Junkersdorf bei Haßfurt
Kultur

Kommunbrauer machen Fass auf

In Junkersdorf bei Königsberg trafen sich Vertreter aus neun kommunalen Braustätten und probierten ihre Biere.
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Fass für Fass wurden acht Biere aus Kommunbrauereien im Landkreis probiert. Der "Test" fiel durchweg positiv aus.  Fotos: Gerold Snater
Fass für Fass wurden acht Biere aus Kommunbrauereien im Landkreis probiert. Der "Test" fiel durchweg positiv aus. Fotos: Gerold Snater
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Früher hatte fast jede kleine Gemeinde ihr eigenes Brauhaus, in dem Bier hergestellt wurde. In etlichen Gemeinden sind diese Brauhäuser in Vergessenheit geraten, verkamen zu Ruinen oder wurden sogar abgerissen. In den vergangenen Jahren haben sich aber viele kleine Dörfer an diese Tradition des Bierbrauens im eigenen Brauhaus erinnert und so manches Kommunbrauhaus wurde zum Leben erweckt. Im Kreis Haßberge gibt es mittlerweile zehn kommunale Braustätten. Die Brauerfreunde aus neun davon trafen sich dieser Tage in Junkersdorf bei Königsberg.

Die Brauerfreunde aus Junkersdorf (a.d.W.), Üschersdorf, Dörflis, Höchstädten, Buch, Junkersdorf (Königsberg), Unfinden, Brünn und Rügheim nahmen teil. Geistiger Vater der Veranstaltung, die zum neunten Mal stattfand, ist Biersommelier Norbert Hümmer aus Neubrunn, der diese Art Treffen ins Leben gerufen hat und sie seit neun Jahren fachlich und mit "Geschick" begleitet.

Landrat Wilhelm Schneider und Bürgermeister Claus Bittenbrünn würdigten das Brauen als Teil der Kulturpflege. Damit habe der ländliche Raum eine Besonderheit. Da drei der zehn Braustätten des Landkreises im Stadtgebiet von Königsberg liegen, bezeichnete Bittenbrünn Königsberg sogar als das "Zentrum der Kommunbrauer im Landkreis". Im Lauf des Abends wurden acht selbstgebraute Biere verkostet und "bewertet". Von hell bis dunkel, mit und ohne Rauchmalz, ober- und untergärig, hopfig und mild reichte das Angebot aus den Fässern.
Alle Bierverkoster waren sich einig, dass sich die Biere seit den Anfängen zu echten Qualitätsprodukten entwickelt haben, die den Vergleich mit Profibieren nicht scheuen müssten und diese in ihrer geschmacklichen Vielfalt vielleicht sogar überträfen.

Norbert Hümmer merkte dazu an, dass der neudeutsche Begriff "Craft Beer" (handwerklich gebrautes Bier) die Basis des Kommunbrauerhandwerks sei und nicht nur ein Werbeslogan der Bierindustrie. Sein Originalzitat: "Kommunbrauer sind die wahren Craft-Beer-Brauer".
Bei der Besichtigung des Junkersdorfer Brauhauses unter der Führung von Braumeister Michael Schad wurde die Darre von Hümmer als große Besonderheit entdeckt. Sie könnte reaktiviert werden - mit relativ geringem Aufwand. So könnten die Kommunbrauer des Landkreises sogar ihr Malz selbst herstellen.
Landrat Schneider stellte hierzu eine Unterstützung seitens des Landkreises in Aussicht. Ebenso regte der Landrat an, dass versucht werden sollte, zu Hausbrauerkollegen im benachbarten Thüringen Kontakte und Partnerschaften aufzubauen, um die Hausbrauerkultur weiter zu fördern und gemeinschaftlich neue Wege zu gehen.
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