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Ebern
Verdienstmedaille

Hohe Ehre für Ingo Hafenecker

Das Heimatmuseum und der Bürgerverein Ebern tragen seine Handschrift. Ingo Hafenecker wurde mit einer der höchsten Auszeichnungen der Republik gewürdigt.
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Hohe Auszeichnung: Landrat Wilhelm Schneider verlieh am Montag in seinem Dienstzim-mer im Landratsamt Haßberge die Verdienstmedaille des Verdienstordens an Ingo Hafenecker.  Foto: Moni Göhr/Landratsamt Haßberge
Hohe Auszeichnung: Landrat Wilhelm Schneider verlieh am Montag in seinem Dienstzim-mer im Landratsamt Haßberge die Verdienstmedaille des Verdienstordens an Ingo Hafenecker. Foto: Moni Göhr/Landratsamt Haßberge
Landrat Wilhelm Schneider (CSU) war der Übermittler der hohen Würdigung. Er zeichnete Ingo Hafenecker aus Ebern mit der Verdienst-medaille des Verdienstordens der Bundesrepublik aus. Sie sei Dank und Anerkennung für ein jahrzehntelanges und vielseitiges Engagement im kommunalen, kulturellen und kirchlichen Bereich.
Die Medaille, die Landrat Schneider laut einer Mitteilung der Pressestelle am Landratsamt am Montag in Haßfurt aushändigte, gilt als höchste Anerkennung der Bundesrepublik Deutschland für Verdienste um das Allgemeinwohl. "Du bist ein leuchtendes Vorbild für uns alle, dein unermüdlicher Einsatz ist großartig und beeindruckt", so Landrat Wilhelm Schneider in seiner Laudatio.

Seit fast 50 Jahren engagiert sich Ingo Hafenecker auf ehrenamtlicher Basis in den verschiedensten Bereichen. Seine große Liebe gehört dem Bürgerverein Ebern, in dem er seit 46 Jahren Mitglied ist. Bereits im März 1979 wurde er als Nachfolger seines Vaters Simon Hafenecker in das Amt des Vorsitzenden gewählt. Seit 38 Jahren übt der inzwischen 79-Jährige dieses Amt auch heute noch mit Herzblut und Begeisterung aus. Der Eberner Bürgerverein hat eine mehr als 100-jährige Tradition. Er wurde im Jahr 1950 wieder gegründet und ist in Ebern sehr angesehen. Seine Schwerpunkte sind das Heimatmuseum und seine Wandergruppe. Aktuell gehören dem Verein rund 400 Mitglieder an.


Vieles initiiert

Als "Motor" des Bürgervereins hat Ingo Hafenecker eine Reihe an Aktivitäten, Veranstaltungen und Projekten initiiert. Dazu gehören die Gründung der Wandergruppe, der "Stille Advent" - die besinnliche Veranstaltungsreihe in der Vorweihnachtszeit, das Frühlingsfest im "Wolz`n-Garten", die Museumsnacht, das Weinfest und vieles mehr. Außerdem ist der Vorsitzende gleichzeitig auch Herausgeber der "Eberner Heimatblätter" mit fundierten Aufsätzen zur Stadtgeschichte. Ebenso verantwortlich ist er für den Tätigkeitsbericht des Bürgervereins, der seit 1981 jährlich in Form eines Jahresgaben-Heftes erscheint. Angeregt hat Ingo Hafenecker außerdem den Initiativkreis Weihnachtskrippe und die Gestaltung des Osterbrunnens in Ebern; hier legt er auch selbst mit Hand an.
Dem Vorsitzenden des Bürgervereins liegt seine Heimatstadt sehr am Herzen. Deswegen weist er auch immer wieder freundlich und sachlich auf Probleme in der Stadt hin und hat schon zahlreiche Vorschläge zur Verschönerung des Stadtbildes eingebracht. Darüber hinaus hat er sich auch für die Renovierung von städtischen Denkmälern, wie den Brückenheiligen von Sandhof, der Sankt-Barbara-Gruppe und dem Hochkreuz bei Losbergsgereuth sowie für die Restaurierung und Neuanschaffung einer Vereinsfahne eingesetzt.
Ein besonderer Höhepunkt seiner Amtszeit als Vorsitzender war die Organisation des aufwändigen Jubiläumsfestes zum 100-jährigen Bestehens des Bürgervereins im Jahr 1997.


23 Jahre Museumsdirektor

Besonders am Herzen liegt Ingo Hafenecker das Heimatmuseum Ebern, dessen Leitung er im Jahr 1994, also vor 23 Jahren, übernommen hat. Das Museum zeigt in zwölf Räumen mehr als 6000 Exponate und hat jährlich über 1000 Besucher. Seit seiner Pensionierung hat sich die Tätigkeit des Museumsleiters zu einem Vollzeitjob entwickelt.

"Wenn man dich telefonisch erreichen möchte, ist es ratsam, es zuerst im Heimatmuseum zu versuchen, denn das Büro dort ist zu deiner zweiten Wohnung geworden", so der Landrat.


Ein "Allrounder"

Mit beispiellosem persönlichem Einsatz habe Hafenecker das Heimatmuseum weiterentwickelt.H afenecker sei Arbeitgeber, Repräsentant, Museumsleiter, Museumsführer, Ausstatter, Lastenträger, Fuhrmann, Büroangestellter - sozusagen ein "Allroundman" in einer Person. Wäre der Ehrentitel "Vater des Eberner Heimatmuseums" nicht bereits an seinen Vater Simon vergeben - "keiner müsste lange überlegen, wem diese Bezeichnung zustehen würde", sagte Schneider.

Der Vorsitzende des Bürgervereins und Museumsleiter initiiert zahlreiche Sonderausstel-lungen im Heimatmuseum und in der Xaver-Mayr-Galerie. Viel Zeit und Arbeit steckt er außerdem in der Inventarisierung der Bestände. Gleichzeitig sorgt er dafür, dass das Museum attraktiv bleibt, indem Räume umgestaltet und renoviert werden.

Darüber hinaus hat Ingo Hafenecker in Eyrichshof ein 150 Quadratmeter großes Depot für das Heimatmuseum eingerichtet, das mittlerweile in den Keller der Frauengrundhalle umgezogen ist. Seine Idee war es auch, einen Museumsdienst am Wochenende einzurichten, so dass für die Besucher die Gelegenheit besteht, auch an Samstagen und Sonntagen tief in die Eberner Geschichte einzutauchen. Der 79-Jährige führt auch selbst Gäste und Schulklassen durch das Museum und erklärt die Exponate. Zu verdanken sind ihm auch zwei Museumsprospekte und zahlreiche Gesprächsabende zu Eberner Themen.

Das Heimatmuseum sei "ein kultureller Eckstein der Stadt Ebern und des östlichen Landkreises und hat mittlerweile einen sehr hohen Bekanntheitsgrad" lobt3 Schneider Hafenckers Verdienst.


Auch in Kirche und Politik engagiert


Andere Menschen wären mit diesem großen ehrenamtlichen Einsatz um den Bürgerverein und das Heimatmuseum schon mehr als ausgelastet gewesen. Nicht aber Ingo Hafenecker. Er fand dennoch Zeit und Energie, sich nach Kräften in der katholischen Pfarrei St. Laurentius zu engagieren. 32 Jahre lang war er Mitglied im Pfarrgemeinderat, davon ezhn Jahre lang Vorsitzender. Auch als Lektor und Kommunionhelfer hat er sich von 1970 bis 1988 eingebracht. Darüber hin aus war er Mitglied der Kirchenverwaltung (2004 bis 2012) und den Kirchenchor hat er zwölf Jahre lang - von 2000 bis 2012 - untterstützt. 22 Jahre lang war Ingo Hafenecker in der Vorstand-schaft des CSU-Ortsverbandes Ebern tätig - zeitweise als stellvertretender Vorsitzende, Schriftführer und Beisitzer. Zudem ist der Bürgervereinsvorsitzende auch noch als Stadtführer im Einsatz.
Zu dieser hohen Ehrung gratulierte auch Landtagsabgeordneter Steffen Vogel, Bürgermeister Jür-gen Hennemann und Kreisheimatpfleger Günter Lipp.