Knapp 100 Besucher saßen denn auch bei Kerzenschein inmitten der blühenden Rosen.

Die Leichtigkeit des Lebens


Es muss Zeiten geben, in denen die Leichtigkeit des Seins den Rhythmus des Lebens bestimmt. Bei der es im Dreiviertel-, im Vierviertel oder Sechsachteltakt swingt, im Blues versinkt oder im Boogie Woogie tanzt. Dieser Leichtigkeit hat sich das Trio mit Stefan Scholz aus Nürnberg (Gesang, Saxophon), Christian Jung aus Fürth (Klavier) und Dieter Schreiber aus Ansbach (Kontrabass) verschrieben. "Wir lieben den Swing, den Blues und den Boogie Woogie, die Musik des Nat-King-Cole-Trios, von Ray Charles oder Louis Jordan", erzählte Stefan Scholz. "Sie strahlt eine gewisse Leichtigkeit aus und ist nicht so verkopft wie der Jazz." In den 1940er Jahren sei der Blues recht unterhaltsam gespielt und die Musik leichter geworden. Damals gründeten sich auch die ersten Trios. Obwohl Stefan Scholz und seine Musikerkollegen, seit 1996 in dieser Formation zusammen, auch in anderen Bands musizieren und sich dort auch dem Rock'n‘Roll, dem Jazz, dem Country- und Bluesrock, den französischen Chansons, dem Pop und dem Gospel widmen, fühlen sie sich doch bei den "Alligators of Swing" richtig zuhause. Nachdem sie bereits bei einer langen Einkaufsnacht und bei einem Wirtschaftstag in Haßfurt aufgetreten waren, freuten sie sich, wieder hier spielen zu dürfen. Ihr Publikum verzauberten sie mit Liedern von Nat King Cole, Leroy Carr, Willie Dixon, Bobby Bland, Ray Charles, Louis Jordan und Stefan Scholz selbst.

Expressives Spiel


Auch wenn dessen wohlklingende und ausdrucksstarke Stimme im Mittelpunkt stand, kam doch das Instrumentalspiel nicht zu kurz. Der Sänger, der den Abend humorvoll moderierte, brachte sein Saxophon mit expressivem Spiel zum Klingen und ließ es klagen, weinen und jubeln.
Christian Jung erwies sich als äußerst improvisationsfreudig und zelebrierte die musikalische Leichtigkeit ideenreich, spritzig und mit großer Fingerfertigkeit. Das i-Tüpfelchen auf den Groove setzte Dieter Schreiber, der am Kontrabass rhythmische und deutliche Akzente setzte.
Nicht nur das Trio begeisterte an diesem Sommerabend - auch das Ambiente des Rosengartens trug zur gelösten Stimmung bei. Während die Musiker auf der Weiden-Bühne musizierten, saßen die Zuhörer über den Garten verteilt an schön gedeckten Tischen, genossen das Essen und erfreuten sich an den Farben der reich blühenden Rosen. "Der Rosengarten ist eine richtig schöne Oase", betonte Petra Lettang vom Kulturamt, "aber noch viel zu wenig beachtet." Um den Garten kümmern sich, wie Lettang beschrieb, der Bauhof der Stadt und Gertrud Preiser. Er bietet gute Gelegenheit, sich in der Mittagspause zu regenerieren, einen schönen Spaziergang einzulegen oder einmal ein Konzert anzubieten. "Das ist Wellness in der Stadt", unterstreicht Petra Lettang.