Ebern

In Ebern zieht Reisebüro in einstiges Café um

Bei den leer stehenden Gewerbe-Immobilien in der Altstadt kommt Bewegung rein. Ein einstiges Café verschwindet endgültig, eine Kneipe ereilt das selbe Schicksal. Die entsprechenden Pläne der Bauherren segneten die Mitglieder des Bauausschusses in ihrer Sitzung am Mittwochabend ab.
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An historischen Vorbildern soll sich die künftige Fassadengestaltung des Hauses neben der Badgasse am Marktplatz orientieren. Das Reisebüro der Ehefrau der Eigentümer wird einziehen.   Fotomontage: Steffen Schanz aus der Sammlung Rothbauer/Foto-Creativ-Kreis
An historischen Vorbildern soll sich die künftige Fassadengestaltung des Hauses neben der Badgasse am Marktplatz orientieren. Das Reisebüro der Ehefrau der Eigentümer wird einziehen. Fotomontage: Steffen Schanz aus der Sammlung Rothbauer/Foto-Creativ-Kreis
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Im einstigen Café am Markt darf aber weiterhin von Cappuccino und Mozartkugeln geträumt werden, dorthin zieht ein Reisebüro um, das bislang in einer einstigen Metzgerei angesiedelt war.

Fernweh sieht anders aus: "Touristik&Meer" siedelt also nur von der Kapellenstraße an den Marktplatz um. Eine nahe liegende Entscheidung, hat die Familie Kundmüller das Haus doch schon vor längerer Zeit erworben, um es jetzt für das Reisebüro der Ehefrau zu nutzen.

Seit dem Rückzug einer Reckendorfer Bäckerei, die vor rund eineinhalb Jahren ihre Filiale aufgrund wirtschaftlicher Überlegungen nach vergleichsweise kurzer Öffnungsphase wieder aufgab, standen Café und Backstube leer. Dafür ziehen jetzt Büroräume mit vier Beraterplätzen im Erdgeschoss ein. Im ersten Geschoss sind ein weiteres Büro sowie ein Aufenthaltsraum vorgesehen, erläuterte VG-Bauamtsleiter Martin Lang bei Vorlage der Pläne.


Bessere Gestaltung

Worüber Lang sich freute, sind die neuen Fenster, die gemäß der Gestaltungssatzung für die Altstadt eingebaut werden. Überhaupt werde die Front zum Marktplatz hin der Ansicht früherer Fassaden ähneln, wie er anhand eines alten Fotos aufzeigte. Das Vorhaben sei auch schon mit Stadtplaner Jürgen Bergmann abgestimmt. Philipp Arnold (Freie Wähler) freute sich darüber, dass sich " das Ende eines Leerstandes am Marktplatz" abzeichne.

Weitere, nicht mehr genutzte Geschäftsräume bekommen eine neue Widmung: Aus den "Ritterstubn" in der Fuchspassage wird eine Wohnung. Diesem Vorschlag stimmte der Bauausschuss ebenso einstimmig zu wie den Reisebüro-Plänen, was Bürgermeister Harald Pascher (FDP), der die Sitzung leitete, zur Feststellung veranlasste, dass "heuer bislang alle Beschlüssen einstimmig fielen".

Das blieb auch im Rest der Sitzung so, in der es um einige private Bauvorhaben ging, so dass im Verlauf des Jahres einige Häuser in die Höhe wachsen werden. So auch auf einem der wenigen, noch freien Bauplätze entlang der Gleusdorfer Straße oder am Nägeleinsberg in Unterpreppach.

Dieser Bauantrag sorgte aber für tiefer gehende Beratung. Und dies sprichwörtlich. Denn das Bauherren-Ehepaar braucht für sein Traumhaus etliche Ausnahmeregelungen.


In den Hang hinein bauen

Denn die Bauwerber möchten in den Hang hinein bauen, was in früherer Zeit untersagt gewesen war. So entstehen drei Vollgeschosse, da auch der Kniestock erhöht werden darf. Die Gebäudehöhe wächst auf einer Seite auf zehn Meter. Des Weiteren soll die Firstrichtung gedreht werden, um die Sonneneinstrahlung vorteilhafter zu nutzen.

Wegen der topografischen Lage des Bauplatzes, der direkt an das Anwesen der (Schwieger-)Eltern anschließt, sowie ob der Randlage zur Siedlung erkannte Bauamtsleiter Lang keinerlei optischen Gründe zur Ablehnung. Die Stadtratsmitglieder, die intensiv auf Pläne und Fotos guckten, sahen dies genau so und willigten einstimmig ein.


Außentreppen für Seniorenheim

Denkmalpflegerische Überlegungen kontra Brandschutz. In diesem Spannungsfeld bewegte sich der Antrag des Diakonischen Werkes Bamberg, das im Seniorenzentrum St. Elisabeth zwei Fluchttreppen im Außenbereich anhängen will bzw. muss. "Bislang führte eine an der Wand hängenden Leiter senkrecht nach unten", zeigte Bürgermeister Pascher die Unzulänglichkeiten auf, die in einer Pflegeeinrichtung nicht mehr tragbar sind.

Eine der Fluchttreppen führt - über zwei Podeste - vom Nordflügel in den Innenhof, die zweite von der Südseite des Spitals unmittelbar hinter der Kapelle in den angrenzenden Garten. Den Kompromiss, eine Metallkonstruktion gewählt zu haben, begründete Martin Lang mit wirtschaftlichen Überlegungen. "Eine Treppe aus Naturstein wäre kaum bezahlbar." Die Zustimmung der Denkmalpfleger liegt vor.

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