Sendelbach
Unglücksfall

Keine Fehler, aber doch ein Absturz

Der Absturz eines Klein-Hubschraubers auf dem Flugfeld Sendelbach im Februar 2016 wurde genau untersucht.
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Der demolierte Mini-Hubschrauber am Boden.  Foto: Ralf Kestel
Der demolierte Mini-Hubschrauber am Boden.  Foto: Ralf Kestel
Neben den Unfällen auf Straßen und Unwettern beschäftigten die Eberner Polizei 2016 auch andere Katastrophen. So stürzte im Februar beim Üben des Landeanflugs ein Flugschul-Copter aus geringer Höhe ab.

Der 65-jährige Fluglehrer und der 45-jährige Pilot, der seinen Flugschein für Fluggastbeförderung verlängern wollte, konnten sich selbstständig aus dem Helikopter befreien. Danach kamen sie zur Weiterbehandlung ins Krankenhaus. Dort wurden lediglich leichtere Verletzungen festgestellt. Glück gehabt. Der Sachschaden wurde auf 150 000 Euro geschätzt.

Laut Untersuchungsbericht der Bundesstelle für Flugunfallunterschung ( BFU) in Braunschweig lag weder ein technischer Defekt noch menschliches Versagen vor. Der Flugunfall sei ein Unglück gewesen, das "nach menschlichem Ermessen" nicht zu vermeiden war.

Aus Sicht der Polizei trifft niemanden eine Schuld. Der 65-Jährige war als erfahrener Fluglehrer und Prüfer verantwortlich für den Flug. Zu dem Unfall am Landeplatz Sendelbach sei es während einer Autorotations-Übung gekommen.

Bei diesem Flugmanöver wird die Kraftübertragung zwischen Triebwerk und Rotor künstlich unterbrochen. Es gilt, den Hubschrauber aus dem Schwebeflug heraus abzufangen und ohne Bodenkontakt wieder in den Steigflug zu bringen. Diese Übung, die nach dem Start in Bamberg westlich der Stadt bereits mehrfach erfolgreich durchgeführt wurde, habe der Prüfling bei Sendelbach ebenfalls problemlos absolviert, ist dem BFU-Bericht zu entnehmen.

Dann sei während eines Steilstarts in einer Höhe von knapp 50 Metern Fahrt aufgeholt worden. Im Steigflug habe der Prüfer eine Triebwerksstörung simuliert und das Drehgas reduziert. Der Pilot leitete daraufhin eine Autorotation ein.

Nachdem die Fahrt zunächst stabilisiert worden ist, sei der Sinkflug dann ungewöhnlich steil verlaufen, so der Bericht. Pilot und Fluglehrer konnten den Hubschrauber nicht mehr in eine Auftriebstellung bringen. Der Hubschrauber sei in Sekundenbruchteilen abgesackt.
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