Gädheim
Millionen-Kosten

Kanalsanierung schreckt auf

Im kleinen Greßhausen gibt es große Probleme wegen der alten Abwasseranlage. Kanäle müssen dringend erneuert und vergrößert werden.
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Für die Kläranlage in Greßhausen (im Bild) hat die Gemeinde Gädheim bis 2020 eine Betriebserlaubnis unter der Auflage erhalten, den Fremdwasserzufluss zu reduzieren.
Für die Kläranlage in Greßhausen (im Bild) hat die Gemeinde Gädheim bis 2020 eine Betriebserlaubnis unter der Auflage erhalten, den Fremdwasserzufluss zu reduzieren.
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Über eine halbe Million Euro müsste Gädheim in seinen kleinsten Gemeindeteil (120 Einwohner) investieren im Blick auf das Kanalnetz: Mit rund 630 000 Euro veranschlagt sind die Arbeiten zur Behebung der Probleme mit dem Kanalnetz in Greßhausen. Anschließend könnte es sein, dass die Kläranlage verbessert oder der Ortsteil an die Kläranlage in Gädheim angeschlossen werden müsste. Was weitere hohe Kosten nach sich zöge. Ein Vabanque-Spiel? Noch hat der Gemeinderat keine Entscheidung getroffen.
Denn die Sitzung am Montagabend diente zunächst der Information der Gemeinderäte. Robert Lutz vom Ingenieurbüro Perry Alka aus Haßfurt erläuterte, dass die Sanierung der Ortskanalisation in Greßhausen und die Fremdwasserreduzierung notwendig seien, um eine Einleitungsgenehmigung in den Vorfluter zu erhalten. Diese ist abgelaufen.


Fremdwasser muss weg bis 2020

Die Gemeinde hat bis 2020 nur eine Betriebserlaubnis unter der Auflage erhalten, das Fremdwasser deutlicher aus dem Kanal zu bringen. Derzeit erreicht die Kläranlage zwar die gesetzlichen Ablaufwerte, doch nur, weil relativ viel Fremdwasser über das Kanalnetz zugeführt wird. Wird es - wie gefordert - verringert, könnte sich dadurch die Reinigungsleistung der Kläranlage verschlechtern.
Im 1966/67 gebauten Kanalnetz werden auch sämtliche Einzugsgebiete entwässert. 1980 wurde eine Mischwasserbehandlungsanlage mit Stauraumkanal, Beckenüberlauf in den Vorfluter und Drosselstrecke bis zur Kläranlage errichtet. Im gleichen Jahr wurde auch die aus einem Erdbecken bestehende Kläranlage zur einer unbelüfteten Teichanlage mit Absetzteich und zwei Oxydationsteichen umgebaut.
Die TV-Befahrung des Kanalnetzes hat 255 Einzelschäden aufgezeigt, von denen 168 dringlich sind. Problematisch sind die Asbestrohre im Schotterweg im Griesweg. Fremdwasser tritt hauptsächlich durch Undichtigkeiten im Kanalnetz ein. Laut Robert Lutz müssen Außengebiete vom Mischwasserkanal abgetrennt werden und der Regenwasserkanal bis zum Grundbach gebaut werden (64 000 Euro), nötig sind ferner ein neuer Mischwasserkanal vom Dorfteich bis zur Mischwasserbehandlungsanlage (326 000 Euro), die Erneuerung der Asbestrohre (88 000 Euro), und die Sanierung der Schäden (74 000 Euro). An Nebenkosten fallen rund 82 000 Euro an.


Es sind gesetzliche Vorgaben

Von der Höhe der Kosten erschrocken, sagte Zweite Bürgermeisterin Doris Scheller-Gräf: "Und das alles für 120 Einwohner!" Robert Lutz betonte, dass die gesetzlichen Vorgaben erfüllt werden müssten. Dies habe die Gemeinde schon zu lange hinausgeschoben. Bürgermeister Peter Kraus erklärte, dass die Gemeinde noch einige Daten über das Kanalnetz zusammentragen müsse und man dann das weiter Vorgehen beraten werde.
Nicht einverstanden war der Gemeinderat mit dem Bauantrag zu Wetterschutzhütte und Weidezaun in Greßhausen; hier werden außerhalb der Ortschaft Hengstfohlen aufgezogen, was die Jagdgenossenschaft beunruhigt. Das Landratsamt erklärte in einem Schreiben zu den Befürchtungen, dass die Fläche durch die Tierhaltung der Jagd entzogen werde und dies eine schleichende Entwertung der Jagd bedeute. Die Tierhaltung sei in Ordnung, da sie als Hobby betrieben werde. Gleichwohl lehnte der Gemeinderat das Vorhaben einstimmig ab. Informiert wurde über kleinere Vorhaben: Der Bauhof hat die Bänke an der Linde in Ottendorf komplett erneuert. Die Sanierung der alten Schule Gädheim läuft gut. Im Außenbereich beginnt bald die Anschlussarbeit an das Nahwärmenetz. Der Breitbandausbau hat begonnen. Die Freischaltung des schnellen Internets soll spätestens am 15. Juli erfolgen.
Während des Stromausfalls der Überlandzentrale Ende April ist das Rührwerk in der Biogasanlage in Gädheim ausgefallen. Daraufhin hat sich der Inhalt ähnlich wie ein Hefeteig ausgebreitet und den Betondeckel angehoben. Landratsamt, Wasserschutzpolizei und Sachverständiger waren vor Ort. Es gab keine Verschmutzung der Umwelt, die Anlage läuft nach kleinen Reparaturen normal.
Die Vereinsförderung der Gemeinde für die Jugendarbeit beträgt heuer 2510 Euro.

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