Haßfurt
Kabarett

Helmut Vorndran letztmals mit TBC in Haßfurt

War's das etwa schon? Helmut Vorndran, Mitbegründer des "Totalen Bamberger Cabarets", verlässt die lustige Truppe zum Ende des Jahres. Vorbei scheint aber trotzdem nicht alles zu sein, wie die Zuschauer in Haßfurt erfuhren.
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Mit dem Auftritt von "TBC" beim Kulturamt Haßfurt in der ausverkauften Rathaushalle in Haßfurt verabschiedete sich Helmut Vorndran (links) als Mitglied der seit knapp 30 Jahren erfolgreichen Kabarettgruppe. Im November hat er seinen letzten Auftritt. Mit im Bild Georg Koeniger (Mitte) und Florian Hofmann (rechts). Fotos: Ulrike Langer
Mit dem Auftritt von "TBC" beim Kulturamt Haßfurt in der ausverkauften Rathaushalle in Haßfurt verabschiedete sich Helmut Vorndran (links) als Mitglied der seit knapp 30 Jahren erfolgreichen Kabarettgruppe. Im November hat er seinen letzten Auftritt. Mit im Bild Georg Koeniger (Mitte) und Florian Hofmann (rechts). Fotos: Ulrike Langer
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Vor fast 30 Jahren war er Mitbegründer des "Totalen Bamberger Cabarets" (TBC) und hat mit wechselnden Mitstreitern so wunderbar satirisches und humorvolles Kabarett geboten. Jetzt verabschiedet sich Helmut Vorndran von seinen Fans. Noch einmal ließ er als Mitglied von "TBC" zusammen mit Georg Koeniger und Florian Hofmann seinen schwarzen, unbarmherzigen Humor als Kabarettist auf der Bühne in der ausverkauften Rathaushalle in Haßfurt aufblitzen.

"Ich fühle mich gut, es ist alles gut so", sagte er nach dem Auftritt von "TBC", zu dem das Kulturamt Haßfurt geladen hatte. "Ich verlasse die Bühne ja nicht. Vielmehr werde ich weiterhin Lesungen abhalten und mit dem bayerischen Bierorchester und einem Bierprogramm auftreten", teilte er mit. "Aber der Hauptaugenmerk liegt ab jetzt auf meiner Schriftstellertätigkeit." So hat Helmut Vorndran, der bereits drei Franken-Krimis und ein Buch mit Mords-Geschichten geschrieben hat, die Ideen für die nächsten Bücher schon im Kopf. "Sobald ich Ende November meinen allerletzten Auftritt mit TBC absolviert habe, beginne ich mit dem ersten Band einer Trilogie, die aus zwei Bänden besteht", gab er hintergründig an. "Also das eineinhalbste Buch." Natürlich werde Haßfurt wieder eine bedeutende Rolle spielen, betonte er. Das Thema wollte er aber nicht verraten. Er sagte nur so viel: "Ich werde der erste Autor sein, der sich dieses fränkischen Themas annimmt!"

Doch zunächst unterzog er im Zusammenspiel mit Florian Hofmann und Georg Koeniger das Publikum einem ultimativen Stresstest in Punkto Lach-Ausdauer. Denn in ihrem Programm "Stresstest" reiten die drei Kabarettisten Attacken gegen das Zwerchfell ihrer Zuhörer. Wie gewohnt bündeln sie bei ihrer satirischen Sichtweise auf Themen aus Politik und Gesellschaft ihren Ideenreichtum und ihren oft hintergründigen und selbstironischen Humor mit tollen schauspielerischen Leistungen.

Auszeichnung mit "Triple A"


"Wir sind schließlich von Standard & Poors mit "Triple A" bewertet worden", protzte Helmut Vorndran. "Das heißt A wie albern, A wie anzüglich und A wie, wie, wie Arschlöcher." Doch ganz im Gegensatz zu dieser "albernen" Bewertung haben Vorndran, Koeniger und Hofmann ein tolles Programm zu bieten. Ganz nach dem Motto: "Wir machen den Gag frei."

Dass Stress keine Erfindung des Menschen ist, offenbarten sie gleich zu Beginn. Denn schon Gott, der in sieben Tagen die ganze Schöpfung "hochziehen" musste, war voll im Stress. "Ich habe keine Sonne, die funktioniert, der Vertreter für Fjorde, Buchten und Lagunen wartet vor der Tür, die Entwürfe für die Tiere sind zum Teil misslungen, Luzifer vom Bauamt mahnt Afrika als Schwarzbau an und verlangt, dass ich die 4000er Gipfel der Haßberge auf höchstens 400 Meter herabschabe und außerdem habe ich Probleme mit der Erde. Denn sie eiert, hat eine schiefe Achse und weist an den Polen Gefrierbrand auf", klagte Georg Koeniger in der Rolle von Gott als obersten Baumanager. Lediglich den Entwurf für den Hasen fand er gut: "Danach könnten wir doch eine Stadt bezeichnen und sie zum Beispiel Haßfurt nennen!"

Das Gemüt der Franken


Vorndran, Koeniger und Hofmann teilten unbarmherzig noch viele weitere humorvolle Seitenhiebe gegen die Abartigkeiten dieser Zeit aus. Als das Publikum völlig hingerissen lang anhaltenden Applaus spendete und sogar Reizwäsche auf die Bühne warf, meinte Helmut Vorndran trocken: "Danke für die Euphorie, denn der Franke ist ja nicht gerade für überschäumendes Lob bekannt." So gab es als erste Zugabe das Lied "Wenn der Franke lobt, will er net übertreim und selbst in der Euphorie aufm Debbich bleim". Doch obwohl auch Vorndran nicht für Übertreibungen bekannt ist, verabschiedete er sich mit den Worten: "Ihr Haßfurter wart immer mit das beste Publikum, das ich erlebt habe. Und das meine ich ehrlich."

Für alle, die Angst hatten, dass Abschied von Vorndran auch Abschied von "TBC" heißt, gaben Koeniger und Hofmann dieser Zeitung gegenüber die tröstende Ankündigung: "Wir machen weiter. Denn wir haben mit Michael A. Tomis aus Fürth ein neues Mitglied gewonnen und werden am 25. Januar in Haßfurt unsere erste gemeinsame Premiere mit dem Programm Lachablösung feiern."

Helmut Vorndran liest in Haßfurt ein Auto (oder so ähnlich)


Helmut Vorndran wird am Dienstag, 4. Dezember, um 19.30 Uhr in der Rathaushalle in Haßfurt aus seinem neuesten Buch "Der Colibri Effekt" lesen. Karten gibt es unter der Telefonnummer 09521/1714.
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