Rauhenebrach
Umweltbildung

Im Wohnzimmer der Familie Specht in Obersteinbach

In der Steigerwald-Gemeinde Rauhenebrach wird bei Obersteinbach der "Pfad der Artenvielfalt" eingeweiht. Am Wochenende können vor allem Eltern und Kinder ungewohnte Einblicke bekommen. Sonntag ist Aktionstag.
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Zum letzten Kontroll-Rundgang vor der Eröffnung trafen sich am Pfad der Artenvielfalt Bürgermeister Matthias Bäuerlein, Betriebsleiter Ulrich Mergner und Dietmar Herold vom Forstbetrieb Ebrach (von rechts). Fotos: Sabine Weinbeer
Zum letzten Kontroll-Rundgang vor der Eröffnung trafen sich am Pfad der Artenvielfalt Bürgermeister Matthias Bäuerlein, Betriebsleiter Ulrich Mergner und Dietmar Herold vom Forstbetrieb Ebrach (von rechts). Fotos: Sabine Weinbeer
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Mit vielen Aktionen wird am Wochenende der "Pfad der Artenvielfalt bei Obersteinbach eröffnet. Im Volksmund heißt der Naturlehrpfad im Weilersbachtal schon jetzt "Schmetterlingsweg" wegen der vielen überdimensionalen Holz-Schmetterlinge, die an verschiedenen Stationen angebracht sind und die die Rauhenebracher Grundschüler farbig gestaltet haben.

Stationen, an denen man spielend lernen kann

Dieser Tage wurde letzte Hand angelegt an den Informationstafeln und interaktiven Stationen. Der Leiter des Forstbetriebs Ebrach, Ulrich Mergner, Bürgermeister Matthias Bäuerlein und Dietmar Herold trafen sich zu einem Kontroll-Rundgang. Dietmar Herold hatte in den vergangenen Monaten die Aufgabe, die vielen Ideen des Kreativ-Teams mit seinen Facharbeitern des Forstbetriebes umzusetzen.

"Aber wir haben tolle Leute und wir sind stolz auf das Ergebnis", so Herold. "Alles selbstgemacht", sagen Konrad Ditzel, Walter Herbst, Reiner Herbst und Rainer Schmitt und strahlen. Sie montieren eben die Begrüßungstafel kurz vor dem ersten Info-Pavillon. Vom Entwurf bis zur Ausführung in Lindenholz sind die Schrifttafeln, die Zeichnungen und Karten allesamt aus Eigenfertigung - und für die Wetterfestigkeit zum Abschluss noch zwei Schichten Bootslack.

Ein einziges Abenteuer

Vor allem für Familien mit Kindern ist der Pfad ein einziges Abenteuer. Wissen und die Einladung zum Spiel haben eine gute Balance. Dank der künstlerischen Begabung von Julian Wagner gibt es nicht nur eine Biber-Burg zu entdecken, sondern auch eine Biber-Familie. In Holz geschnitzt warten sie auf ihre Gäste - Biberdämme sieht man zwar in Rauhenebrach an vielen Stellen, doch die Tiere selbst sind nur selten zu entdecken.

Über aktiven und passiven Naturschutz, die verschiedenen Lebensräume Wiesengrund, Wald und Bach informieren die Stationen entlang des Weges. Sogar in eine Spechthöhle können die Besucher hineinschauen. "Der aufklappbare Buchenstamm war auch so eine Idee vom Chef, die wir dann als Herausforderung genommen haben," so Herold lächelnd. Der Baum mit der Spechthöhle - eigentlich streng geschützt - musste an einer Straße aus Verkehrssicherungsgründen gefällt werden und bekam ein zweites Leben am Lehrpfad. Er hat nun eine "Tür", die Einblick in eine solche Höhle gibt.

Sechs-Kilometer-Rundweg

Der Pfad ist insgesamt sechs Kilometer lang und als Rundweg angelegt. Die erste Hälfte führt vom Infopavillon im Weilersbachtal bis zum zweiten Pavillon am Naturwaldreservat Klein engelein. Dieses Teilstück ist kinderwagengeeignet. Wer nicht umkehren, sondern den Rundweg vollenden möchte, sollte etwas festeres Schuhwerk tragen, denn der Weg geht dann in einen Natursteig über, bei dem es auch einmal gilt, über Steine in einem Bachbett zu balancieren. "Wenn man den Weg intensiv mit Kindern geht und die Stationen wirklich bespielt, dann wird man so drei bis vier Stunden benötigen", schätzt Dietmar Herold.

Der Weg wird am Freitag offiziell eingeweiht und am Sonntag mit einem Aktionstag der Öffentlichkeit übergeben. Um 14 Uhr beginnen die verschiedenen Aktivitäten: Unter anderem kann man bei den Kindergärten basteln, Töpfe bepflanzen und mit dem Umweltbildungszentrum (Ubiz) in das Leben der Fledermäuse eintauchen. Naturpark Steigerwald und das Steigerwald-Zentrum halten viele Informationen bereit, ebenso wie der Forstbetrieb Ebrach.

Die zuständige Revierleiterin Petra Diener steht außerdem um 15.30 Uhr am Info-Pavillon Kleinengelein bereit für einen Rundgang durch das Naturwaldreservat, das sonst nicht betreten werden darf.

Wer entlang des Pfades gut aufpasst, kann sicher auch das Quiz lösen, für das aus dem Bereich des Steigerwalds attraktive Preise zur Verfügung gestellt wurden - wie ein Urlaubs-Wochenende oder Familien-Karten für das Freizeitland Geiselwind, die Franken-Therme Bad Windsheim, das Geomaris oder das Fränkische Freilandmuseum.


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