Theres
Falkennachwuchs

In der Kinderstube der Raubvögel in Wagenhausen

Bei Familie Scharbert in den Thereser Gemeindeteil Wagenhausen lebt eine Falkenfamilie in dem Nistkasten an der Maschinenhalle: Gerade lernen die Jungvögel das Fliegen.
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Uff, da kann man sich festhaken und festkrallen: Beim Flugversuch benutzt der Jungvogel die Wand der Maschinenhalle als Hilfe. Fotos: R. Ruprecht
Uff, da kann man sich festhaken und festkrallen: Beim Flugversuch benutzt der Jungvogel die Wand der Maschinenhalle als Hilfe. Fotos: R. Ruprecht
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"Das war ein lebensgefährliches Unterfangen", erinnerte sich der 72-jährige Wilfried Scharbert aus Wagenhausen, als er vor sieben Jahren in seiner Maschinenhalle einen Nistkasten, gespendet vom Naturliebhaber Heinz Zufraß aus Waigolshausen, in acht Meter Höhe mit Hilfe einer Leiter an der Wand installierte. Aber es lohnte sich, denn die Familie erhält dadurch atemberaubende Einblicke in die Kinderstube von Raubvögeln.

Vier Falkenjunge

Bereits zum zweiten Mal in Folge wurden Wilfried mit seiner Ehefrau Inge (69) "Großeltern" von vier Falkenbabies. Seit zwei Jahren benutzt ein Turmfalkenpaar den Brutkasten. Zuvor gehörten Schleiereulen der Familie an.

Der Falco tinnunculus war 2007 "Vogel des Jahres". Turmfalken erreichen ein Alter bis zu 18 Jahren.

Gerade in den heißen Stunden des Tages genießt das Rentnerehepaar von seinem Garten aus, entspannt im Schatten, die Testflüge der etwa vier Wochen alten Falkensprösslinge auf ihrem Grundstück. Bereits nach der vierten Lebenswoche haben die Nestlinge das Körpergewicht eines ausgewachsenen Turmfalken erreicht.
"Interessant ist auch, wenn die Falkeneltern mit einer Maus zum Füttern anfliegen", berichtet Inge. In der Regel füttert das Weibchen seinen Nachwuchs vor allem mit Muskelfleisch.

Vor ein paar Tagen war der Jäger Herbert Zink aus Untertheres zu Besuch und "total hin und weg" von dem Falkennachwuchs, erzählt Wilfried, der seit 1949 in Wagenhausen lebt. Seine Frau Inge heiratete er 1967, beide sind Sudentendeutsche.

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