Haßfurt
Musical

Jeder Mensch kann der sein, der er will

"Einfach spitze, dass ihr da seid", sangen Maik, Marcel, Lukas, Luisa, Tim, Theresa, Elena und Katharina bei ihrer musikalischen Begrüßungs-Polonaise. Viele Besucher schauten sich am Montagabend bei der Premiere das Lebenshilfe-Musical "Die Zauberpizza" an. Nach einer Dreiviertelstunde brauste kräftiger Applaus auf. Träume waren Wirklichkeit geworden.
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"Ich bin - eine Mensch mit Herz und Sinn", singt Lukas Kümmel (Mitte) zum Schluss. Bei "Die Zauberpizza" begeisterte der Schüler aus Sand ebenso wie (von links) Marcel, Katharina Weidinger, Susanne Zweier, Katharina Veith sowie (von rechts) Luisa, Theresa, Elena, Alexandra Sahlender mit Tim sowie Maik. Foto: rn
"Ich bin - eine Mensch mit Herz und Sinn", singt Lukas Kümmel (Mitte) zum Schluss. Bei "Die Zauberpizza" begeisterte der Schüler aus Sand ebenso wie (von links) Marcel, Katharina Weidinger, Susanne Zweier, Katharina Veith sowie (von rechts) Luisa, Theresa, Elena, Alexandra Sahlender mit Tim sowie Maik. Foto: rn
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Dazu hatte sich die kleine Turnhalle der Lebenshilfe Haßberge im Sylbach in ein "Feenzauberland" verwandelt in dem eines schnell klar wurde: "Pizza ist wunderbar."

Im Traum die Sternenfee gesehen

Doch der Reihe nach. Auf ihre Frage nach seinem Traum der vergangenen Nacht erzählte Maik (Bäuerlein) seiner Freundin Theresa (Dietz) musikalisch von der Schönheit des Feenzauberlandes und der guten Sternenfee, die ihm Sternenzauberstaub schenkte. Und er beteuerte, dass sich alles "ziemlich echt" angefühlt habe.

Doch Theresa hatte ebenso wie Lukas (Kümmel) und Luisa (Krauser) ihre Zweifel, "schließlich gibt es keine Traumfeen, oder? Träume sind Schäume!" Doch Maik machte deutlich, dass Träume manchmal doch in Erfüllung gehen. Er erklärte, dass jeder Mensch seine ganz eigene Sternenfee hat.
"Meine schenkt mir eben Sternenzauberstaub und dann kann ich sein, was immer ich will."

Jede Menge Wünsche

Tatsächlich musste die Sternenfee (Katharina Veith) danach viele Wünsche erfüllen. Luisa wollte tanzen, Lukas ein Held sein, Marcel (Müller) wollte lachen, Elena (Vogel) wollte singen und Theresa wollte, "dass mich alle Menschen lieb haben." Maik war derweil ganz scharf auf eine "Zauberpizza", da Pizzaessen schließlich seine Lieblingsbeschäftigung ist. Gewünscht, getan: Mit ein paar Glitter über ihren Köpfen, gingen ihre Träume tatsächlich in Erfüllung. Der gemeinsame Wunsch, dass sich alle Menschen in ihrer Vielfalt einander akzeptieren sollten wurde während der Vorstellung ebenfalls Wirklichkeit.

Großen Anteil an dem überaus gelungenen Projekt hatte Liedermacher Martin Scherer aus Unfinden, der ebenso wie die Erzieherinnen Susanne Zweier (Trossenfurt) und Alexandra Sahlender (Königsberg) sowie Kinderpflegerin Katharina Weidinger (Haßfurt) bei den wöchentlichen Proben nicht nur seine Erfahrung, sondern auch viel Engagement und Geduld mit eingebracht hat. Der 55-Jährige hat bei einem seiner "Ich-bin-Projekte" unter anderem die Szenenabläufe sowie die nachdenklichen, aber auch witzigen Dialoge entworfen. Und mit den eigens komponierten Liedern wie "Im Feen-Land", "Wenn ich träum', ich wär ...", "Ich bin so gern ein Stern" oder "U, a, e, i, o" sind Scherer bei "Die Zauberpizza" wieder echte Ohrwürmer gelungen.

"Jeder der Darsteller hat sich von Anfang an mit seinen eigenen Ideen und Vorstellungen in die Musik und die Texte eingebracht, was allein schon der Titel ‚Zauberpizza' zum Ausdruck bringt", erklärte im Vorfeld Bettina Surkamp. Die Leiterin des Bereiches "Offene Hilfen" der Lebenshilfe, hauptverantwortlich für die Umsetzung des Musicals, machte deutlich, dass die jungen Künstler von Schule und Tagesstätte in Sylbach sowie der Werkstatt der Lebenshilfe Schweinfurt in Augsfeld, im Laufe der Zeit "über sich selbst hinausgewachsen" seien und "neue Talente und Fähigkeiten an sich entdeckt" haben.

Der Mut, auf der Bühne zu stehen

Für die Bachelor-Pädagogin gehört "schon eine Portion Mut dazu, hier auf der Bühne zu stehen und über seine eigenen Träume und Wünsche zu singen." Surkamp lobte es als "wirklich beeindruckend, mit wie viel Begeisterung und Freude jeder Einzelne an diesem Projekt mitgewirkt hat."

Recht hatte sie, das Ergebnis konnte sich wahrlich sehen lassen. Am Ende freuten sich Maik und die anderen neuen "Musical-Stars" (auch Marcel Müller und Tim Schanz waren dabei) zum einen über den starken Beifall der Zuschauer. Nachdem ihnen Bettina Surkamp als kleines "Dankeschön" einen großen "Pizzagutschein" überreicht hatte, strahlten ihre Gesichter allerdings noch ein bisschen mehr. Na dann: Guten Appetit!


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