Pfaffendorf
Generalsanierung

In Förderschule rückt die Abrissbirne an

Ab Herbst bestimmen Bauarbeiter und -maschinen den Stundentakt in der Schule des Jugendhilfezentrums in Pfaffendorf.
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Architekt Schels zeigt, in welche Räume die Schulklasse für die Phase der Generalsanierung ausweichen.
Architekt Schels zeigt, in welche Räume die Schulklasse für die Phase der Generalsanierung ausweichen.
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Der "Charme" des Betonbunkers hat bald ausgedient. Von der Schule des Jugendhilfezentrums bleiben ab dem Herbst nur noch die tragenden Säulen stehen. Im Zuge einer Generalsanierung wird das Hauptgebäude total entkernt, andere Teile werden komplett abgerissen. So auch die seit Jahren nicht mehr genutzte Schwimmhalle, die Turnhalle und die Hausmeisterwohnung.

Dieses Konzept, das in eineinhalb bis zwei Jahren umgesetzt werden soll, stellten die Verantwortlichen des Jugendhilfezentrums und Ottmar Schels vom zuständigen Architekturbüro Dietz aus Bamberg am Montag in einer Informationsveranstaltung rund 20 Bürgern vor.

Es wird ein Kraftakt werden. Für Schüler, Kollegium und Personal, Anwohner und Zuschussgeber. Die meisten davon stehen hinter dem Projekt im 370-Seelen-Ort, das laut Gesamtleiter Marcel Pelikan von Kultusministerium wie auch Regierung von Unterfranken befürwortet werde, die auch den Bedarf für 70 Schüler als wichtigen Bestandteil der Schullandschaft anerkannt hätten. "Jugendämter aus ganz Süddeutschland und Thüringen erkennen in uns einen wichtigen Standort." Womit auch die pädagogische Dimension angeklungen ist.

Schulleiterin Johanna Brünker erläuterte die Zielsetzung, den Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf ein
Schulgebäude zu bieten, in dem sie sich wohlfühlen, was im jetzigen Haus, dessen Konzeption nach 50 Jahren überholt sei, nicht immer gelinge.

"Wir sind dankbar dafür, dass nicht nur Fenster, Decken und Böden erneuert werden. Wir müssen anders auf unsere Schüler eingehen. Wir brauchen Räume, in denen sie zur Ruhe kommen, aber auch solche, in denen sie sich austoben können. Aber auch Räume für einen ordentlichen Unterricht", erklärte Brünker mit Hinweise auf vielfältige pädagogischen Erfolge in den letzten Jahren. Marcel Pelikan dazu: "Wir wollen weiterhin Jugendliche, denen ungünstige Chancen prophezeit wurden, auf einen guten Weg bringen."

Über das Geld, das dazu in die Hand genommen wird, wollten Architekt wie auch Leiter keine Angaben machen. "Mehrere Millionen", hatte Pelikan früher schon zur Auskunft gegeben. "Das Haus ist einfach in die Jahre gekommen", sagte Architekt Schels.

Anforderungen an Wärme- und Schallschutz, Elektroinstallation genügten nicht mehr den Vorgaben. "Flachdächer sind schon immer problematisch." Weswegen auch ein Großteil durch flach geneigte Dächer ersetzt werde. Schels: "Das Projekt bringt Vorteile für Schule und Dorf."


Container und freie Kapazitäten

Während der Bauphase rücken die Schüler in freien Räumen enger zusammen (in Richtung Wohnheim), aber auch Container werden für zwei Klassen sowie einen Werkraum aufgestellt. Der Umzug in andere Schulhäuser sei verworfen worden. Johanna Brünker: "Wir wollten in Pfaffendorf bleiben."

Lediglich für den Sportunterricht werde ausgewichen, da die Turnhalle abgerissen und durch einen 15 auf 24 Meter großen Neubau ersetzt wird, der auch für andere Veranstaltungen genutzt werden kann. Für die Übergangszeit werde für Faschingsabende und Musikkonzerte eine andere Lösung gesucht, erfuhren die rund 20 Zuhörer aus Pfaffendorf.

Neu angelegt wird ein Rasen-Sportplatz mit Laufbahn innerhalb des Heimgeländes, wo sich derzeit ein Hartplatz befindet.

Ausgelegt sei das Konzept, so Schels, auf acht Klassen. "Dazu gibt es klare Vorgaben aus dem Kultusministerium." Gebaut werde eine Energiezentrale für Schule und Turnhalle mit Hackschnitzel-Heizung. Dazu der Hausmeister: "Im Winter hatten wir bisher 400 Liter Öl am Tag gebraucht."

"Einige Probleme" sahen Pfaffendorfer wegen der Baustellen-Zufahrt nahen, die wegen der Brückenlasten nur über am Schloss vorbei in den Langen Weg erfolgen kann. "Das gibt Ärger."

Zwei größere Veranstaltungen stehen rund um das Jugendhilfezentrum Pfaffendorf im Juli an, ehe die Bagger anrücken:

Schulfest wird am Samstag, 15. Juli von 11 bis 17 Uhr auf dem Schulgelände gefeiert. Dabei werden bei einem Flohmarkt auch Gegenstände verkauft, die im Zusammenhang mit der Generalsanierung nicht mehr benötigt werden - vom Sessel bis zum Musikinstrument.

Verabschiedet werden die Salesianer am Sonntag, 16. Juli, im Rahmen eines Gottesdienstes um 10.15 Uhr verabschiedet. Wie Pater Alois Blüml dazu mitteilte, werde er künftig drei Tage in Bamberg und drei Tage in Pfaffendorf tätig sein. Pater Alois Gassner bleibt noch bis Ende September in seiner Pfarrei Hofheim, um dort den Übergang zu ordnen, ehe es "ihn in den Süden zieht", so Blüml. Danach erfolge die Profanierung (Entweihung) der Kirche. "Deswegen stehen wir mit dem Bistum in Kontakt." Der einstige Kirchenraum könne danach anderweitig und multifunktional, aber auch für Beerdigung genutzt werden. Eine vielseitige Nutzung bezweifelten einige Pfaffendorfer, da "ja nicht einmal ein WC vorhanden ist".

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