachfrage aus der Versammlung.

Dank galt dem bisherigen Vorsitzenden Bernhard Ruß. Er werde das Abt-Degen-Weintal weiterhin nach Kräften unterstützen, versprach Ruß, der als Sander Bürgermeister ja Vorstandsmitglied bleibt.
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