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Natur

In Zeil gehen bis zu 500 Fledermäuse in die Schule - nicht zum Lernen, sondern zum Schlummern

Im Kreis Haßberge fühlen sich die Bechsteinfledermaus und das Große Mausohr wohl. Von den Mausohren gibt es in der Zeiler Grundschule eine Kolonie.
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Das Große Mausohr lebt im Sommer in Wohngebieten und erreicht eine Flügelspannweite von über 40 Zentimetern. Foto: Patrick Pleul/dpa
Das Große Mausohr lebt im Sommer in Wohngebieten und erreicht eine Flügelspannweite von über 40 Zentimetern. Foto: Patrick Pleul/dpa
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Batman-Fans lieben sie sowieso, aber auch, wer mit dem Comic-Helden nichts anfangen kann, wird sich für sein tierisches Vorbild womöglich begeistern lassen: die Fledermaus. Die flattert im Kreis Haßberge gern umher.
Weil es Schutzprogramme gibt, die zum Beispiel die Kreisgruppe Haßberge des Bundes Naturschutz begleitet oder die für das Projekt "Natura 2000" der Europäischen Union von der Regierung von Unterfranken angestoßen werden, können sich einige schützenswerte Fledermausarten in der Region gut ansiedeln und finden hier dauerhaft ein Zuhause. So wie etwa das Große Mausohr und die Bechsteinfledermaus.


Sommerquartier in der Stadt

Wie Harald Amon von der Kreisgruppe Haßberge des Bundes Naturschutz erklärt, sind beide Arten hier zu beobachten, besonders das Große Mausohr sieht man häufiger, weil es sich bewohntes Gebiet als Sommerquartier aussucht: "Es kommt vor allem in alten, großen Gebäuden vor", erklärt er. Davon gibt es einige im Landkreis.
Eine Mausohrkolonie, die dem Bund Naturschutz bekannt ist, wohnt in der Grundschule in Zeil: Dort leben zeitweise bis zu 500Tiere. Das sind laut Amon Weibchen und Junge, die Männchen halten sich im Umfeld auf.

Der Bund Naturschutz weiß von zehn Mausohr-Quartieren im Kreis Haßberge, die Größe beträgt bei kleineren Kolonien zwischen 200 und 300 und bei größeren zwischen 1000 und 1500 Tiere, wie Amon dem Fränkischen Tag erklärt. Insgesamt umfassen die bekannten Kolonien rund 5000 Fledermäuse dieser Art, schätzt der Bund Naturschutz. Wenn die Großen Mausohren ausfliegen, bleiben sie für die Nahrungssuche aber nicht im Wohngebiet. Sie fliegen nachts in den Wald, wo sie hauptsächlich Laufkäfer jagen, die sie vom Boden aufgreifen. Aber auch andere Insekten gehören zu ihrer Beute. Im Winter leben die Mausohren zurückgezogen im Wald in Höhlen oder in Kellern.


Verlassene Spechthöhlen

Die Bechsteinfledermaus dagegen sieht man kaum in besiedeltem Gebiet. Sie ist eine Waldfledermaus und etwa im Steigerwald anzutreffen. Wobei: Man braucht schon Glück, um sie tatsächlich zu treffen, denn sie sind scheu und nachtaktiv. Sie bewohnen laut Amon zum Beispiel alte, hohle Bäume oder verlassene Spechthöhlen und jagen im Flug Mücken und Falter, aber auch Spinnen und Raupen.

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels war die Rede von bis zu 1500 Fledermäusen, die in der Zeiler Grundschule leben. Diese Information war falsch, es handelt sich um bis zu 500 Tiere. Bei einer Sommerexkursion des Bund Naturschutzes im kommenden Juli werden die einzelnen Habitate besucht und genauer erfasst.


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