Die rund 60 Kinder wurden bei der öffentlichen Vorstellung und bei den beiden folgenden Schulvorstellungen am Montag mit sehr viel Beifall bedacht. Nicht nur die Kinder hatten fleißig ihre Texte, Chorstücke und Sologesangsrollen einstudiert. Auch die vielen Helfer im Hintergrund hatten sich viel Mühe bei der Ausstattung der Buben und Mädchen, beim Bühnenbild und bei der Licht- und Tontechnik gegeben. So gelangen drei rundum ansprechende Aufführungen.

Das Musical entführte die Zuschauer in die Zeit, als der griechisch gebildete Jude und gesetzestreue Pharisäer Saulus die ersten Christen verfolgte. In den Rollen von späteren Weggefährten erzählten und sangen einige Kinder, wie Saulus durch eine Begegnung mit dem auferstandenen Jesus zum gläubigen Paulus wurde und fortan die christliche Botschaft verkündigte.

Sie schilderten und spielten Erlebnisse aus seinem Leben und seinen Einsatz für das Evangelium. In verschiedenen Szenen stellten die jungen Akteure lebendig und einprägsam dar, wie Paulus auf Missionsreisen ging, wie er verhaftet, ins Gefängnis geworfen und durch das Eingreifen Gottes befreit wurde, wie er Kranke heilte, Menschen taufte, einen Sturm auf hoher See und den tödlichen Biss einer Schlange überlebte und Briefe an seine Gemeinden verfasste.


Beeindruckende Szene im Gefängnis



Mit großer Ernsthaftigkeit und beachtlichem Können sangen und agierten die vielen jungen Solisten und Chorsänger vor den herrlichen Bühnenbildern. Beeindruckend war vor allem die Szene, als das Gefängnis, in dem Paulus mit Silas saß, durch ein Erdbeben einstürzte. Aber auch die Darstellung des Seesturms, in dem das kleine Boot unterzugehen drohte, war sehr lebendig.

Weil das Musical nicht nur an der Oberfläche kratzt, sondern auch auf kreative, pädagogisch wertvolle und zugleich fröhliche und humorvolle Art tiefer in das Geschehen hineinführt, ist es für Jung und Alt gleichermaßen ansprechend. Nach der "Zeitreise" kehrten die Sänger in die Gegenwart zurück und verkündeten: "Wir sind zurückgekommen aus der Vergangenheit, Gott ist an unserer Seite, er ist Unendlichkeit."

Der evangelische Pfarrer Gerhard Barfuß dankte den Mitwirkenden für ihr Engagement, den Helfern für ihren Einsatz und den beiden Chorleitern Ute Höfner und Johannes Eirich, der auch die musikalische Begleitung übernommen hatte, für ihre intensive und fruchtbringende Tätigkeit. "Im nächsten Jahr sind es 20 Jahre, dass der evangelische Kinderchor Haßfurt jährlich ein religiöses Musical einstudiert und sechs Jahre, dass mit dem katholischen Kinderchor ein ökumenisches Projekt entstand", sagte er. "Lassen Sie sich also überraschen, was die Chöre im nächsten Jahr präsentieren werden." Nach dem begeisterten Schlussapplaus gaben die Kinder nochmals das Schlusslied zum Besten.