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Oberschwappach
Vernissage

Kunst in Oberschwappach überwindet Dimensionen

In Schloss Oberschwappach zeigen Barbara Schaper-Oeser und Gabi Weinkauf ihre Kunst-Werke. Die Besucher erleben Zeugnisse eines kreativen Kampfs zweier engagierter Frauen.
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Sie arbeiten in unterschiedlichen Dimensionen und suchen ihren Ausdruck in völlig verschiedenen Feldern, die beiden Künstler-Freundinnen Barbara Schaper-Oeser (links) und Gabi Weinkauf. Sie bestreiten die neue Ausstellung in Schloss Oberschwappach.  Foto: Christiane Reuther
Sie arbeiten in unterschiedlichen Dimensionen und suchen ihren Ausdruck in völlig verschiedenen Feldern, die beiden Künstler-Freundinnen Barbara Schaper-Oeser (links) und Gabi Weinkauf. Sie bestreiten die neue Ausstellung in Schloss Oberschwappach. Foto: Christiane Reuther
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Mit der Ausstellung "2-dimensional" wurde ein weiterer Meilenstein in der langen Reihe der Kunstausstellungen im Schloss Oberschwappach gesetzt. Die Künstler-Freundinnen Barbara Schaper-Oeser und Gabi Weinkauf stellen mit den Titeln "Malerei und Objekt" sowie "Zeichnung und Installation" ein sehr persönliches Programm vor.
Es ist eine Ausstellung, die den Besucher faszinieren kann. Denn hier zeigt sich ein künstlerischer Kampf. Dabei geht es nicht um rein weibliche Kunst, wie die Frauen bei der Eröffnung betonten.

Begiff für moderne Kunst

Durch das Engagement des Ehepaares Eleonore Schmidts-Stumpf und Egon Stumpf von der "Galerie im Saal" in Eschenau ist das Schloss Oberschwappach zu einem in Fachkreisen anerkannten Ort für moderne Kunst weit über die Grenzen des Landkreises hinaus geworden.
Moderne Kunst ist nicht nur in den Metropolen zu Hause, sondern entfaltet auch in der sogenannten Provinz ihre Wirkungskräfte, wie die wechselnden Ausstellungen mit aktueller Kunst im Schloss Oberschwappach immer wieder zeigen.
In seiner Einführungsrede ging Egon Stumpf von der "Galerie im Saal" zunächst auf die Themen "Flächigkeit und Betroffenheit" näher ein. Im Gespräch mit den beiden Künstlerinnen stellte sich Stumpf die Fragen: "Wie entsteht ein Kunstwerk konkret?" Und: "Warum macht sich ein Mensch auf, so etwas Kompliziertes wie ein Kunstwerk zu schaffen?"

Verschiedenste Dimensionen

Die Künstlerinnen suchen, wie Stumpf ausführte, in völlig verschiedenen Feldern ihren Ausdruck und arbeiten in unterschiedlichen Dimensionen. Barbara Schaper-Oeser arbeite vorrangig in der zweiten Dimension. Ihre malerischen Werke bewegten sich streng in der Fläche und seien getragen von einer urwüchsigen Formenkraft. Mit einem plastischen Auftrag von Material- und Farbschichten ergibt sich für sie die Möglichkeit, sich in eine reale dritte Dimension auszudehnen, erläuterte der Galerist.
Mit ihrer Objekte-Reihung "Zeitlebens - Lebenszeit" mit Stelen aus Blei und mit Schrift-, Noten- und Silberstiftzeichnungs-Collagen sowie Kästen mit Kleinobjekten begebe sie sich auf eine Zeitreise durch die vielen Jahre ihres künstlerischen Wirkens.
Als Ergänzung zeigt Barbara Schaper-Oeser neben weiteren Bleiobjekten ihr "kleines Waldstück", bestehend aus flachen Metallblättern auf langen Stielen montiert. Jedes einzelne bleibt in seiner eigenen Fläche, die zusammen den Raum füllen.
Mit gerollten Zeitungen auf einem raumgreifenden Metallgestell und einem Stapel mit gealterten Zeitungen beschäftigt sich die Künstlerin unter dem Thema "Schnelles Vergessen" mit dem Phänomen der Zeit.
Die heutige Arbeitsweise von Barbara Schaper-Oeser sei, wie die Gäste erfuhren, ein Resultat aus ihren Eindrücken bei vielen Aufenthalten in der Wüste Afrikas, der Sahara. Ein Weg aus realistischer Ausdrucksform in die abstrakte Malerei aus theoretischen Gedankenspielen, aber auch aus praktischen Versuchen und Erfahrungen.

Sehr persönlich geprägt

Gabi Weinkauf bestätige sich als interdisziplinäre Künstlerin durch die Auswahl ihrer Themen und Arbeitsweisen, die allesamt aus einem sehr persönlichen Erfahrungshintergrund einer Frau entspringen. Insbesondere das "Hemdchenbild" sei eines ihrer markanten Merkmale. "Frau genäht" und "Eingemachtes" stünden als kleine Werke für das Umfeld einer gewissen Häuslichkeit.
Durch die Materialien Zement und Spitze würde es so stark entfremdet, dass Anklänge aus einer anderen Welt hereinspielen. "Waidmannsheil" beispielsweise sei eine Reihung vieler Geweihe, die als ehemalige Jagdtrophäe aus einer Männerwelt in die häusliche Domäne eindrangen.

Perfekte Illusion

"Sehnsucht", ein Video im Koffer, stehe für die perfekte Illusion einer heutigen Sucht nach Ferne. Hier zeigt sich eine gesellschaftskritische Dimension im Werk der Künstlerin, die ganz im heutigen Alltag verbleibt und nicht nach den Sternen greift.

Formale Spielereien entwickelte die Künstlerin Gabi Weinkauf, die lange Jahre in Zeil gelebt hat, mit ihren genähten Registerbuchstaben-Collagen und den Aktendeckeln. Anreize optisch auffälliger Formelemente sind laut Aussage der Künstlerin wichtig für die Entstehung ihrer Kunstwerke. Möglicherweise wichtiger als inhaltliche Überlegungen, die sich geboren aus einer unbewussten Paarung dazu gesellen.


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