Gleusdorf

Im Grenzgebiet wurden Grenzen überschritten

Der Pflegeskandal in der Seniorenresidenz Schloss Gleusdorf an der Itz sorgte bundesweit für ein immenses Medien-Echo.
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Am 24. November rückte die Polizei an - im Schloss Gleusdorf und zehn weiteren (Privat-)Objekten von Verdächtigen. Foto: Ralf Kestel
Am 24. November rückte die Polizei an - im Schloss Gleusdorf und zehn weiteren (Privat-)Objekten von Verdächtigen. Foto: Ralf Kestel
Eigentlich liegt Schloss Gleusdorf ganz am Rande des Deutschen Burgenwinkels, aber auf diese "Werbung" hätten die Verantwortlichen auch gerne verzichtet - aber am 24. November rückte die Seniorenresidenz an der Itz bundesweit in den Fokus der Öffentlichkeit.

Nach entsprechenden Enthüllungen des Fränkisches Tages über eklatante Missstände in diesem Seniorenheim rückte die Kriminalpolizei zur Hausdurchsuchung an, nahm die Geschäftsführerin und den Pflegedienstleiter in Untersuchungshaft. Es folgte die Exhumierung einer früheren, 88 Jahre alten Bewohnerin auf dem Friedhof von Strullendorf (Kreis Bamberg).

Das Thema beschäftigt(e) sämtliche Fernsehsender, Zeitungen und Magazine Deutschlands. Dutzende von Ex-Bediensteten meldeten sich in der FT-Redaktion und brachen ihr jahrelanges Schweigen über Betrügereien, Medikamenten-Missbrauch, Mobbing, Ausbeutung bis zur unterlassenen Hilfeleistung mit Todesfolge.

Seither fragen sich immer mehr Leute, wie es dazu kommen konnte, dass über Jahre hinweg zwar über Pflegemängel gemunkelt, aber nie etwas durch die dicken Schlossmauern an die Öffentlichkeit drang oder bei (Behörden-)Kontrollen aktenkundig wurde?

Im Grenzgebiet der Bezirke Ober- und Unterfranken, der Landgerichtsbezirke Bamberg und Coburg, der Amtsgerichtsbezirke Haßfurt, Bamberg, Lichtenfels und Coburg und an der Peripherie des Landratsamts Haßberge braute sich Ungemach für viele Heimbewohner und Beschäftigte zusammen. Es wurden Grenzen überschritten, einige strafrechtlicher Natur, andere moralisch nicht vertretbar.

Zwischenzeitlich wurden Mängel im Überwachungssystem deutlich wie auch Korruption im Raum steht. So hat sich der medizinische Dienst der Krankenkassen selbst als "zahnloser Tiger" dargestellt.

Das Thema hat unsere Leser sehr beschäftigt und wird sich bis weit ins neue Jahr hinziehen.

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