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Breitbrunn
Gemeinderat

Kottendorf erhält ein Gemeinschaftshaus

Trotz etlicher Fragezeichen winkt das Ratsgremium in Breitbrunn den Plan für den Bürgertreff und den Feuerwehrstellplatz in Kottendorf durch.
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Blick auf Kottendorf, wo das Gemeinschaftshaus am Spielplatz (vorne rechts) errichtet werden soll. Foto: Günther Geiling
Blick auf Kottendorf, wo das Gemeinschaftshaus am Spielplatz (vorne rechts) errichtet werden soll. Foto: Günther Geiling
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BreitbrunnDer Neubau eines Gemeinschaftshauses mit Errichtung eines Stellplatzes für die Feuerwehr Kottendorf stand im Mittelpunkt der Sitzung des Gemeinderates Breitbrunn unter Leitung von Bürgermeisterin Gertrud Bühl (FW) und führte zu längeren Diskussionen. Während die einen mit den Informationen, vorgelegten Zahlen und der Kostenaufstellung nicht zufrieden waren und für eine Vertagung des Tagesordnungspunktes plädierten, meinten die anderen, dass es nur um die Entscheidung über den Bauplan gehe. Eine Vertagung wurde deswegen mit 5:8 Stimmen abgelehnt und der Bauantrag wurde am Ende mit 8:5 Stimmen befürwortet.
Die Bürgermeisterin erinnerte daran, dass dieser Punkt schon öfter auf der Tagesordnung stand und man auch eine Bauvoranfrage an das Landratsamt eingereicht habe. Sie habe mit den Kottendorfer Bürgern vor Ort bereits eine Grobplanung abgesprochen, die nun noch etwas abgeändert worden sei. "Die Kottendorfer wünschen sich seit langem einen Bürgertreffs. Es hätten sich auch Freiwillige gefunden, die ehrenamtlich mithelfen und die Führung des Hauses übernehmen wollen.
Unmittelbar an das Haus solle ein Stellplatz für die Feuerwehrspritze angebaut werden. Das reiche aus, weil die Kottendorfer ihre Spritze mit dem Traktor befördern. Man habe sich vor Ort auch über die Kanalsituation, den Verlauf des Steuerungskabels des Wasserzweckverbandes informiert und den Bau digital abgesteckt. Im Gemeinschaftshaus gebe es zwei Toiletten für Damen mit einer Behindertentoilette und eine Herrentoilette, einen kleinen Küchenbereich mit 11 Quadratmetern und einen Kühlraum mit 3,48 Quadratmeter. Dazu kämen verschiedene Eingänge und der Haupteingang erfolge von der Straße aus.


Drei Türen?

Bei der Begutachtung des Planentwurfs stellte Gemeinderat (GR) Robert Melber (FW) gleich die Frage "einen Lagerraum mit 3 Türen? Wo willst du da noch etwas lagern?" GR Frank Fella (BNL) interessierte für den Bereich der Feuerwehr, ob man da auch so große Auflagen bekommen könnte wie in Lußberg. Dies verneinte die Bürgermeisterin. Grund dafür sei, dass man hier nur eine Tragkraftspritze habe und nicht ein Auto wie in Lußberg. Man baue hier auch ohne den entsprechenden Zuschuss. "Wenn wir Zuschuss wollten, müssten wir vielleicht anders bauen." Es sei aber alles mit Kreisbrandinspektor Peter Pfaff abgesprochen.
Bürgermeisterin Bühl ging auch auf die Kostenschätzung ein, die mit 272 000 Euro ausgewiesen sei, wenn man die Arbeiten an Firmen vergebe. Die reinen Materialkosten sind auf 106 000 Euro geschätzt. Das Amt für ländliche Entwicklung mit Baudirektor Peter Kraus habe telefonisch eine Förderung von 50 Prozenrth in Aussicht gestellt, höchstens aber 150 000 Euro. Dabei würden auch die Eigenleistungen der Bürger mit 10 Euro pro Stunde in eine Förderung mit 50 Prozent einberechnet. Hierzu legte sie auch eine Helferliste vor. Für den Anteil der Feuerwehr bekomme man jedoch nichts.
"Wenn wir also viel Eigenleistung machen, kommen wir günstiger weg. Aber wir brauchen auch zu gewissen Arbeiten Firmen. Heute gehe es erst einmal nur um den Bauplan. Was diese Investition der Gemeinde koste, wisse sie jetzt noch nicht, da es nur um eine Schätzsumme gehe.


Detailfragen zu den Plänen

GR Manfred Wolf (UK) hielt es für positiv, wenn sich die Bürger engagieren wollten. Ihn interessiere es aber, welche Leistungen sie erbrächten und noch mehr wolle er wissen, was auf die Gemeinde an Geldleistungen zukomme. GR Georg Kundmüller (UK) ging auf die Gesamtsumme von 272 000 Euro ein. Es stelle sich aber die Frage, ob hier die Inneneinrichtung mit Küche, Tischen, Bestuhlung und anderen Dingen schon eingerechnet sei. Außerdem stehe als Heizung ein Holzofen im Plan. Das funktioniere aber nicht, denn auch Nebenräume wie Küche oder Toilette müssten ja geheizt werden.
Dazu meinte Bürgermeisterin Bühl, dass in den Toiletten vielleicht auch Frostwächter reichten. Die habe man auch im Jugendraum, aber im Detail sei da noch nichts besprochen. "Für mich bestehen hier noch zu viele Fragezeichen und deswegen bin ich nicht in der Lage heute einen Beschluss zu fassen", meinte GR Christine Kuchenmeister (CSU) und GR Michael Geiling (CSU) erinnerte daran, dass man den Bau noch nicht beschlossen habe, sondern nur eine mögliche Planung. Es sei auch über Kosten und Finanzierung noch nichts Näheres gesagt worden. Dies sei aber wichtig, weil es auch um die Frage gehe, "was wir uns leisten können und wollen".
GR Thomas Bendner (FW) unterstrich, dass man schon immer gesagt habe, die Kottendorfer unterstützen zu wollen. "Wir können doch heute den Bauplan beschließen, abspecken können wir dann immer noch." Das sah ein Großteil der Gemeinderäte aber anders. "Das ist doch ein Plan, der zur Genehmigung geht. Da kann ich doch nachher nicht wieder mit Änderungen kommen", meinte GR Georg Kundmüller als Fachmann für Planungen.
"Außerdem kann ich doch einen Plan nicht beschließen, ohne dass ich mir über die Kosten im Klaren bin. Ich möchte Kostentransparenz und möchte als Gemeinderat wissen, was es kostet und will wissen, was auf die Gemeinde zukommt." Wenn für die Inneneinrichtung noch einmal 40 000 Euro dazukomme, sei man schon bei über 300 000 Euro und für solch eine Summe könne man sich für die Entscheidung bis zur nächsten Sitzung Zeit lassen.
GR Michael Lang (UK) sah dies ähnlich "wenn wir den Plan heute durchwinken, können wir doch hinterher nicht noch einmal abspecken." GR Thomas Bendner sah dies etwas anders, denn bei der Inneneinrichtung komme es meist darauf an, was man dann noch "für Kohle" übrighabe. Natürlich werde noch viel dazukommen.
GR Ralf Hofmann (FW) zeigte sich dagegen mit den vorgelegten Zahlen zufrieden "damit kann ich abchecken, wo wir uns bewegen". In diesem Zusammenhang warf Bürgermeisterin Bühl noch ein, dass sie sich vorstellen könne, dass sich bei der Inneneinrichtung der Ortsverschönerungsverein Kottendorf engagieren werde.


"Unter Vorbehalt"

Zweiter Bürgermeister Thomas Schlee (FW) sprach sich dafür aus, dem Bauantrag "unter Vorbehalt" zuzustimmen und in der nächsten Sitzung im nichtöffentlichen Teil die Kosten noch einmal genauer abzustimmen. Dabei könnte man auch überlegen, ob man bei der Heizung eine Wärmepumpe einbauen könnte, eine richtige Kühlzelle baue oder nur einen Raum mit Kühlschränken und die weiteren Kosten genau auflisten. Das wäre eine Absicherung für den Gemeinderat, aber auch für die Kottendorfer. Für GR Manfred Wolf "wären Zahlen wichtig. Allein unter Eigenleistung kann ich mir keine Zahlen vorstellen. Das ist alles zu vage und deswegen sollten wir den Tagesordnungspunkt auf die nächste Sitzung verschieben.


"Gebranntes Kind"

GR Michael Lang befürwortete das Gemeinschaftshaus an sich, "aber ich bin ein gebranntes Kind. Beim Steinbruchsweg wurde uns auch etwas vorgelegt, was sich dann nicht bewahrheitet hat. Es ist alles anders geworden, wie man uns beim A- und B-Vorschlag vorgelegt hat. Es wäre schön, wenn wir eine detaillierte Kostenaufstellung hätten, dann könnten wir auch beschließen."
Zuerst wurde dann der Antrag auf Vertagung des Tagesordnungspunktes zur Abstimmung gestellt, der mit 5:8 Stimmen keine Mehrheit erhielt. Der Gemeinderat beschloss dann mit 8:5 Stimmen dem Bauantrag das Einvernehmen zu erteilen und zur Genehmigung an das Landratsamt Haßberge weiterzuleiten.


Sichtprobleme

Bürgermeisterin Gertrud Bühl informierte dann noch über Gespräche mit dem Leiter der Abfallwirtschaft, Wilfried Neubauer, über Erleichterung der Grünschnitt-Einbringung am Wertstoffhof. Hierzu solle man eine Planung erstellen. Die Baudurchführung solle über die Gemeinde geschehen und eventuell beteilige sich die Abfallwirtschaft.
GR Michael Geiling überbrachte Wünsche von Bürgern für die Ausbesserung der Fahrbahn in der "Utzstraße" und Sichtprobleme an der Einmündung am Doktorshof.
GR Georg Kundmüller erinnerte an seinen Antrag aus der letzten Gemeinderatssitzung, den Ausbau des "Steinbruchweges" erneut auf die Tagesordnung zu setzen und stellte diesen erneut. Bürgermeisterin Gertrud Bühl teilte hierzu mit, dass zu diesem Punkt ein weiterer Antrag von GR Geiling an die Verwaltung gerichtet wurde und dieser im Moment bearbeitet werde.

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