Ebern
Schlittschuhbahn

Kufenflitzer müssen ausweichen

Trotz der Frostgrade steht die Eiswiese in Ebern nicht für den Wintersport bereit. Die Begründung der Stadt klingt verblüffend: Die Witterung sei schuld!
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Samuel (vorne) und Just sind auf dem Mühlbach mit ihren Schlittschuhen unterwegs. Die Eiswiese sei zu holprig, sagen sie.  Foto: Helmut Will
Samuel (vorne) und Just sind auf dem Mühlbach mit ihren Schlittschuhen unterwegs. Die Eiswiese sei zu holprig, sagen sie. Foto: Helmut Will
Eine Bürgerin aus Ebern, Edith Fuchs, hat sich an unsere Zeitung gewandt und moniert, dass die Eiswiese in Ebern nicht geeignet ist, dort Schlittschuh zu laufen. Das findet sie schade, da die Temperaturen geeignet wären, die Wiese entsprechend zu fluten. "Klirrend kalt, trockene Temperaturen, Sonnenschein und nur wenige Schlittschuhläufer auf dem Eis", sagt sie. Wo ist die Hilfe der Stadt, wo die der Feuerwehr?, fragt die Seniorin. Sie findet es schade, dass "der schöne Wintersport Eislauf in Ebern so vernachlässigt wird."

Sie erinnert sich, dass es zu früheren Zeiten für Jung und Alt, gelegentlich auch am Abend bei Flutlicht und mit Bratwurststand, ein Vergnügen gewesen sei, sich an der Eiswiese zu treffen. Und sie meint noch: "Vielleicht möchte ja auch manches Kind seine Schlittschuhe anschnallen, die es vielleicht zu Weihnachten geschenkt bekommen hat."


Viele Unebenheiten

Tatsächlich ist es so, dass die Eiswiese gegenwärtig nur in Teilen geringe Möglichkeiten zum Eislaufen bietet, diese Flächen aber teilweise holperig und mit Schnee bedeckt ist. Deshalb weichen Kinder auf den angrenzenden Mühlbach aus, um dort ihre Bahnen ziehen. Am Dienstagnachmittag waren dort der zwölfjährige Samuel aus Ebern und sein elfjähriger Freund Just aus Heubach unterwegs. "Ist das nicht zu gefährlich, auf dem Bach Schlittschuh zu laufen?"

Nein, sagen beide, das Eis sei dick genug, auch der Vater eines der Kinder hätte das mit ihnen getestet. Allerdings steigen die Temperaturen inzwischen wieder, und solch ein Test ist immer nur eine Momentaufnahme.
Samuel sagt: "Ich fahre gerne Schlittschuh, wir sind auf den Bach gegangen, weil es auf der Eiswiese nicht so schön ist."


Zu viele Fußabdrücke

Da wären zu viele Fußabdrücke im Eis und man könne nur an wenigen Stellen normal fahren. Auch der vereiste Schnee störe beim Schlittschuhlaufen. Auf dem Bach liege zwar auch etwas Schnee, aber es sei viel glatter als auf der Eiswiese.

Was stellt er sich für die Eiswiese vor? "Dass die nochmal neu beflutet wird", sagt Samuel und sein Kumpel Just nickt zustimmend. Er teilt die Freude am Schlittschuhfahren mit seinem Freund Samuel. "Auf dem Bach kann man eine längere schöne gerade Fläche fahren, und es ist nicht so uneben wie auf der Eiswiese", sagt der Bub.
Ihr einhelliger Wunsch an die Stadt Ebern lautet, nochmal die Eiswiese zu fluten. "Das muss aber schnell passieren, solange es so kalt ist", sagt Just noch.


Mehrere Faktoren spielten mit

Eberns Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) erklärte auf Anfrage, dass auch die Witterung etwas Schuld habe. So sei die Eisfläche, noch bevor sie richtig fest war, schon genutzt worden, was der Oberfläche letztlich geschadet habe. "Zudem hatten wir Probleme mit dem Wasserzulauf, der Bach hatte zu wenig Wasser", sagte der Bürgermeister.

Geplant sei eine Aktion mit der Feuerwehr gewesen, was dann wegen der großen Kälte Probleme bereitete. Er wolle sich mit dem Bauamt und dem Bauhof abstimmen, was man nun tun könne.

Bauhofleiter Christian Raehse teilte auf Anfrage mit, dass es, nachdem die Wiese geflutet war, auf das anfrierende Eis schneite und deshalb keine glatte Eisfläche entstehen konnte. Eislaufen wäre derzeit auf den Bächen möglich, dort sei das Eis 15 bis 20 Zentimeter dick, sagte Raehse. Ob sich die Stadt nochmals bemüht, auf der Eiswiese "für Eis zu sorgen", bleibt offen.
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