Memmelsdorf
Werksbesichtigung

Konzept und Logistik mit Schliff

Die Firma Rösler Gleitschlifftechnik im Untermerzbacher Gemeindeteil Memmelsdorf präsentierte sich bei einem Rundgang von CSU-Politikern .
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In der "internen Logistik" erfuhren die Teilnehmer, das vieles vollautomatisch verläuft und über Codes gesteuert wird. Foto: Günther Geiling
In der "internen Logistik" erfuhren die Teilnehmer, das vieles vollautomatisch verläuft und über Codes gesteuert wird. Foto: Günther Geiling
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"Das war heute eine spannende Besichtigung und ich bin total begeistert, welche Hidden Champions wir in unserer Region haben." Diesen Eindruck äußerte Staatssekretärin Dorothee Bär nach einer Werksbesichtigung bei der Firma Rösler-Oberflächentechnik GmbH in Memmelsdorf, die sie zusammen mit den CSU-Ortsverbänden Ebern und Untermerzbach unternahm. Auch das Unternehmen Rösler sei eine Größeauf dem Weltmarkt und nur deswegen nicht so bekannt wie andere Firmen von ähnlicher Bedeutung, weil es an den Endverbraucher liefert.

Die Werksbesichtigung stieß auf großes Interesse und die beiden CSU-Vorsitzenden Gabi Rögner, Ebern, und Birgit Finzel, Untermerzbach, fanden sich in Begleitung von 38 weiteren Personen.
Der Bereichsleiter für Zentrale Organisation bei Rösler, Prokurist Marcus Henkel, präsentierte die Firma und sprach über deren Geschichte. Das Familienunternehmen sei von Richard Stephan im Jahre 1933 gegründet, dann von dessen Sohn Roland Rösler weiter ausgebaut worden und seit 1995 werde es von Stephan Rösler geleitet. Die Wiege des Unternehmens stand zwar in Bad Staffelstein, aber Anfang der 80er Jahre sei hier in Memmelsdorf die Produktion ausgebaut worden.


Weltweit erfolgreich

Heute beschäftige die Unternehmensgruppe weltweit insgesamt rund 1600 Mitarbeiter mit 16 Niederlassungen in Ländern wie Frankreich, Italien, der Schweiz, aber auch in USA, Indien oder der Türkei. Einen Vertrieb gebe es zum Beispiel auch für Brasilien, China und Russland mit weiteren 150 Repräsentanten in der ganzen Welt. In Deutschland allein habe man 1000 Mitarbeiter, davon mehr als 800 im Werk in Memmelsdorf. Im Werk in Bad Staffelstein befänden sich das zentrale Rechnungswesen, die Personalabteilung sowie die Schleifkörperproduktion.

Der Bereichsleiter hob hervor, dass die Rösler-Oberflächentechnik weltweiter Marktführer in der Herstellung von Gleitschliff- und Strahlanlagen sei. Die Verbindungen seien sehr vielfältig, gingen natürlich in die Automobilindustrie, aber auch in die Medizintechnik und Luftfahrt. Erst vor einiger Zeit habe man einen Großauftrag der Meyer-Werft erhalten, welche die großen Kreuzfahrtschiffe baue. Anwendungsbeispiele für die Medizintechnik seien Implantate oder Hüftgelenkköpfe, die mit dem sogenannten "Drag Finishing" keinerlei Geometrieveränderungen erfahren würden. Die Technik bewirke eine perfekt glatt geschliffene und hochglanzpolierte Oberfläche.


Langfristig orientiert

Marcus Henkel ging auch auf die Philosophie des Familienunternehmens auf dem Gebiet der Oberflächentechnik ein. Der besondere Slogan sei dabei "finding a better way". Dabei stehe eine langfristig orientierte und nachhaltige Denkweise vor kurzfristig orientiertem Gewinnstreben. Im Wettbewerb mit anderen Unternehmen wolle man attraktiver sein und als weltbestes kundenorientiertes Unternehmen beste Qualität liefern, besten Service leisten und innovativ sein. "Dies kommt in der großen Kundenzufriedenheit zum Ausdruck: Immer wieder innovativer werden und den Abstand zu den Mitbewerbern vergrößern", erklärte Henkel. Dazu brauche man eine vernünftige Logistik.


Die Infrastruktur

"Früher haben große Unternehmen kleine gefressen, heute werden schnellere aber langsamere schlucken", drückte es Prokurist Henkel bildlich aus. Für das eigene Unternehmen stellte er heraus, dass man auf einem guten Wege sei und den Gesamtumsatz auf nahezu 270 Millionen Euro gesteigert habe.In diesem Zusammenhang erwähnte er auch die Bedeutung des Breitbandausbaues und von LTE, die Verkehrsanbindung an die Autobahnen, aber auch die interne Logistik.
Die Besucher konnten Einblick in die Serverstation nehmen und sich über die Sicherung gegen jegliche Schäden informieren. Auf ein anderes Wunderwerk traf man im Hochregallager mit einer Länge von 90 Metern, einer Höhe von 26 und einer Breite von 15 Metern. Auf 17 Ebenen gebe es hier eine Lagerkapazität von 7741 Paletten und vollautomatisch würden hier täglich 550 Paletten mit Maschinen- und Ersatzteilen sowie Verfahrungsmitteln nach draußen und 600 nach innen verlagert, berichtete Hnkel.
Damit die Kundenwünsche schnellstmöglich erfüllt würden, werden täglich bis zu 60 LKW durchgeschleust. Dabei habe man selbst noch einen kleineren Fuhrpark von 16 Fahrzeugen und vor allem sei es ein großer Vorteil für das Unternehmen, dass man zertifizierter Betrieb für Luftfracht sei.
Beim Thema Logistik war MdB Dorothee Bär angesprochen, die ja parlamentarische Staatsekretärin für Verkehr und digitale Infrastruktur ist, aber auch Koordinatorin der Bundesregierung für Güterverkehr und Logistik. Sie wies auf die Bedeutung des Bundesverkehrswegenetzes, aber auch auf den Ausbau auf der Schiene und den Wasserstraßen hin. Auch hier sehe man, wie wichtig eine gute Verkehrsanbindung für Betriebe sei, damit sie nicht in Ballungszentren abwanderten.
Mit einer guten digitalen Infrastruktur könne man gleiche Lebensverhältnisse für Stadt und Land erreichen, zumal die Unternehmen auf dem Land auch größere Erweiterungsmöglichkeiten und die nötige Beinfreiheit für weitere Arbeitsplätze hätten.
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