Der Gospelchor des Gesangvereines Sand 1900 ist längst aus den Kinderschuhen herausgewachsen. Die rund 30 Sänger präsentierten sich im fünften Jahr des Bestehens bestens gerüstet für ihren Auftrag. Den sehen sie darin, die frohe Botschaft ihrem Publikum zu übermitteln, aber nicht so fromm, sondern auch modern. Mittels der Musik möchten die Sänger auch Menschen ansprechen, die der Kirche nicht so nahe stehen. Nach dem Dirigentenwechsel und zum dritten Auftritt in der Pfarrkirche St. Nikolaus wartete der Chor mit einigen Überraschungen auf.
Mit dem traditionellen Gospel "I'm gonna sing" wurde das Programm swingend eröffnet. Vorsitzende Sigrid Klinger wandte sich an das Publikum und stellte das neu-formierte Septett vor, das nun seine Premiere hatte: Mit "Good news" nahm es die Menschen rasch gefangen - der Funke sprang spontan über. Den passenden Kontrast setzte der Chor mit dem modernen, souligen, fast fetzig vorgetragenen Spiritual "Heaven is a wonderful place”. Die erst 15-jährige Sopranistin Jana Pöhlmann aus Bayreuth und Dirigentin Lisa Mehling aus Bischberg interpretierten mit ihren klaren und kräftigen Stimmen "For the beauty of the earth" von John Rutter.

Anschließend folgte ein Song, der die Hoffnung auf die Erlösung zum Ausdruck bringt: das meditative Musikstück "Lord I want to be a Christian”. Samtig-weich und a capella stimmte das Septett in "Let us break bread together" ein. Ein echtes Hörerlebnis!

Sentimental anrührend und voller Blues erklang das bekannte "Burden down Lord". Die eingetretene Stille und Ruhe im Gotteshaus bot die ideale Stimmung für eine weitere poesievolle Interpretation von Jana Pöhlmann und Lisa Mehling: "Pie Jesu" von Andrew Lloyd Webber.

Der meisterliche Pianist Florian Mehling improvisierte am Klavier "Amazing Grace". Nach diesem Zwischenspiel glänzte wiederum die Kleingruppe mit dem Arrangement "Rocks on the mountains"; gefolgt von "Somebody's knocking" nach dem Satz von Helmut Mehling sangen die Frauen von "Hoffnung und Freude". Die rhythmisch betonten "Traditional Gospels" "Down by the riverside" und "Ev'ry time I feel the spirit" breiteten sich in beschwingt federnder Leichtigkeit im Raum aus, gefolgt vom Konzert-Highlight: "You raise me up".

Rhythmen aktivieren das Gehirn, sie fordern eine verstärkte Produktion und Ausschüttung der Glücksbotenstoffe Dopamin, Serotonin und Adrenalin. Interessant war es, in die Gesichter Sänger zu sehen. Jedoch nicht nur sie reflektierten das Strahlen ihrer Dirigentin, sondern auch das Publikum spiegelte die hör- und spürbare Freude des Chores wider. Voller Rhythmus und Fröhlichkeit steckten die beiden modernen Arrangements von Helmut Mehling: "When Israel was in Egypt´s land" und "Joshua fought the battle of Jericho". Wie lebendig die christliche "Popmusik" sein kann, zeigte auch die Zugabe "Rock my soul".

So wurde das Konzert unter der temperamentvollen Gesamtleitung von Lisa Mehling zu einem Klangerlebnis. Das Ensemble hat abermals bewiesen, dass es die Gospelmusik gekonnt den Liebhabern dieses Genres präsentieren kann. Hörbar, sichtbar, ja spürbar ist das tolle Miteinander des Chores, welches in fünf Jahren stetig am Wachsen ist; der "Aufwärtstrend" mit Neuzugängen beim Gesangverein hält an.

Bereits am Muttertag, 13. Mai (Sonntag), singt der Gospelchor aus Sand bei der "Sinnzeit", dem Gottesdienst der Familienseelsorge im Landkreis Haßberge um 18 Uhr in Hofheim.