Köslau
Denkmal

Köslau: Altes Brauhaus gewinnt

Früher wurde Bier gebraut, heute sollen hier Touristen komfortabel wohnen können. Für das Konzept bekam das Ehepaar Schuhmann einen Förderpreis.
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Die ehemalige Brauhalle, heute Gemeinschaftsraum.  Fotos: Andreas Lösch
Die ehemalige Brauhalle, heute Gemeinschaftsraum. Fotos: Andreas Lösch
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Wer öfters mal durch den Kreis Haßberge tingelt und in den Ort Köslau gelangt, gerät flugs ins Staunen. Am westlichen Ortseingang erblickt der Besucher ein Sandsteinhaus. Schlicht, schön und - jetzt wieder - in richtig gutem Zustand. Das um 1850 erbaute Alte Brauhaus in dem Königsberger Stadtteil wurde aufwändig renoviert. Innen befinden sich hochwertig ausgestattete Ferienappartements, sie sollen Besucher von weit her in ein kleines Dorf im Nirgendwo inmitten des Naturparks Haßberge locken.


Rennweg lockt Urlauber

Mutig, denkt sich der Besucher. Und das soll funktionieren? Ja, sagt Silvia Schuhmann. Die Buchungszahlen seien gut, der nahe gelegene Rennweg als Tourismus-Marke bringe zusätzliche Aufmerksamkeit.
Sie hat das Gebäude mit ihrem Mann Thomas im Jahr 2011 gekauft, gemeinsam haben sie es in etlichen Arbeitsstunden zu dem gemacht, was es heute ist: Ein (seit gestern preisgekröntes) Urlaubsziel für Ruhe suchende Erwachsene, das moderne Innenausstattung und alte Bausubstanz vereint (Thomas Schuhmann ist Schreinermeister und spezialisiert auf Innenausbau sowie Denkmalpflege). Gestern Nachmittag bekamen die Schuhmanns den "Förderpreis der Kulturstiftung des Bezirks Unterfranken zur Erhaltung historischer Bausubstanz" verliehen, weil sie jenes oben beschriebene Konzept so konsequent umgesetzt haben.


"Wertvolles Stück Heimat"

Dieses Engagement ist laut Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel, der die mit 25  000 Euro dotierte Auszeichnung überreichte, "ein wichtiger Beitrag zum Qualitätstourismus in den Haßbergen". Aber vor allem hätten die Schuhmanns "ein wertvolles Stück Heimat für uns erhalten". Die aus dem oberfränkischen Scheßlitz stammende Familie wohnt seit 2003 in Köslau. Zudem wurden gestern fünf weitere Preisträger aus dem Bezirk mit dem Förderpreis gewürdigt.

Königsbergs Bürgermeister Claus Bittenbrünn freute sich während seiner Laudatio auf die Schuhmanns dermaßen, dass man glauben könnte, er habe den Preis selbst gewonnen. Und ein bisschen hat er das auch, denn er ist seinen Aussagen zufolge überzeugt davon, dass solche Projekte wie die Renovierung des Alten Brauhauses in Köslau die gesamte Stadt Königsberg, letztlich den ganzen Landkreis Haßberge voran bringen: "Was wären unsere Städte und Dörfer ohne diese historischen Gebäude", sagte er. Es seien Wahrzeichen, die Geschichte greifbar machten, auch und gerade im ländlichen Raum . "Mir selbst und der Stadt wünsche ich mehr Bauherren von Ihrer Sorte", sagte er.
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