Hofheim i. UFr.
Wahl

Hofheim steht hinter Wolfgang Borst

Die Bürger in der früheren Kreisstadt bestätigten den 64-jährigen Kommunalpolitiker in seinem Amt als Bürgermeister.
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Glückwünsche: Der Hofheimer CSU-Ortsvorsitzende Andreas Dellert (Zweiter von links) gratuliert Wolfgang Borst (rechts) zur Wiederwahl als Bürgermeister. Zu den weiteren Gratulanten gehörten (von links) Landrat Wilhelm Schneider, der Hofheimer Stadtrat Alexander Bergmann und der Landtagsabgeordnete und CSU-Kreisvorsitzende Steffen Vogel.  Foto: Klaus Schmitt
Glückwünsche: Der Hofheimer CSU-Ortsvorsitzende Andreas Dellert (Zweiter von links) gratuliert Wolfgang Borst (rechts) zur Wiederwahl als Bürgermeister. Zu den weiteren Gratulanten gehörten (von links) Landrat Wilhelm Schneider, der Hofheimer Stadtrat Alexander Bergmann und der Landtagsabgeordnete und CSU-Kreisvorsitzende Steffen Vogel. Foto: Klaus Schmitt
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Die Spannung hielt sich in Grenzen, denn das Ergebnis stand schon vorher fest: Wolfgang Borst wurde bei der Wahl am Sonntag als Bürgermeister der Stadt Hofheim in seinem Amt bestätigt. Der 64-Jährige war der einzige Kandidat. Es wird seine letzte Amtszeit an der Spitze der Stadt sein. Das hatte der CSU-Politiker schon vorher angekündigt, und das bestätigte er auch am Wahlabend im Gebäude der Verwaltungsgemeinschaft/VG Hofheim, deren Vorsitzender Wolfgang Borst ist.

Die Stadt Hofheim hat 4120 wahlberechtigte Bürger. Knapp 37 Prozent machten von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Vor sechs Jahren, als Wolfgang Borst ebenfalls als einziger Kandidat im Amt bestätigt wurde, waren es knapp über 37 Prozent Wahlbeteiligung. 1367 Stimmen entfielen auf Borst. Auf 89 Stimmzetteln tauchten andere Namen auf; weitere Stimmzettel waren ungültig. Mit eindeutiger Mehrheit (rund 90 Prozent) wurde Borst Sieger der Wahl und bleibt damit der Hofheimer Bürgermeister.

In einer ersten Stellungnahme dankte der 64-Jährige den Wählern für ihr Vertrauen und allen im Stadtrat vertretenen Parteien und Wählergruppen dafür, dass sie seine Kandidatur mitgetragen haben. Er sieht das Ergebnis "als große Bestätigung meiner Arbeit". Und er kündigte gleich an: "Wir werden morgen mit der Tagesarbeit weitermachen."

Die Bürgermeisterwahl in Hofheim findet seit 1981 außer der Reihe statt. Der damalige Bürgermeister Hans Wacker war aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten und es wurden Neuwahlen angesetzt. Ins Amt gewählt wurde Erwin Borst, der Vater des amtierenden Bürgermeisters Wolfgang Borst. Erwin Borst verunglückte bei einem Verkehrsunfall im Jahr 1992 tödlich, so dass erneut außer der Reihe ein neuer Bürgermeister gewählt werden musste.

Im Amt folgte Hubert Eiring, der zwölf Jahre an der Spitze der Stadt stand. Seit 2004 ist Wolfgang Borst der Hofheimer Bürgermeister und bereits bei der Wahl 2010 blieb er ohne Gegenkandidat. Die Arbeit des heute 64-jährigen CSU-Mannes wird von allen Stadtratsfraktionen in Hofheim honoriert. Das bestätigt der Zweite Bürgermeister Reinhold Giebfried (CSU). Er lobt Borst vor allem dafür, dass er es versteht, alle Ratsmitglieder in die Stadtratsarbeit einzubinden. Das führe zu einer funktionierenden Kooperation.

Die wird auch in Zukunft nötig sein, denn Hofheim hat einige Aufgaben zu meistern. In Hofheim selbst soll laut Borst die Sanierung der Innenstadt fortgesetzt werden. Die Dorferneuerungen in Goßmannsdorf und Eichelsdorf stehen an, und das neu eröffnete Freibad sowie das benachbarte Hallenbad, das dem Landkreis gehört und noch saniert werden muss, sollen zu einem Kombibad werden.

Die größte Herausforderung ist das Krankenhaus in Hofheim. Und da ist Borst nicht nur als Bürgermeister, sondern auch als Kreisrat und Vorsitzender der VG Hofheim gefordert. Die Haßberg-Kliniken mit den drei Häusern in Haßfurt, Ebern und Hofheim erwirtschaften ein Defizit (heuer werden es wie schon 2015 erneut rund drei Millionen Euro sein). Bislang hat sich laut Borst kein erfolgversprechender Weg aufgetan, der es ermöglichen würde, die Krankenhäuser aus der Verlustzone zu führen. Einzelne Häuser zu schließen ist nach seiner Ansicht keine Lösung, denn damit würde das Defizit bleiben. Aktuell, so Borst, müssten sich der Landkreis und die 26 Kommunen im Landkreis Haßberge mit der Frage beschäftigen, inwieweit sie bereit sind, das Defizit des Kommunalunternehmens Haßberg-Kliniken mitzutragen, um eine wohnortnahe Krankenhausversorgung zu erhalten.

Ein Ansatz für eine mögliche Lösung wäre laut Borst, die einzelnen Häuser zu spezialisieren. Nicht mehr alle machen das gleiche, sondern jede Klinik übernimmt eine andere, besondere Aufgabe. Dazu braucht es nach seiner Ansicht gute Ärzte, ein gutes Image und eine gute Qualität der medizinischen Arbeit sowie die Akzeptanz der Bürger. "Man muss an die Gesamtsystematik ran", meint er. "Wir brauchen ein Konzept, das die Bevölkerung mitträgt." Das Problem ist: Wenn der Landkreis eine neue Konzeption anpackt, dann hat er nur einen Versuch...

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