Untermerzbach
Gemeinderat

Leadermittel fließen in die Sanierung

Das Gremium in Untermerzbach stimmt für einen Entwicklungsplan für die Synagoge Gleusdorf .
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Die alte Synagoge in Gleusdorf - hier ein Detail der Fassade - soll saniert werden. Fotos: Helmut Will
Die alte Synagoge in Gleusdorf - hier ein Detail der Fassade - soll saniert werden. Fotos: Helmut Will
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Schon seit etwa 2015 befasst sich der Gemeinderat Untermerzbach mit der Renovierung der Synagoge in Gleusdorf. Auch in der Gemeinderatssitzung am Dienstag war das erneut Thema. Die Gemeinde Untermerzbach wird für dieses Projekt eine Förderung durch "Leader" einem Maßnahmenprogramm der Europäischen Union beantragen, mit dem modellhaft Aktionen im ländlichen Raum gefördert werden.

Bürgermeister Helmut Dietz (SPD) erläuterte, dass in Absprache mit möglichen Fördergeldgebern ein Entwicklungskonzept für die Synagoge ausgeschrieben wurde, um den finanziellen Kostenrahmen dieses Konzeptes zu ermitteln. "Die Kosten ohne Ausstattung bewegen sich in einem Rahmen von etwa 12 000 bis 18 000 Euro", so Dietz. Weiter teilte er mit, dass mittlerweile die Zusage des Regionalmanagements vorliege, dass das Entwicklungskonzept mit Ausstattung für die Synagoge über das Leader-Programm gefördert werden könne.

Dazu sei ein Gemeinderatsbeschluss erforderlich, um weitere Bearbeitung und Auswertungen der eingegangenen Angebote zum Entwicklungskonzept durchzuführen. Weitere Fördergelder für Einzelelemente könnten bei verschiedenen Stellen beantragt werden, sagte Dietz. Das Gremium fasste einen entsprechenden Beschluss und ermächtigte den Bürgermeister und die Verwaltung, in Zusammenarbeit mit dem "Förderverein Synagoge Memmelsdorf" und dem Ausschuss für Kultur und Sport Angebote für das Entwicklungskonzept auszuwerten und Gespräche zu führen.


Ergänzung zu Memmelsdorf

Hansfried Nickel, früherer Vorsitzender des Fördervereins Synagoge Memmelsdorf teilte auf Anfrage unserer Zeitung mit, dass das Projekt "Synagoge Gleusdorf" eine Initiative des Bürgermeisters bzw. des Gemeinderats der Gemeinde Untermerzbach sei. "Das wird von uns als Träger- und Förderverein Synagoge Memmelsdorf sehr begrüßt", freute sich Nickel. Gerne unterstütze man die Gemeinde dabei. Das Projekt mache Sinn, wenn es zur Ergänzung der inhaltlichen Arbeit in der Synagoge Memmelsdorf gesehen wird und dieser Zusammenhang möglichst auch optisch durch Schilder und Hinweise deutlich zum Tragen komme, so Nickel.


Heimat Morgenthaus

Inhaltliche Schwerpunkte könnten das jüdische Leben und die Sozialstruktur einer jüdischen Landgemeinde sein. Außerdem gebe es auch einen Bezug zum jüdischen Friedhof in Ebern, wo der Urgroßvater des ehemaligen US-amerikanischen Finanzministers, Henry Morgenthau (Morgenthau-Plan 1944), begraben sei, der mit seiner Familie als verarmter Jude in Gleusdorf lebte. "Ärmliche Verhältnisse der Juden in Gleusdorf ließen viele im 19. Jahrhundert nach Amerika auswandern", sagte Nickel. Die jüdische Gemeinde wurde 1909 in Gleusdorf aufgelöst und die Synagoge verkauft. Sie wurde fortan als Scheune genutzt.


Freie Bauplätze

Weiter stimmte der Gemeinderat einer Bauplatzordnung für das Baugebiet Gereuth zu. Im dortigen Mischgebiet, wo noch fünf Bauplätze in privater Hand vorhanden sind, könnten Einfamilien- und Zweifamilienhäuser oder Mehrfamilienhäuser gebaut werden, sagte der Bürgermeister. Mehr als zehn Bauplätze stünden dort zur Verfügung.

Auch der Bezirksentscheid im Dorfwettbewerb wirft seine Schatten voraus. Die Itzgrundgemeinde wurde im Jahr 2016 Kreissieger beim Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden - unser Dorf hat Zukunft und hat sich damit für den Bezirksentscheid qualifiziert. Helmut Dietz wies auf ein Seminar im März hin, an dem er und Vertreter der Dorfgemeinschaft "DG Merzbach" teilgenommen haben. Erkenntnisse daraus wurden der Bevölkerung im April im Reisenwebersaal in Untermerzbach übermittelt. "Es ist alles im Werden, aber es gibt noch einiges zu tun, um gewappnet zu sein, wenn am 27. Juni um 12.15 Uhr die Kommission für den Bezirksentscheid zu uns kommt", sagte das Gemeindeoberhaupt.

Da nur wenig Zeit für den Rundgang zur Verfügung stehe, müsse im Ort eine Wegstrecke für die Kommission gefunden werden, bei der alle Vorteile des Ortes präsentiert werden können. Einiges habe man sich schon einfallen lassen, Neues, was beim Kreisentscheid noch nicht zu sehen war.

Schon jetzt geht der Appell des Bürgermeisters an die Bevölkerung: "Kommt bitte am 27. Juni zahlreich und begleitet die Kommission auf ihrem Rundgang."


"Schandfleck" beseitigt

Der Bürgermeister gab bekannt, dass das alte Haus im Mühlweg "entfernt" ist. Damit ist der "Schandfleck", wie das Haus oft bezeichnet wurde, Vergangenheit. Sicher ist dies auch im Hinblick auf den Bezirksentscheid eine erforderliche Maßnahme gewesen.

8190 Euro kostete die Befahrung der Kanalisation mit einer Kamera im Bereich Truschenhof und der Schenkenau, teilte Dietz mit. Über das Ergebnis wurde noch nichts bekannt


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