Eine Kirchenparade mit Fahnenabordnungen der Ortsvereine sowie die musikalische Umrahmung des Gottesdienstes durch die Jugendblaskapelle Unterpreppach gestalteten den Kirchweihgottesdienst besonders feierlich. Zur Messe zog es viele Gläubige in die Kirche, sodass das Gotteshaus gut besucht war. Von einem "bis auf den letzten Platz" gefüllten Gotteshaus konnte allerdings nicht gesprochen werden, da hier und da noch Bänke frei waren. Für ein volles Haus hatte der Geistliche aber seinen "Bart als Pfand ausgesetzt".

Die Entscheidung über seinen Bart überließ der Pfarrer schließlich den Bürgermeistern Robert Herrmann und Gabi Rögner (beide CSU). Rögner gab am Ende des Gottesdienstes das Urteil und die Begründung für ihre Entscheidung bekannt: "Die Kirche ist voller und bunter, als sie es sonst ist. Und wenn wir am Ausgang die eingangs gestellte Frage von Pater Rudolf stellen würden, "warum seid Ihr heute hier?" würde diese sicherlich nicht damit beantwortet, um den Bart des Pfarrers fallen zu sehen, sondern, weil wir begeisterte Mitchristen sind, die diesen Kirchweihgottesdienst mitfeiern wollen. Allein schon das sollte, lieber Pater Rudolf, Anlass genug sein, dass die Wette ist erfüllt ist und es dir wert sein sollte, deinen Bart zu opfern."

Rasur folgt am Montag


Somit wird am Montag im Anschluss des Seniorengottesdienstes der Bart des Pfarrers geschoren werden. Rudolf Theiler sieht's gelassen: "Ich benötige dann einen neuen Ausweis, wenn ich danach zehn Jahre jünger aussehe".

Kirchweihauftakt war am Freitag mit dem Einholen des Kirchweihbaumes durch die Feuerwehrjugend. In Rahmen eines kleinen Festzuges wurde der Baum ins Dorf gebracht und mit vereinten Kräften in die Senkrechte gehievt.

Spannend ging es am Samstag mit den "Preppach Games" weiter. Ingo Heinemann hat die Spiele ausgearbeitet und geleitet. An insgesamt zehn Stationen erwarteten die Mannschaften verschiedene Aufgaben wie z.B. Luftballons aufblasen, Tischkegeln, Bierkästenwerfen, Staffellauf oder Torwandschießen. Dabei wurde den Teilnehmern einiges an Kraft, Schnelligkeit und Geschicklichkeit abverlangt.

Fünf Mannschaften zu je fünf Personen sind zu den "Preppach Games" angetreten. Los ging es mit dem Spiel "Kübelspritze" bei dem die Teilnehmer aus dem Bach Wasser schöpfen mussten, um damit eine Kübelspritze zu befüllen, mit der sie anschließend mit dem Wasserstrahl ein bestimmtes Ziel treffen mussten. Bei dieser ersten Aufgabe gab es jedoch einige Probleme: Zunächst war die "Zielscheibe" defekt, so dass das Zielsignal nicht ausgelöst wurde. Dies konnte jedoch behoben werden.

Probleme mit Kübelspitze


Beim zweiten Durchgang dann wurde so eifrig mit der Kübelspritze gepumpt, dass sich der Griff löste und die Kübelspritze nicht mehr zu gebrauchen war. Allerdings wurde schnell ein Ersatzgerät aus Reutersbrunn beschafft. Doch dann versagte wieder die Technik für das Zielsignal, wodurch dieses Spiel letztendlich gestrichen wurde.

Auch beim Baumstammsägen gab es einige Anfangsschwierigkeiten. Der noch frische Holzstamm ließ sich so schwer bearbeiten, dass auch hier kurzfristig für Ersatz gesorgt werden musste.

Die übrigen Spiele sind ohne weitere Zwischenfälle verlaufen. Die Mannschaften hatten sichtlich Spaß an den "Games". Besonders bei der letzen Aufgabe, dem Staffellauf, wurde kräftig gelacht. Die Teilnehmer mussten ein kurzes Stück rennen, sich dann zehn Mal um die eigene Achse drehen und den gleichen Weg wieder zurück, was bei den Schwindelgefühlen dann aber keine leichte Aufgabe mehr war.

Erfahrungen fürs nächste Jahr gesammelt


Trotz der kleineren Schwierigkeiten zu Beginn der Spiele zeigte sich Ingo Heinemann zufrieden: "Wichtig ist, dass es allen Spaß gemacht hat und für nächstes Jahr, haben wir dann schon Erfahrung, die wir bei der Organisation mit einbringen können". Auch Elmar Barth, Hauptorganisator der Kirchweih, fand die Veranstaltung positiv: "Es ist ganz gut angekommen, auch wenn teilweise etwas improvisiert werden musste."

Gewonnen hat die Mannschaft "Opplers five and the nipples tassles" mit 36 von 45 möglichen Punkten, die sich nun über einen Wanderpokal für ein Jahr freuen können. Die Plätze 2 und 3 waren mit 35 und 32 Punkten aber nur knapp dahinter.

Max Deublein von der Mannschaft "Jugendfeuerwehr" war zwar nicht in der Siegergruppe, würde aber wieder mitmachen und sich freuen, wenn es die "Preppach Games" im nächsten Jahr wieder gibt.

Traditioneller Trachtenabend


Mittlerweile traditionell ist der Heimat- und Trachtenabend mit den "Original Preppachtalern". Am Samstagabend spielte die Gruppe mit Waschbrettern und Teufelsgeigen im Festzelt auf und luden mit Mundart- und Heimatliedern sowie bekannten Schlagern zum Mitsingen und Schunkeln ein. Auch ein ganz besonderer Gast hatte sich kurzfristig angemeldet. Monika Hohlmeier (CSU), Mitglied des Europäischen Parlaments, kam nach Unterpreppach und hat die heimatliche Musik genossen. Für alle Besucher war Hohlmeier zu einem Plausch bereit.

In einer Rede berichtete Hohlmeier von ihrer Arbeit und ihren Erfahrungen im Europäischen Parlament. Besonders das Thema Ehrenamt und Freiwilligkeit lag ihr dabei sehr am Herzen. In keinem anderen europäischen Land gibt es Institutionen wie eine freiwillige Feuerwehr, Rotes Kreuz, Sport- und Kulturvereine, die ehrenamtlich verwaltet werden, etc. Das ermöglicht in Deutschland eine flächendeckende Versorgung, die in anderen Ländern so nicht besteht.

Missverständnisse aufgeklärt


Auch ging sie in ihrer Ansprache auf Missverständnisse ein, die oft entstehen, wenn europäische Gesetze falsch interpretiert werden. "Europa ist zuständig für die großen Themen" betont Hohlmeier, "nicht für jede kleine Vorgabe auf Dorffesten". Als Beispiel nannte sie die Lebensmittelkennzeichnungsplicht, die dafür gedacht ist, Lebensmittel, die international transportiert und gehandelt werden zu kennzeichnen, und nicht jede einzelne Sahnetorte auf jeder öffentlichen Veranstaltung.

Rund 20 Minuten lang berichtete Hohlmeier über verschiedene weitere Themen, wie z.B. über die demografische Entwicklung Europas, den Herausforderungen für die Zukunft und den Vergleich zu den anderen großen Weltmächten wie Amerika und Asien sowie der Schuldenkrise. Für ihre klaren Worte erntete die Politikerin reichlich Beifall. Als Dank für ihren Besuch überreichte ihr Elmar Barth eine Flasche seines selbst zubereiteten Likörs, dem "Preppacher Bluthund".