Sylbach
Wissenschaft

Junger Sylbacher holt erneut Forscher-Preis

Tony Oehm belegt mit Freunden den ersten Platz im Regionalwettbewerb "Jugend forscht"t. Schon mehrfach war er auf Regionalebene erfolgreich.
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Tony Oehm (links) und sein junger Kollege sind vertieft in ihrer naturwissenschaftlichen Arbeit.  Foto: privat
Tony Oehm (links) und sein junger Kollege sind vertieft in ihrer naturwissenschaftlichen Arbeit. Foto: privat
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Sylbach/Frankfurt"Die Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Thema für mich", sagt Tony Oehm. Der junge Mann aus Haßfurt-Sylbach beteiligte sich gemeinsam mit zwei Freunden bei einem außerschulischen Projekt in Physik zum Thema "Ökocaps". Sie entwickelten spezielle Kondensatoren aus ökologischen Abfallstoffen. Vor Kurzem fand die Preisverleihung im Senckenberg Museum in Frankfurt statt. Das naturwissenschaftliche Talent wurde belohnt: Tony Oehm und seine Freunde belegten den ersten Platz bei dem Regionalwettbewerb.


Dritter Anlauf

Der 16-jährige Tony Oehm aus Haßfurt-Sylbach besucht die Q11 an einem auswärtigen Gymnasium. Bei "Jugend forscht" hat er bereits 2015 und 2016 zweimal mit Erfolg teilgenommen, jeweils mit ersten Plätzen in den Regionalwettbewerben. Nicht minder war der Erfolg bei bayerischen Landeswettbewerben.
Die Idee zu seinem diesjährigen Thema "Ökocaps" war während der Teilnahme an einer Schülerakademie der Naturorganisation des "WWF" geboren, wie Tony berichtete. Der forsche Nachwuchsforscher hatte sich dafür an einer bundesweiten Auslobung des "WWF" und der "Robert Bosch Stiftung" für Schüler zwischen 15 und 18 Jahren beworben. Als einer von 20 ausgewählten Teilnehmern hatte er im letzten Jahr ein Klima-Forschungsgebiet des "2°-Campus" bearbeitet.


Ein Energieproblem

Gemeinsam mit seinen beiden Freunden aus Frankfurt und Hamburg, die er bei dieser Schülerakademie kennenlernte, nahm der Sylbacehr nun am Projekt "Ökocaps" beim Regionalwettbewerb in Frankfurt am Senckenberg-Museum teil. Mittelpunkt des Projektes: "Wie kann ich Energie, die beim Abbremsmanöver von Elektroautos oder sonstigen Motoren entsteht, zurückgewinnen?"
Momentan werden Akkus aus Lithium-Ionen verwendet. "Der Ausganspunkt dieser Akkus ist eine hohe Kapazität aber eine niedrige Ladegeschwindigkeit", erklärt Tony Oehm. Dies führe dazu, dass nur 30 Prozent der zurückgewonnenen Energie durch die Li/Ionen aufgenommen werden kann. Die drei jungen Forscher haben für dieses Problem eine Lösung entwickelt: Ein kombiniertes System aus den bestehenden Akkus in Verbindung mit den "Ökocaps" die auch "Supercaps" genannt werden.


Alles Marke Eigenbau

Kondensatoren als eine Art Puffer zwischen Motor und der Ladebatterie nehmen die Energie schnell auf und können diese an die Batterie abgeben. Dadurch können 90 Prozent der Energie aufgenommen werden, um eine längere Batterielaufzeit zu gewährleisten. Eine Überladung der Batterie wird dadurch verhindert.
Voraussetzung und Besonderheit bei dem Projekt: "Alles nachhaltig gestalten". Fast alle Bauteile, besonders die Kondensatoren hatte das Forscherteam selbst gebaut. Die Elektroden bestehen aus ökologischen Abfallstoffen, in diesem Fall aus Kaffeesatz. Es wäre aber auch mit Kartoffel-, Apfelschalen oder sonstigen organischen Abfällen möglich, wie der Gymnasiast erklärt. Die konventionell hergestellten Kondensatoren werden aus Erdöl produziert.


Test mit dem E-Bike

Der Test an einem E-Bike war auf alle Fälle erfolgreich, wie Tony Oehm versicherte. Auch wenn die Quote zunächst bei 70 Prozent lag. Dies könne aber mit einer längeren Arbeitsvorbereitung noch optimiert werden. Mit dem erfolgreichen Abschneiden in Frankfurt - es stehen auch schon Sponsoren in den Startlöchern - erhielt das junge Forscherteam die Fahrkarte für den Landeswettbewerb Mitte März in Darmstadt.
Dafür bauen die jungen Männer derzeit ein Pedelec, ein Elektrofahrrad um, damit das Projekt mit großem Engagement weiter voran getrieben werden kann. Die Jungs hoffen nun, in Darmstadt ebenfalls einen 1. Platz zu belegen. Dann dürfen sie auch am Bundeswettbewerb teilnehmen, der im Mai in Erlangen bei Siemens stattfindet.
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