Haßfurt
Stadtrat

Ja zu Radweg nach Uchenhofen

Das Gremium beschloss die Erweiterung des Radwegenetzes um die Stadt herum. Verabschiedet wurde Karl-Heinz Eppelein wurde nach 33 Jahren im Gremium.
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Der Stadtrat befürwortet nun doch den Bau eines Radweges von Haßfurt nach Uchenhofen. Es gibt satte Zuschüsse.  Fotos: Ulrike Langer
Der Stadtrat befürwortet nun doch den Bau eines Radweges von Haßfurt nach Uchenhofen. Es gibt satte Zuschüsse. Fotos: Ulrike Langer
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Nach 33 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit als Stadtrat, Dritter und Zweiter Bürgermeister wurde Karl-Heinz Eppelein am Montag in der Sitzung des Stadtrates mit viel Applaus verabschiedet. Nicht nur Bürgermeister Günther Werner, sondern auch die Fraktionsvorsitzenden von CSU, Norbert Geier, und SPD, Manfred Stühler zollten ihm Anerkennung.

"Es sind nicht die großen Worte, die in der Gemeinschaft Grundsätzliches bewegen: Es sind die vielen kleinen Taten der Einzelnen", zitierte Günther Werner Mildred Scheel, die Gründerin der Deutschen Krebshilfe und Ehefrau des früheren Bundespräsidenten Walter Scheel. "Auch heute geht es nicht um große Worte, sondern um viele kleine Taten eines Einzelnen und um sein Engagement viele Jahrzehnte lang hier im Stadtrat der Stadt Haßfurt."


An wegweisenden Projekten mitgewirkt

Karl-Heinz Eppelein der sich 33 Jahre dem Amt verschrieben hatte, lasse man mit leiser Wehmut ziehen. "Du hast dich für wegweisende Projekte stark gemacht sowie an zahllosen Beschlussvorlagen und Anträgen mitgestrickt. Womit unsere Stadt heute punkten kann, an all dem hast du mitgewirkt", betonte Werner. Haßfurt habe in den letzten 33 Jahren seinen Wirtschaftsstandort gestärkt und deutlich an Lebensqualität gewonnen - und daran sei Karl-Heinz Eppelein immer in ehrenamtlicher Funktion beteiligt gewesen.

Er habe ihn in den vielen Jahren der Zusammenarbeit als ruhige, menschlich äußerst angenehme Persönlichkeit erfahren und als einen Menschen, der seine Themen mit Nachdruck zu vertreten wusste. Neben seinem Beruf als Bankdirektor und Vorsitzender der Lebenshilfe und neben den familiären Verpflichtungen habe er viel Zeit, Kraft und Energie aufgewandt, um seiner Ratstätigkeit und seinen Verpflichtungen nachgehen zu können. "Lieber Karl-Heinz, Du hast stets großes Engagement bewiesen und ein offenes Ohr für alle Anliegen der Bürger unserer Stadt und der Stadtteile gehabt", stellte Günther Werner fest.

Für diesen Einsatz hätten ihn die Haßfurter immer mit sehr guten Wahlergebnissen belohnt und wertgeschätzt. Eppelein habe sehr viel zu einem guten Arbeitsklima im Stadtrat beigetragen und viele wichtige Entscheidungen durch seinen Erfahrungsschatz mittragen können. "Sich auch in politischen Auseinandersetzungen um Fairness und Kompromissfähigkeit zu bemühen, war für dich selbstverständlich. Du hast die CSU in Haßfurt als Stadtrat, in deiner Zeit als ihr Fraktionsvorsitzender und stellvertretender Bürgermeister über Jahre verkörpert und ihr ein Gesicht gegeben. Du warst Beispiel für einen Kommunalpolitiker, der integer ist und sich um das Allgemeinwohl kümmert, und dafür wurde dir im Jahre 2012 vom Regierungspräsidenten verdient die kommunale Verdienstmedaille in Bronze verliehen", so Günther Werner, der auch der Ehefrau Annemarie Eppelein dankte.


Enormes Hintergrundwissen

Norbert Geier würdigte Eppelein im Namen der CSU-Fraktion; Manfred Stühler meinte, "du warst für mich sehr hilfreich. Ich habe sehr viel von dir gelernt, denn dein Hintergrundwissen war enorm."

Der 74-jährige Eppelein erinnerte daran, dass er sechs Mal das Vertrauen der Bürger bei den Kommunalwahlen erhalten und in seiner Zeit vier Bürgermeister, 68 Stadträte und acht Ortssprecher erlebt habe. "Den größten Teil dieser Zeit hat mir dieses Ehrenamt Spaß gemacht, vor allem als Zweiter Bürgermeister zusammen mit Rudi Eck und Reiner Schuster." Auch wenn es in einer so langen Periode Dinge, bis zur Gewaltandrohung, gegeben habe, die er am liebsten nicht erlebt hätte.


Mehr Sachlichkeit im Stadtrat angemahnt

Dem Stadtrat und der Verwaltung empfahl er, wieder mehr Sachlichkeit in der Diskussion und im Miteinander walten zu lassen. "In früheren Jahren war der Stadtrat von Haßfurt für eine gute Streitkultur auch über unsere Stadtgrenzen hinaus bekannt. Das sollte in diesem Gremium wieder einkehren", forderte er. Vielleicht helfe es, wenn man die gute Tradition des Einkehrens nach den Sitzungen wiederaufnehme.

Karl-Heinz Eppelein gehörte dem Stadtrat seit 1984 an; er war Dritter Bürgermeister von Oktober 1998 bis April 2002 und Zweiter Bürgermeister von Mai 2002 bis April 2014. Als CSU-Fraktionsvorsitzender fungierte er von 1993 bis 1998. Daneben war er Mitglied im Finanz- und Hauptausschuss von 1984 bis 2008 sowie von 2014 bis heute und im Bau- und Umweltausschuss von 2008 bis 2014. Den Vorsitz im Rechnungsprüfungsausschuss hatte er von 1984 bis 2008. Zudem war er Sprecher in der Interfraktionellen Arbeitsgruppe Sport. Seit 2002 gehörte er dem Werkausschuss, dem Aufsichtsrat Stadtwerk GmbH und dem Aufsichtsrat SIN/Rechenzentrum an. Er engagierte sich als Vorsitzender der Lebenshilfe von 1999 bis 2006 und als Kreisrat von Dezember 2007 bis April 2008.


Bauvorhaben wird ordentlich bezuschusst

Gegen alle Erwartungen hat sich der Stadtrat mit nur drei Gegenstimmen dafür ausgesprochen, die Planungen für den Bau einer Radwegeverbindung von Riedbach über Uchenhofen nach Haßfurt weiterzuverfolgen. Denn die Mehrheit befand, dass man nie mehr so günstig einen Radweg errichten könne. Nach Abzug der Förderung muss die Stadt Haßfurt nur rund 488 000 Euro aufbringen.

Grundlage ist der Wunsch der Gemeinde Riedbach, einen Radweg von Kleinsteinach nach Mechenried zu bauen. Gleichzeitig hat sie die Stadt Haßfurt gebeten, den Radweg über Uchenhofen nach Haßfurt weiterzuführen. Nach ersten Gesprächen, auch im Stadtrat Haßfurt, war man eher dagegen. In der Stadtrastsitzung jedoch stellte

Alfons Schanz von der Tiefbauverwaltung des Landkreises Haßberge, das Projekt näher vor. "Es ist sinnvoll, den Radweg entlang der Kreisstraße zu errichten, weil dort eine soziale Sicherheit für die Radfahrer gegeben ist, die Gefahrenstellen entschärft werden können, ein solcher Radweg besser angenommen wird als ein Weg über die Flur und weil man eine bessere Kontrolle im Betrieb und Unterhalt hat", sagte Schanz. Es sei genügend Platz für einen Radweg rechts der Kreisstraße von Haßfurt nach Uchenhofen vorhanden. Der Landkreis sei bemüht, das Radwegenetz zu verdichten und fördere den Bau mit 20 Prozent, da er kreisübergreifend sei. Zudem gebe es eine staatliche Förderung von 85 Prozent. So müsse Riedbach für seinen Teil (Gesamtkosten veranschlagt mit 1,338 Millionen Euro inklusive der Ingenieursleistungen) nur 363 805 Euro aufwenden.

Die Stadt Haßfurt müsse bei Gesamtkosten von rund 1,81 Millionen Euro für die fünf Kilometer 487 645 Euro finanzieren. Allerdings komme noch der Grunderwerb hinzu, der ebenfalls mit 85 Prozent gefördert werde. Auch wenn Steigungen von Radfahrern nicht gut angenommen würden, so steige doch die Zahl der Pedelecs (Fahrräder mit Elektroantrieb) rasant.

Michel Spies, Norbert Geier und Michael Schlegelmilch plädierten für das Projekt, da es wichtig für den Radtourismus sei. Alfons Schanz berichtete, dass es ungefähr eineinhalb Jahre dauern werde, bis man einen Förderantrag stellen und in die Umsetzung gehen könne. Alleine das Naturschutz-Monitoring dauere ein ganzes Jahr.


Neues Wohnbaugebiet

Keine Einwände gab es gegen den Erlass der Satzung über die Änderung des Bebauungsplans für das Allgemeine Wohngebiet "Östlich der Hofheimer Straße" im Bereich der ehemaligen Waldi-Schuhfabrik in Haßfurt.


Maifest richtet der FC aus

Wie Bürgermeister Günther Werner mitteilte, sei der TV nicht in der Lage, das Maifest auszurichten. Dafür habe sich der FC Haßfurt bereiterklärt, das Fest am 30. April und am 1. Mai auszurichten. An beiden Tagen gibt es ab 13 Uhr Festbetrieb auf dem Marktplatz und am 1. Mai beginnt der Festbetrieb um 10 Uhr mit dem Weißwurstessen.


Kein Baugebiet in Prappach?

Da es vier Grundstücksbesitzer ablehnten, Flächen an die Stadt zu verkaufen, sieht Bürgermeister Werner keine Chance, in Prappach ein Baugebiet auszuweisen. Norbert Geier bat um Nachverhandlungen.

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