Haßfurt

Im Kreis Haßberge auf Tuchfühlung mit Profis

Der Landkreis Haßberge stand im Blickpunkt der Radsportler. Nach einem Zeitfahren am Samstag mit Start und Ziel in Haßfurt ging's am Sonntag auf die letzte Etappe zum Ziel in Nürnberg. Neben der Strecke gab's viel zu tun.
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Maxi und Karlheinz Spahn (von rechts) feuern einen Radsportler an. Der macht sich gerade warm auf der Hauptstraße. Später rauschten hier die Radprofis im Zeitfahren dem Ziel entgegen.  Fotos: Klaus Schmitt
Maxi und Karlheinz Spahn (von rechts) feuern einen Radsportler an. Der macht sich gerade warm auf der Hauptstraße. Später rauschten hier die Radprofis im Zeitfahren dem Ziel entgegen. Fotos: Klaus Schmitt
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Sie sind begeisterte Radfahrer. Karlheinz Spahn (53) und sein Sohn Maxi (20) aus Hausen bei Schonungen im Kreis Schweinfurt ließen es sich am Samstag nicht nehmen, das Zeitfahren der Bayern-Rundfahrt für Radprofis hautnah zu verfolgen. Schon vor dem Start hatten sie sich auf der Hauptstraße in Haßfurt eingefunden, um den Profis zuzuschauen. Die machten sich auf der Strecke erst einmal richtig warm, ehe sie über eine Rampe im Minuten-Abstand auf die 26,1 Kilometer lange Strecke geschickt wurden. Über Wonfurt, Steinsfeld, Unter- und Oberschwappach, Eschenau, Westheim, Knetzgau und Hainert ging es zurück nach Haßfurt ins Ziel neben dem Oberen Turm. Knapp über eine halbe Stunde brauchten die Besten für den Rundkurs.

Gut 26 Kilometer durch hügeliges Gelände, zeitweise mit Gegenwind, das alles in gut einer halben Stunde - das ist eine Leistung, der auch Karlheinz und Maxi Spahn große Anerkennung zollen. Sie sind selbst oft mit dem Rennrad unterwegs. Zu Trainingszwecken. Rennen fahren sie auch, vor allem Sohn Maxi, dann aber mit dem Mountainbike. Das ist ihr eigentliches Metier. Zwölf-Stunden- und Marathon-Rennen haben die beiden aus Hausen schon absolviert, zuletzt waren sie beim Haßbergritt in Hofheim am Start. Zwischen 15 000 und 20 000 Kilometer legt Maxi Spahn im Jahr mit dem Fahrrad zurück. Eine stolze Leistung, die mancher Autofahrer mit seinem Wagen nicht schafft. Bei Vater Karlheinz Spahn sind es etwas weniger Kilometer.

Die Tour von Hausen nach Haßfurt war quasi ein Katzensprung für die beiden Radsportfans. Sie stehen am Absperrgitter in der Hauptstraße und feuern die Radprofis an, die sich in die Kurve legen und auf der Geraden in Richtung Ziel rasen.

Mit einem atemberaubenden Tempo sind die Profis unterwegs. Da müssen sie unbedingt freie Bahn haben. Für eine freie Strecke sorgen die Polizei und die Feuerwehr. Rund 50 Feuerwehrleute waren beim Zeitfahren am Samstag allein in Haßfurt tätig, um die Strecke abzusperren und den Rundkurs abzusichern. In den anderen Orten waren weitere Feuerwehrleute im Einsatz.

Für alle Fälle...

Für die Sperrungen setzte die Feuerwehr Haßfurt hauptsächlich Kräfte aus den Stadtteilwehren ein. Die Haßfurter Truppe stand bereit für Notfälle. "Wir müssen die Sicherheit gewährleisten", sagt Haßfurts Bürgermeister Günther Werner (FW), und das bedeutet, dass nicht alle Einsatzkräfte an der Strecke sein konnten. Es mussten auch noch Leute zur Verfügung stehen, wenn es zu einem Brand oder einem Einsatz bei einem Verkehrsunfall gekommen wäre.

Der Haßfurter Kommandant Martin Volpert und sein Stellvertreter Thomas Kainz hatten im Hof der Post nahe dem Zieleinlauf Position bezogen. Sie haben alles im Griff, als die Vorbereitungen laufen und die ersten Profis in Richtung Startrampe unterwegs sind. "Es sind immer ein paar Kleinigkeiten" noch zu regeln, weiß Martin Volpert. Da muss schnell ein weiteres Absperrgitter aufgestellt werden, oder dort muss ein bestehendes Gitter verschoben werden. "Ihr braucht ein Absperrband?", fragt der Kommandant in sein Funkgerät, und schon gibt es die Zusage, dass das Band gebracht wird.

Ärgerlich

Das erledigt Stefan Scherrer, der sich gerade am Kommandowagen der Haßfurter Feuerwehr aufhält. Der Polizist ist Verkehrssachbearbeiter der Polizei für den Landkreis und an maßgeblicher Stelle mitverantwortlich für die Sicherheit rund um die Strecke. Als das Zeitfahren noch nicht läuft, ist er alles andere als zufrieden. Autofahrer, die sich nicht an Sperrungen und Schilder halten wollen, ärgern ihn und seine Kollegen. "Die Unvernunft hat obsiegt", zweifelt er an der Einsichtsfähigkeit so mancher Autofahrer. Außerdem: Alles war vorher bekannt, die Sperrungen waren angekündigt. "Es kann sich keiner rausreden", sagt Stefan Scherrer, der mit seinem Kollegen von der Inspektion Haßfurt von einem Zug der Bereitschaftspolizei aus Nürnberg unterstützt wird.

Der Polizist ist seit Wochen und Monaten mit der Bayern-Rundfahrt beschäftigt. Noch länger befasst sich bereits die Stadt Haßfurt mit der Veranstaltung. Bereits 2014 gab es die ersten vorbereitenden Beratungen, erzählt Bürgermeister Günther Werner, und "seit Januar sitzen wir ständig zusammen."

Es gab viel zu tun. Als eine der ersten Aufgaben musste Haßfurt die Übernachtungen für die Radprofis und deren Begleiter reservieren. Eine Übernachtung für den ganzen Tross zahlt die Stadt. 30 000 Euro hat Haßfurt insgesamt in den Haushalt eingestellt. Ob das Geld komplett gebraucht wird, kann Werner noch nicht sagen. Die Rechnungen kommen noch ins Rathaus. Gelohnt hat sich der Aufwand nach Ansicht von Günther Werner allemal. Er freut sich, dass dieses Großsportereignis Station in Haßfurt machte. Das ist auch Werbung für die Stadt und den ganzen Landkreis.

In den Steigerwald

Haßfurt war schon einmal Gastgeber für ein Zeitfahren bei einer Rundfahrt. Das war 1995. Die aktuelle Tour kam allerdings größer, lauter und spektakulärer als vor 20 Jahren daher. Und sie zog die Zuschauer an. Tausende standen am Rand der 26,1-Kilometer-Strecke beim Zeitfahren am Samstag und auf den ersten Kilometern der Schlussetappe, die am Sonntagmorgen in Haßfurt startete und über Westheim in den Steigerwald führte. Durch Rauhenebrach fuhren die Profis, ehe sie über Prölsdorf den Landkreis verließen - das Ziel der Rundfahrt in Nürnberg immer im Blick.

Bei der Bayern-Rundfahrt für Radprofis setzte die Haßfurter Feuerwehr erstmals den Digitalfunk ein. Die neuen Geräte bestanden die Bewährungsprobe. Es klappt alles, sagte Kommandant Martin Volpert, der den Einsatz der Feuerwehrleute in Haßfurt koordinierte. Die neue Technik ist nach seiner Einschätzung eindeutig "ein Fortschritt". Eine Kostprobe: "Die Verständigung ist klar und deutlich", spricht Volpert am Samstag beim Zeitfahren in sein Handfunksprechgerät. Die Antwort kommt prompt und ist ebenso verständlich: "Dann sind wir zufrieden", sagt der Gesprächspartner Volperts.

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