Der Anbau aus den 60er Jahren steht schon nicht mehr, die historische Bausubstanz indes bleibt unangetatstet: Der Umbau des einstigen Rottenhan-Schloss aus dem 15. Jahrhundert zum Seminarhotel der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) hat begonnen.
Dass es um viel Geld geht, zeigte sich schon bei der Anfahrt. Große Karossen säumten den Weg. Zwischen 14 und 15 Millionen Euro werden investiert, verriet Norbert Fath, der Generalbevollmächtige der Hannover Leasing, einer in Pullach ansässigen Fondsgesellschaft, die zusammen mit dem Münchner Projektentwickler Masterplan unter dem Namen "Amicitia GmbH" das Objekt erwarb und umbaut und danach auf mindestens 20 Jahre an die VGB vermietet. Bei der Hannover Leasing ist auch der aus Untermerzbach stammende Stefan Weigand beschäftigt, der die ersten Kontakte knüpfte.
Dass die erfolgreich waren, lobte Jens Janisch, geschäftsführender Gesellschafter der Masterplan und Mitgesellschafter der "Amicitia" (römisch für Freundschaft): "Wir haben sofort gespürt, dass dieses hier Projekt gewollt ist. Die partnerschaftliche Zusammenarbeit gibt uns Rückenwind. Wir sind es aus München nicht gewohnt, dass Gemeinderat und Landratsamt eine Baugenehmigung innerhalb von 14 Tagen erteilen."
Janisch freute sich auf die Aufgabe, die einstmals "kleinste Hochschule Deutschlands" - damals des Pallottinerordens - in eine neue Bildungsstätte umzuwandeln.

Erfreute Kommunalpolitiker


Erstem Bürgermeister Helmut Dietz (SPD) stand wie allen seinen Gemeinderäten die Freude ins Gesicht geschrieben. "Wir betrachten das Schloss als Wahrzeichen unseres Ortes und schauen jetzt voller Freude in die Zukunft, denn mit dem Seminarhotel kommen Dynamik und Arbeitsplätze nicht nur in unsere Gemeinde, sondern in die gesamte Region." Dietz' Dank galt den Pallottiner, die das beim Weggang gegebene Versprechen einlösten, wonach ein "würdiger und zuverlässiger Nachfolger gesucht werden sollte".
Franz-Josef Haska, Vorsitzender des VBG-Ausschusses "Prävention", sagte, dass die fünfte VBG-Akademie notwendig geworden sei, um den vorhandenen Bedarf zu decken. Ab September 2011 rechnet er mit 25 000 Teilnehmer-Tagen im Jahr. "Durch den großen Mehrzweckraum mit bis zu 100 Teilnehmern ist Untermerzbach für uns einzigartig" - gemeint: die einstige Kapelle, die schon entweiht wurde.
Es böten sich beste Voraussetzungen für umfang- und erfolgreiche Schulungsarbeit mit Sicherheitsbeauftragten, aber auch für Türsteher vor Diskotheken, Sportler oder Küster (womit sich fast ein Kreis zu den früheren Nutzern des Pallottinerordens schließt). Für alle diese Gruppen würden künftig Kurse in Sachen Unfall-Prävention angeboten.