Maroldsweisach
Haushaltsberatung

In Rathaus und Birkenfeld wird kräftig investiert

Der Marktgemeinderat von Maroldsweisach hat sich auf die Projekte, die heuer angepackt werden, verständigt.
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Anstelle dieses Wildgatters plant der Eigentümer einen Camping- und Zeltplatz am Ortsrand von Gückelhirn. Foto: Ralf Kestel
Anstelle dieses Wildgatters plant der Eigentümer einen Camping- und Zeltplatz am Ortsrand von Gückelhirn. Foto: Ralf Kestel
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Es geht aufwärts mit der Marktgemeinde. Dies in mehrfacher Hinsicht. In der nächsten Woche erfolgt der Einbau eines Aufzugs im Rathaus, aber auch der Schuldenstand geht nach oben, wie bei der Haushaltsberatung im Rahmen der Sitzung des Marktgemeinderates am Montagabend deutlich wurde.

Wobei Haushaltsberatung der falsche Begriff ist: Kämmerer Arno Welz legte die Zahlen für 2016 und 2017 vor, diskutiert wurde nichts mehr bei einem Etat mit einem Gesamtvolumen von fast 7,9 Millionen Euro. Das sei vorher im Finanzausschuss und in den Fraktionen passiert, meinte Bürgermeister Wolfram Thein (SPD) abschließend.

"Wir konnten zwar nicht allen Wünsche nachkommen, aber es sind dennoch viele Investitionen vorgesehen, wobei der Haushalt solide bleibt. Vielleicht können wir auch noch auf die eingeplante Kreditaufnahme für die Erschließung des neuen Gewerbegebietes noch verzichten", gab sich Thein zuversichtlich.

Einen Rüffel fing der dennoch ein, weil der zu beschließenden Stellenplan nicht auf der Tagesordnung aufgeführt worden war. "Bei jeder Sitzung fehlt ein Punkt", schimpfte Stefan Böhm (Junge Christliche Union).

Der Haushalt selbst wurde ohne Gegenstimme abgesegnet. Das Zahlenwerk mit einem Volumen von fast acht Millionen Euro in Einnahmen und Ausgaben sieht aktuell eine Kreditaufnahme von 200 000 Euro vor, bei der der Bürgermeister hofft, dass sie nicht erfolgen muss, wenn der Investor die vereinbarte Ablöse vorzeitig vornimmt.

Die Gewerbesteuersätze wie auch die Gebühren für Wasser und Kanal bleiben unverändert, wobei Arno Welz in beiden Fällen beim Kassensturz für 2016 auf eine Unterdeckung kam, weswegen er für 2018 eine Anhebung der Gebühren empfahl.

Bei den Friedhofsgebühren lag die Kostendeckung bislang nur bei 15 Prozent, weswegen der Gemeinderat sich auf eine Anhebung der Gebühren verständigte, so dass zumindest eine Kostendeckung von 60 Prozent erreicht wird. So kostet ein Einzelgrab nunmehr 500 Euro, ein Doppelgrab 1000 Euro, ein Urnengrab 300 Euro.

Der Schuldenstand der Gemeinde erhöht sich dem Plan zufolge auf eine Gesamtsumme von 2,2 Millionen Euro. Dem steht eine Rücklage von 434 000 Euro gegenüber.

Aufgrund dieser Zahlen sprach Kämmerer Welz von einem "engen, aber auch überschaubaren und soliden Finanzrahmen". Er mahnte die Gemeinderate, sich an die Vorabsprachen in den vorangegangenen zwei Finanzausschuss-Sitzungen zu halten, wonach nur notwendige und finanzierbare Vorhaben angepackt werden. "Wir habe angedachte Maßnahmen teilweise auch gestrichen bzw. ergänzt." Überplanmäßige Ausgaben seien auf jeden Fall zu vermeiden.

Für 2018 erwartet Welz zwar wieder eine Zunahme bei den Einnahmen, aber das wirke sich schon im darauffolgenden Jahr negative aus, da die Kreisumlage noch höher ausfallen könnte, wenn die Finanzkraft anwachse.

Gekauft werden soll einen neuer City-Bus, da sich beim Vorgängermodell nach elf Jahren die Reparaturen nicht mehr lohnen. Zum Kaufpreis von 28 500 Euro steuert ein Geldinstitut 15 000 Euro an Zuschuss bei. Für Geräte auf Spielplätzen in Maroldsweisach und Birkenfeld wurden 27 000 Euro eingeplant.

Weiter investiert wird ins Altensteiner Freibad (Rutsche fürs Kinderbecken, Planung für Sanierung von Sanitärbereich samt Dach), wobei das Freibad weiterhin ein Draufzahlgeschäft bleibt: Das Minus hat der Kämmerer mit rund 67 000 Euro veranschlagt.

Viele Jahre zurückgestellt, wird die Rathaussanierung nun in Angriff genommen, wozu der Freistaat 90 Prozent an Zuschuss gewährt. Ab 2. Mai rückt der Betonsäger an, um den Schacht für den Aufzug zu bewerkstelligen, der am 8. Mai eingebaut wird. Wegen des Baulärm startet die Verwaltung am 4. Mai zum Betriebsausflug.

Mit Zukunftsmusik hatten auch die weiteren Punkt der Haushalts-Sitzung des Marktgemeinderat am Montag zu tun. So möchte ein Staffelsteiner Unternehmen bei Dürrenried in Nähe zur vorhandenen Biogasanlage eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 2,5 Megawatt errichten.

Seitens der Marktgemeinde gibt es dazu keine Einwände. "Ob das überhaupt kommen darf, entscheidet die Bundesnetzagentur im Rahmen eines Bieterverfahrens", wusste Eberhard Vogel (CSU).

Nikolaus Schober (FWG) wollte wissen, ob für die Gemeinde von den bereits bestehenden Solaranlagen schon "etwas abfällt"? Bürgermeister Thein wähnte noch keine der beiden Anlagen in der Gewinnzone, aber nach zehn, zwölf Jahren werde Gewerbesteuer fällig.

In Wasmuthhausen wird nach dem Verkauf der Dreschhalle eine Gemeinschafts-Mehrzweckhalle samt Kunstrasen-Minispielfeld auf dem ehemaligen Anwesen Fischer gebaut. Das Amt für ländliche Entwicklung steuert bei Gesamtkosten von 110 000 Euro 50 Prozent bei. Auch Eigenleistungen seien versprochen, versicherte der Bürgermeister. Als Grund für den Neubau führte er an, dass dass "das Feuerwehrhaus gut belegt ist und öfter ausgeräumt werden muss, zum Beispiel für Wallfahrer".

In Gückelhirn plant die Deustersche Gutsverwaltung anstelle eines Gatters für Damwild den Bau eines Camping- und Zeltplatzes für 52 Wohnwagen und 32 Wohnmobile, was allgemein begrüßt wurde. Zweiter Bürgermeister Harald Deringer (CSU): "Eine Super-Idee und Aufwertung für die Gemeinde wie den Tourismus." Nikolaus Schober: "Das ist vor 20 Jahren schon überlegt worden." Werner Thein (SPD): "Von Campern geht kein Lärm aus. Das ist überhaupt kein Problem."


Zufahrt von Kreisstraße

Die Zufahrt auf das Gelände nördlich des "Wildspitzes" soll direkt von der Kreisstraße nach Eckartshausen her erfolgen.

Ortssprecher Winfried Appel gab aber die Kläranlagen-Situation zu bedenken. "Bisher gibt es nur Hauskläranlagen. Wie soll denn das mit so einer großen Anlagen funktionieren?"
Eine Frage, die nun im Landratsamt geklärt wird.


Einnahmen
Einkommensteuer 1,4 Mio.
Schlüsselzuweisungen des Freistaats 1,17 Mio.
Gewerbesteuer 700 000

Investitionen
Dorferneuerung Birkenfeld 470 000
Gewerbegebiet samt Abbiegespur 300 000
Mehrzweckhalle und Kunstrasenfeld Wasmuthhausen
180 000
Rathausumbau 155 000
Abwasser 105 000
Bauhof 60 000
Friedhöfe 32 500
Gemeindehäuser 31 500

Weitere Ausgaben
Personalkosten 1,37 Mio.
Kreisumlage 1,34 Mio.
Sozialbereich (Kindergarten und Schule) 642 000
Zuschuss für junge Familien 68 000

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