Breitbrunn
Bürgerworkshop

Klasse Ideen für die alte Schule

Die Breitbrunner machen sich Gedanken, wie man die seit etlichen Jahren nahezu ungenutzte frühere Dorfschule wieder beleben kann. Favorit ist eine künftige Nutzung als Treffpunkt für die Generationen.
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Neues Leben für die alte Schule Breitbrunn: Seit die letzte Klasse 2007 auszog, steht das Gebäude im Herzen von Breitbrunn leer und wird nur sporadisch von Vereinen und der Gemeinde genutzt. Jetzt könnte dort ein Generationentreff einziehen.  Foto: Claudia Baumgärtner
Neues Leben für die alte Schule Breitbrunn: Seit die letzte Klasse 2007 auszog, steht das Gebäude im Herzen von Breitbrunn leer und wird nur sporadisch von Vereinen und der Gemeinde genutzt. Jetzt könnte dort ein Generationentreff einziehen. Foto: Claudia Baumgärtner
Trutzig wie eine Burg steht sie da, auf dem Berg, neben der Kirche: die alte Schule Breitbrunn. Bis zum Schuljahr 2006/2007 lernten hier noch Kinder, dann wurde das Gebäude mit angebauter Turnhalle geschlossen. Seitdem nutzen Vereine und die Gemeinde das große Haus eher sporadisch.

Aber so kann es nicht bleiben, da sind sich die Breitbrunner einig. In einem Workshop erarbeiteten Bürger verschiedenen Alters und unterschiedlicher sozialer Schichten neue Ideen.

Von Fachleuten moderiert

Die Leitung hatten wieder das inzwischen in der Gemeinde bekannten Institut für Personalberatung, Organisationsentwicklung und Supervision (IPOS) und die in Wien angesiedelte Firma ÖAR Regionalberatung.
Die Ergebnisse des Workshops stellten alle Beteiligten am Montag der Öffentlichkeit vor.

Als Favorit der Teilnehmer erwies sich die Idee einer Generationenschule, also eines Treffpunkts für Jung und Alt. "Es ist wichtig, dass das Projekt von vielen Bürgern getragen wird", betonte Leo Baumfeld, Chef der ÖAR Personalberatung immer wieder. Mehrfach ließ er deshalb die fünf Vorschläge abstimmen.

Fast immer lag die deutliche Mehrheit bei dem Generationentreff. Im Kern sollen hier Räume für Begegnungen, ein kleines Café und Möglichkeiten für Sportgruppen geschaffen werden. "Die Investitionskosten wären hier nicht so hoch, aber es gibt auch wenig Einnahmen", brachte der Berater es auf den Punkt.

Das Geld ausgeklammert

Und genau der Kostenpunkt, könnte der wichtigste Knackpunkt sein, mit dem eine Gestaltungsmöglichkeit für das rund 1800 Kubikmeter große Gebäude steht und fällt.

Die Workshopteilnehmer sollten zunächst alle Kostenfragen ausklammern und sich frei überlegen, welche Nutzung sie sich in ihrer Gemeinde für die ehemalige Schule vorstellen können.
Erst am Ende ihrer halbtägigen Sitzung diskutierten sie über Geld und andere Werte. Auch hier kamen sie zu dem Schluss, dass die Generationenschule die tragbarste Lösung ist.

Allerdings muss die Idee noch durch den Gemeinderat, und die Sitzung Ende März verspricht schon jetzt heiß zu werden. "Allein die energetische Sanierung ohne Heizung würde schon rund 500 000 Euro kosten", berichtete Bürgermeisterin Gertrud Bühl (Freie Wähler) aus einem Gutachten, das sie dafür in Auftrag gegeben hat. Warum dennoch Umbauen? "Weil gerade die neuen Förderprogramme aufgelegt werden und unser Bereich bei Leader wieder mit dabei ist. Und auch aus der Städtebauförderung könnte es bei Efra Mittel geben", sagte die Bürgermeisterin.

Die Workshopteilnehmer wollen eine schnelle Umsetzung mit Baubeginn 2016, und auch die Besucher am Abend nickten hier mehrheitlich mit.

Kleine Wohnungen?

Die zweite Möglichkeit, die den Besuchern ebenfalls gefiel, war die Schaffung von kleinen Wohnungen im Hauptgebäude mit Begegnungsraum, etwa einem kleinen Café, und Sportangeboten in der Turnhalle. "Ich könnte mir vorstellen, die Innentreppe zu entfernen und dann auf jeder Etage zwei Wohnungen zu bauen, so dass insgesamt sechs entstehen, alle angebunden an eine neue Außentreppe", erklärte Zweiter Bürgermeister Thomas Schlee.
Allerdings müsste man für solche einen Vorschlag einen Investor finden. Und dem dürfe man das Gebäude nicht zu teuer anbieten, schließlich muss er ja viel verändern und die Mieten müssten hinterher bezahlbar sein.

Die Idee fand auch Gemeinderätin Christine Kuchenmeister gut: "Ich kenne viele solche Vorhaben, die gut laufen, weil Investoren von einem wirklich guten Konzept begeistert waren und das dann umgesetzt haben." Durchgefallen sind an diesem Abend die Ideen, eine Sportgaststätte mit Kletterwand, ein Schullandheim oder ein Experimentierlabor einzurichten.
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