16 Mädchen und acht junge Männer hatten sich zu diesem Tanzkurs angemeldet, und das deutet schon darauf hin, dass es bei einem Großteil der männlichen Jugend schon noch etwas Überzeugungskraft braucht. Den jungen Damen bereitet das Tanzen anscheinend von Beginn an große Freude.


Von Schülerinnen organisiert



In Veranstaltungen der Klassenelternversammlung und der Schülermitverwaltung war der Wunsch nach einem solchen Tanzkurs erstmals aufgelodert und die beiden Schülerinnen Sarah Clow und Yvonne Hellige setzen dann auch ihren ganzen Einfluss ein, um den Wunsch auch Wirklichkeit werden zu lassen und nahmen die Organisation in die Hand.

Dabei wurden sie aber auch von den beiden Sozialpädagogen Monika Fuchs und Torsten Ullrich, sowie Konrektor Waldemar Baumann und ihren Klassenlehrern unterstützt. Zum Abschlussball schalteten sich auch die Mitglieder des Elternbeirates ein und sorgten für die Bewirtung der jungen Tänzer und ihrer Gäste.


Zum Extra-Angebot länger in der Schule



Aber auch die Tanzschüler waren gefordert, denn die zehn Tanzstunden fanden außerhalb des regulären Unterrichtsbetriebs statt und die Schüler blieben an Nachmittag länger in der Schule, um die ersten Tanzschritte zu lernen und das Tanzbein zu schwingen.

Dabei machte es den Mädchen auch nichts aus, dass die männlichen Tanzpartner nicht ausreichten und sie öfter auch mal mit einer Freundin die Schritte gehen mussten. Sarah Clow meinte. "Natürlich war es ein bisschen schade, dass nicht mehr Jungen mitmachten, aber mit der besten Freundin geht es auch."

Dabei stand ganz zu Beginn auch die Frage an, ob man einen solchen Kurs in der Tanzschule in Bamberg macht oder zusammen mit anderen Klassen. "Aber wir wollten das in der eigenen Schule durchführen und dazu einen eigenen Abschlussball haben. Den habe ich gerne mit Sarah organisiert."


Gelegenheit, um sich kennen zu lernen



Tanzlehrer Kay-Uwe Scholz aus Bamberg war denn auch voll des Lobes über seine Tanzschüler, die mit Begeisterung dabei waren. Natürlich kennt auch er das Problem, die "jungen Männer" noch stärker dafür zu interessieren. "Ich habe sogar schon einmal bei einem Kurs zu viele Jungs gehabt. Aber das ist doch mehr ein seltenes Phänomen. Dennoch sehe ich schon einen Trend, dass die Jungen wieder mehr tanzen. Ob dies von Anregungen aus Let's dance oder anderen Präsentationen kommt, kann ich nicht genau sagen." Dennoch sieht er einen ganz anderen Aspekt im Tanz von jungen Leuten. "Der Tanz bietet doch die einfachste Möglichkeit, Freunde und Freundinnen kennen zu lernen und mit dem Tanz ihnen auch zu imponieren."


Wenn du mal heiratest ...



Für Christian Stierl aus Lußberg war die Teilnahme deswegen auch kein Problem. "Viele hatten sich den Tanzkurs ja gewünscht. Dann haben die ersten Stunden gut angefangen, und wir haben weiter gemacht."
Weil die Jungens in der Unterzahl waren, habe man dann einfach öfter die Partnerinnen gewechselt. So habe man die klassischen Tänze wie Wiener Walzer, Fox, Tango, Cha Cha Cha, Blues oder auch den Jive gelernt. Auf die Frage, ob er denn in seinem Alter etwas mit dem Walzer anfangen könne, konterte er sicher. "Der Walzer gehört vielleicht nicht so zu den Rennern. Aber auf besonderen gesellschaftlichen Veranstaltungen oder wenn du selbst heiratest, gehört er schon dazu."

Natürlich wurden die Pausen auch dazu genutzt, neben dem Einstieg in das "Welttanzprogramm" dem lockeren Disco-Fox, der ja universell eingesetzt werden kann, und dem Hip-Hop zu frönen.


Eltern und Lehrer sind ganz schön stolz



Der Abschlussball nahm dann vor den Eltern und Gästen seinen Auftakt mit einigen Formationen und Tanzvorführungen der Neun- und Zehntklässler, die auf großen Beifall stießen. Rektor Bruno Wittig ließ keinen Zweifel daran, dass auch ein solcher Tanzkurs zum "Erlernen von Sozialkompetenzen dazu gehört und man sich dann bei gewissen gesellschaftlichen Veranstaltungen mit einem besseren Taktgefühl zurechtfinden kann. Seit alter Zeit werden im Tanz aber auch Lebensgefühle und Stimmungen ausgedrückt." Sein Dank galt allen Initiatoren, vor allem den beiden Schülerinnen Yvonne Hellige und Sarah Clow, aber auch den Eltern, die dann ebenfalls zum Tanzen eingeladen wurden

Ihnen galt auch der Dank für die Bewirtung und das Büfett, das dann eröffnet wurde und in einen vergnüglichen und heiteren Abend überleitete.