Knetzgau
Unwetter

Lockere Werbetafel bedrohte Autofahrer in Knetzau

Tief "Niklas" ist am Dienstag über den Landkreis Haßberge hinweggefegt. Der Sturm blies mächtig, verursachte aber kaum Schäden. In Knetzgau bestand die Gefahr, dass ein Reklameschild aus 25 Metern Höhe auf Straße oder Rastpark fällt. In Birkenfeld schwoll die Ermetz kräftig an.
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Der Sturm hatte die Werbetafel in Knetzgau rechts oben gelockert. Der Wind bewegte sie immer wieder hin und her. Weil das Teil herabzufallen drohte, sicherte die Feuerwehr die Umgebung.  Foto: Klaus Schmitt
Der Sturm hatte die Werbetafel in Knetzgau rechts oben gelockert. Der Wind bewegte sie immer wieder hin und her. Weil das Teil herabzufallen drohte, sicherte die Feuerwehr die Umgebung. Foto: Klaus Schmitt
Das Sturmtief "Niklas" hat am Dienstag viel Wind gemacht. Böen peitschten über den Landkreis. So manches Schild hielt dem Druck nicht stand und fiel um.Die Autofahrer mussten das Lenkrad ihres Wagens gut festhalten, um nicht aus der Bahn geworfen zu werden. Alles in allem verlief der Sturm indes glimpflich. Verletzt wurde niemand. Die Schäden halten sich in Grenzen.

Die Integrierte Leitstelle in Schweinfurt (ILS), die für die gesamte Region Main-Rhön und damit auch für den Kreis Haßberge zuständig ist und die Rettungs- sowie Feuerwehreinsätze in dem Gebiet koordiniert, zählte von Dienstagmorgen bis in die Abendstunden fünf Einsätze im Landkreis. Im Raum Ebern wurden die Feuerwehren alarmiert, weil im benachbarten Oberfranken ein Strommast umgeknickt war. Nach Lembach (Stadt Eltmann) wurde die Feuerwehr gerufen, weil der Wind ein Dach beschädigt hatte. In Eltmann räumte die Feuerwehr einen Baum auf, der auf eine Straße gefallen war.

Halterung für Schild abgerissen

Gefährlich wurde es am Nachmittag in Knetzgau. Dort hatte sich auf einem etwa 25 Meter hohen Masten ein Werbeschild für den Euro-Rastpark gelockert. Unten war die Halterung abgerissen, und auch die elektrischen Leitungen waren gekappt worden, wie Gruppenführer Holger Hauck von der Knetzgauer Feuerwehr schilderte. Der Wind hielt das Schild in Bewegung. Es schwang im Wind hin und her und drohte herabzufallen.

Die Knetzgauer Feuerwehr, die mit über 20 Einsatzkräften vor Ort war, sperrte deshalb in Absprache mit der Polizei Teile des Rasthofes und die Straße zwischen Knetzgau und der Einfahrt in den Euro-Rastpark.

Erhebliche Folgen möglich

Das Schild ist mehrere Quadratmeter groß und nicht leicht, auch wenn es aus Aluminium ist. Die Folgen wären erheblich gewesen, wenn es Menschen oder ein Auto getroffen hätte.

Beseitigen konnte die Feuerwehr die Gefahr zunächst nicht. Bei dem böigen Wind "wäre es zu gefährlich hochzugehen", sagte Holger Hauck. Die Sicherheit hat Vorrang für Feuerwehrleute. Am späteren Nachmittag, als sich der Sturm legte, wurde erörtert, wie das Schild gesichert werden kann.

Im Maroldsweisacher Gemeindeteil Birkenfeld musste die Feuerwehr mit einer ganz anderen Gefahr fertig werden: mit Wasser. Am Grafenschloss derer zu Ortenburg in Birkenfeld bedrohte am Dienstag das Hochwasser der Ermetz die Mauern des Schlosses und des Schlossgartens zum "Zitronenberg" hin. Mirjam Gräfin zu Ortenburg zeigte sich besorgt, dass Wasser ins Schloss zurücklaufen und die Schlossparkmauer unterspülen könnte.

Sturzflut in der Ermetz

Um die Mauern sanieren zu können, hatte eine Firma vor geraumer Zeit einen Damm errichtet. Dort wurde das Wasser über drei Kunststoffrohre, die im Bachbett lagen, hinter das Schloss in Richtung Neumühle abgeleitet. Auf diese Weise sollte das Bachbett trocken gelegt werden. Das funktioniert nun nicht mehr. Denn die Sturzflut in der Ermetz riss den Damm beiseite und die Abflussrohre unterhalb des Schlosswirtschaftshofes aus ihrer Lage.

Die örtliche Feuerwehr beseitigte unter der Leitung von Kreisbrandinspektor Peter Hegemann und des federführenden Kommandanten von Maroldsweisach, Wolfgang Harnauer, die Gefahrenquelle. Die Kunststoffrohre wurden aus der Ermetz geborgen, um einen Rückstau des Wassers zu verhindern.

In Poppendorf bei Mürsbach wurde durch den Sturm ein Mast geknickt, der auf ein Haus zu kippen drohte, was auch zu kurzzeitigen Stromausfällen im Itzgrund bis nach Breitengüßbach führte. Helfer des THW Bamberg haben in Zusammenarbeit mit dem Bayernwerk-Team aus Ebern mit Spanngurten und Rundhölzern den Mast verstärkt und gesichert, um so ein Umstürzen zu verhindern.

Der Strom wurde über eine Netzersatzanlage (Kompressor) eingespeist. Am heutigen Mittwoch wird laut THW-Mitteilung ein neuer Mast gesetzt.

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