Königsberg in Bayern
Geschichte

Königsberg öffnet neue Ausstellung

Die Stadt hat am Salzmarkt eine umfassende Sammlung über den berühmten Mathematiker und Astronomen Regiomontanus konzipiert.
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Viel Material zum Leben und Wirken von Regiomontanus ist in der Dauerausstellung zu sehen.  Fotos: Gerold Snater
Viel Material zum Leben und Wirken von Regiomontanus ist in der Dauerausstellung zu sehen. Fotos: Gerold Snater
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Regiomontanus, 1436 in Königsberg als Johann Müller geboren, war ein bedeutender Wissenschaftler des 15. Jahrhunderts. In seiner Geburtsstadt Königsberg erinnerten bisher nur die Regiomontanusstatue auf dem Marktbrunnen und die Regiomontanus-Grundschule an den großen Sohn der Stadt. Das Gymnasium in Haßfurt und die Fachoberschule in Coburg tragen auch seinen Namen. Jetzt ist in Königsberg eine Ausstellung hinzugekommen, die nicht nur das Leben des Mathematikers und Astronomen, sondern auch sein umfassendes Wirken zeigt. In der ehemaligen Neuapostolischen Kirche am Salzmarkt wurde ein bleibende Regiomontanusausstellung eröffnet.

Dass diese Ausstellung schon im Vorfeld auf großes Interesse stieß, zeigt der hochkarätige Besuch, den Bürgermeister Claus Bittenbrünn (FW) empfing.
Neben Professor Alfred Holl aus Regensburg und Chriska Wagner, Geschäftsführerin des Vereins zur Förderung von Kunst und Kommunikation Nürnberg, waren auch Norman Schmidt von der Sternwarte Nürnberg und Pierre Leich, Präsident der Simon-Marius-Gesellschaft in Nürnberg gekommen. Peter und Traudl May haben mit viel persönlichem Engagement die Ausstellung aufgebaut.

Bittenbrünn ging auf die Beziehung Regiomontanus' zu seiner Heimatstadt und die geschichtlichen Verhältnisse ein, in die er hineingeboren wurde. Zusammenfassend meinte er dazu: "An dieser Stelle sei nur noch gesagt, dass Königsberg zurecht stolz sein darf auf seinen nicht nur berühmten, sondern auch aufgeklärten, begabten, denkfähigen und erfinderischen Sohn, der sein Wissen auf der ganzen Welt verbreitet hat".

Bittenbrünn ließ die langwierige Entstehungsgeschichte der Regiomontanusausstellung Revue passieren, die, nachdem das ursprünglich vorgesehene "Regiomontanum" aus finanziellen Gründen nicht verwirklicht werden konnte, mit dem einmaligen Engagement von Peter und Traudl May zu einer guten Lösung gebracht wurde. "Sie haben in akribischer Kleinarbeit diese Ausstellung zusammengetragen, liebevoll alle Tafeln gestaltet, getextet und geschrieben. Sie haben Ausstellungsstücke gesammelt und als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt", lobte er.

Er fasste die neue Ausstellung mit den Worten zusammen: "Wir haben eine Ausstellung, die etwas für Wissenshungrige sein soll, für Forschende, die auch einmal ein Buch oder eine Veröffentlichung lesen möchten, für Touristen, die Königsberg und seine Geschichte erleben und entdecken möchten, und für alle Königsberger, die an ihrer Heimat hängen, mit ihr verbunden sind und sie lieben."

Mit Regiomontanus beschäftigte sich auch Pfarrerin Claudia Winterstein, die zusammen mit Pfarrer Peter Hohlweg die Ausstellung segnete. Sie war sich sicher, dass diesen die Himmelskörper so sehr in den Bann gezogen haben, dass er sie erforschte. "Das, was er über sie herausgefunden hat, war seinerzeit bahnbrechend. Und ich finde es ganz toll, dass Regiomontanus in unserer Stadt nicht nur ein steinernes Denkmal hat, sondern auch mit einem Museum gewürdigt wird", sagte sie.

Wie dieses Museum, diese Ausstellung entstanden ist, darauf ging der fast 85-jährige Peter May selbst ein. Dabei stellte er heraus, dass es ihm in erster Linie nicht darum ging, was Regiomontanus geleistet hat, sondern wie er zu seinen Erkenntnissen gekommen ist. Besonders bedankte er sich bei seiner Frau Traudl, die ihm eine große Hilfe war und viele Bilder und Texte bearbeitet und diese dann handschriftlich festgehalten hat.

Abgerundet wurde die Vorstellung mit einem Gedicht von Traudl May, die die Entstehung der Ausstellung in Versform zusammenfasste. Stellvertretender Landrat Michael Ziegler (CSU) betonte, dass der Landkreis mit der Ausstellung eine weitere bedeutende kulturelle Einrichtung bekommen habe.

Welche Bedeutung die Ausstellung für Königsberg und darüber hinaus für die Metropolregion Nürnberg hat, zu der der Landkreis Haßberge gehört, ist auch dem Schreiben von Pierre Leich, dem Präsidenten der Simon-Marius-Gesellschaft in Nürnberg, zu entnehmen, das er nach der Eröffnung den Veranstaltern zukommen ließ. Darin heißt es unter anderem: "Regiomontanus ist mit dem römischen Jesuiten-Astronomen Christoph Clavius aus Bamberg und dem Ansbacher Hofastronomen Simon Marius aus Gunzenhausen einer der wichtigsten Wissenschaftler Frankens und Nordbayerns. Für das 15. Jahrhundert ist Regiomontanus europaweit führend und ganz sicher sind die drei die bedeutendsten Astronomen in der Metropolregion Nürnberg."

Die Ausstellung ist in Zukunft am Samstag für zwei Stunden (14 bis 16 Uhr) und am Sonntag für drei Stunden (14 bis 17 Uhr) geöffnet. Außerdem sind Anmeldungen unter der Telefonnummer 09525/922218 möglich.






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