Kirchlauter
Wegebau

Kirchlauter packt Kernwege an

Mit staatlicher Unterstützung sollen zwei Wege in der Gemeinde Kirchlauter ausgebaut werden. Auch das Baugebiet "Leite" wird erweitert.
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Dieser Weg vorbei am Anglersee in Kirchlauter soll bis in den Ortsteil Pettstadt ausgebaut werden. Foto: Günther Geiling
Dieser Weg vorbei am Anglersee in Kirchlauter soll bis in den Ortsteil Pettstadt ausgebaut werden. Foto: Günther Geiling
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Die Planung und der Ausbau von Kernwegen im Bereich der Gemeinde Kirchlauter sowie eine Grundsatzentscheidung über die Erschließung des zweiten Bauabschnittes "Leite" in Kirchlauter standen im Mittelpunkt der Sitzung des Gemeinderates.

Bürgermeister Karl Heinz Kandler (SPD) informierte eingangs über eine Sitzung der ILE "Lebensregion plus", bei der das Thema "Kernwirtschaftswegenetz" auf der Tagesordnung gestanden habe. Der anhaltende Strukturwandel in der Landwirtschaft habe die Anforderungen an das landwirtschaftliche Wegenetz verändert und das vorhandene Wegenetz sei meist nicht für die heutigen landwirtschaftlichen Fahrzeuge in Breite und zulässigem Gesamtgewicht ausgelegt.


Zwei Strecken auserkoren

Von der Gemeinde müssten nun Wege ausgewählt werden, die in den nächsten beiden Jahren geplant und umgesetzt werden könnten. Kurzfristig böten sich hier ein Flurweg zwischen Kirchlauter und Pettstadt sowie die Gemeindeverbindungsstraße zwischen Neubrunn und Pettstadt an. Der erste Flurweg führe vom Ortsausgang der Staatsstraße 2274 in Kirchlauter vorbei am Anglersee, Sportplatz, "Martius-See" nach Pettstadt und sei 2850 Meter lang.

Der zweite Weg, die Gemeindeverbindungsstraße von Neubrunn nach Pettstadt, habe eine Länge von 1560 mweter und führe vom Ortsteil Neubrunn hinauf bis zum "Rennweg" und "Pettstadter Knock" bis hin zum Ortsteil Pettstadt. Diese beiden Wege seien nun nach den Vorgaben des Kernwegekonzeptes zu planen und könnten dann ausgebaut werden. Der vorgegebene Ausbaustandard sei mit einer Fahrbahnbreite von 3,5 Metern, je 0,75 Meter befestigten Banketten und 11,5 Tonnen Achslast ausgelegt.

Gemeinderat Robert Muckelbauer (CSU) fragte nach den Kosten für die Gemeinde. Der Bürgermeister meinte, dass man mit der Planung über die ILE günstig wegkomme, denn 75 Prozent der Planung würden bezuschusst. Wann allerdings mit dem Bau begonnen werde, könne er nicht sagen. Dies könne sich einige Jahre hinziehen, denn der Topf für diese Maßnahmen sei derzeit leer.


Gemeinde als "Projektträger"

Für die Umsetzung des Projekts würde die Gemeinde Ebelsbach als "Projektträger" (Pate) fungieren. Deswegen müsse man einen Beschluss fassen, dass die Gemeinde Ebelsbach als Projektträger den Auftrag für die Planung der zwei Kernwege im Namen der "Lebensregion plus" vergeben darf. Die entstehenden Kosten für die Planung werde die Gemeinde Kirchlauter übernehmen. Dies wurde dann auch einmütig beschlossen.


Neun weitere Bauplätze?

Kandler zeigte auf, dass im Baugebiet "Leite" in Kirchlauter einige Bauplätze verkauft wurden und derzeit nur noch zwei kommunale Bauplätze zur Verfügung stünden. Vom Gemeinderat sollte seiner Meinung nach eine Grundsatzentscheidung darüber getroffen werden, ob nun mit dem zweiten Bauabschnitt begonnen werden sollte. Durch den Ausbau der "oberen Leitenstraße" könnten neun weitere Bauparzellen erschlossen werden. Die neun Bauplätze hätten eine Größe zwischen 686 qm und 850 qm. Nach einer ersten groben Kostenschätzung müsse man mit Investitionskosten von über 400 000 Euro für diesen Bauabschnitt rechnen.

Gemeinderat Michael Tischner (JL) bestätigte, dass es sinnvoll sei, den neuen Bauabschnitt anzugehen. "Es sind nun so viele Bauplätze verkauft worden, dass man zum für Herbst/Winter 2016 beginnen und zu einem für Baumaßnahmen günstigen Zeitpunkt 2017 ausschreiben und die Maßnahme umsetzen sollte." Der Gemeinderat beschloss einmütig, den zweiten Bauabschnitt "Leite" zu erschließen und beauftragte die Verwaltung, ein Angebot für die Ausführungsplanung einzuholen.


WLan an zwei Stellen

Ein weiterer Punkt war die Festlegung der Standorte für zwei Hotspots in der Gemeinde für "BayernWLan". Der Freistaat will nämlich bis 2020 ganz Bayern mit einem engmaschigen Netz von kostenfreien WLan-Hotspots überziehen. Die Hotspots sollen an geeigneten staatlichen Behörden oder Stellen eingerichtet werden und pro Kommune werden die Ersteinrichtungskosten für zwei kommunale Hotspots übernommen, hieß es.
Voraussetzung für die Übernahme der Kosten sei, dass die Kommune den "BayernWLan-Rahmenvertrag" nutzt und die Kommune dann die Betriebskosten trägt. Die Gemeinde könne aber selbst entscheiden, ob und wo diese Standorte in der Gemeinde eingerichtet werden sollten. Bürgermeister Kandler schlug als Standorte das "Oskar-Kandler-Zentrum" in Kirchlauter und in Neubrunn das "Schulhaus/Feuerwehrhaus" vor.
Die Gemeinderäte Horst Gehring (CSU) und Eva Schmitt (JL) plädierten aber im Ortsteil Neubrunn für die "Heilig-Länder-Halle", weil dort mehr Veranstaltungen seien und dann auch dort WLan zum Einsatz kommen könnte. So könnten sich dort auch die Vereine bedienen.
Gemeinderat Wolfgang Holzmann (SPD) bezeichnete demgegenüber die Schule als zentralen Punkt, zumal die Feuerwehr "überhaupt nichts hereinbekomme". Die digitale Situation sei dort auch nicht zufriedenstellend und für die Feuerwehr müsse man etwas tun. Der Bürgermeister meinte aber, dass WLan nichts mit der Alarmierung der Feuerwehr zu tun habe. Außerdem seien diese Hotspots auch mehr für auswärtige Gäste gedacht. Einstimmig beschloss man dann die Standorte in Kirchlauter (Oskar-Kandler-Zentrum) und Neubrunn (Heilig-Länder-Halle).


Weitere Windräder

Unter dem Punkt "Informationen" erinnerte der Bürgermeister an die Besichtigung des Windparks in Sailershausen und dass von der Gesellschaft zur Umsetzung erneuerbarer Technologieprojekte im Landkreis Haßberge "GUT" geplant sei, auch am Tonberg im Bürgerwald Ebern möglicherweise drei Windräder zu errichten.
Am 16. März finde dazu um 19 Uhr eine Info-Veranstaltung im Oskar-Kandler-Zentrum statt, wozu die Bürger eingeladen seien. Da bei gehe es um Informationen zum Bau, zur Finanzierung und darum, wie sich auch Bürger beteiligen könnten.
Gemeinderat Robert Muckelbauer fragte noch nach, ob es stimme, dass auch Freiherr von Rotenhan aus Rentweinsdorf Windräder in seinem Wald errichten wolle. Bürgermeister Kandler teilte hierzu mit, dass dieses Gebiet im FFH-Bereich liege und dies nicht möglich sei. Zwar liege auch der Standort im Bürgerwald im Naturschutzgebiet, weswegen der Regionalplan geändert werden müsste. Aber vom Wind her wäre es ein sehr günstiger Standort.
Neuigkeiten gab es auch zum Ausbau der Staatsstraße 2281 im Lautergrund. Nachdem nun die Staatsstraße zwischen Rudendorf und der Hasenmühle ausgebaut werde, sei vom Straßenbauamt auch die Strecke von der Hasenmühle nach Kirchlauter angedacht. "Wenn alle Grundstücksbesitzer unter einen Hut gebracht würden, dann könnte dies sogar schneller gehen, als wir denken", meinte Bürgermeister Kandler.
In der Schwebe sei dagegen immer noch der Radweg von Kirchlauter in Richtung Rentweinsorf.
Eine Nachfrage hatte Gemeinderat Robert Muckelbauer noch zu einer Aussage von Bürgermeister Kandler im Mitteilungsblatt, wonach in Kirchlauter Projekte nicht vorangebracht und vernachlässigt würden. Hier wollte er konkrete Projekte genannt wissen. Der Bürgermeister wies in diesem Zusammenhang auf die Sanierung des Oskar-Kandler-Zentrums hin.




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