Eyrichshof

Heimatpfleger sorgen sich ums eigene Vermächtnis

Die Berichte im Kreis-Kulturausschuss zeigen die vielfältigen Aktivitäten und Erkenntnisse, aber auch Probleme, wie sie der Nachwelt erhalten bleiben.
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Landrat Schneider (links) dankte für eine aufschlussreiche Führung durch den restaurierten Gutshof, der am Pfingstwochenende wieder einen Massenansturm erleben wird.
Landrat Schneider (links) dankte für eine aufschlussreiche Führung durch den restaurierten Gutshof, der am Pfingstwochenende wieder einen Massenansturm erleben wird.
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Die Sorge um das eigene Vermächtnis - umtreibt die Heimat- und Archivpfleger im Landkreis. Erneut wurde bei der Kreis-Kulturausschuss-Sitzung am Dienstag im einstigen Bullenstall von Schloss Eyrichshof der Wunsch nach einer kreiseigenen Sammlung oder einem Depot laut. Landrat Wilhelm Schneider (CSU) quittierte dieses Ansinnen mit einem verständnisvollen, aber auch ratlosem Blick.

So freute sich Kreisheimatpfleger Wolfgang Jäger, Hofheim, über die Zusage des Landrats für die Unterlagen der verstorbenen Cordula Kappner ein Archiv in Kleinsteinach bereit zu stellen. "Ich weiß aber von einigen Museums- und Fundstücken, die kreisweit zusammengeführt werden sollten." Die Alternative wäre, dass "Zeugnisse unserer Geschichte verloren gehen, oder nach München abgegeben werden", lautete Jägers Appell an "die Politik": "Machen Sie sich zum Handelnden".

In die gleiche Kerbe hieb der Kollege Christian Blenk aus Kirchaich: "Es stellt sich die Frage, wo die Unterlagen der Kreisheimatpfleger einmal aufbewahrt werden? Wer ist schneller, der Landkreis oder der Papier-Container?" Auch Kreisarchivpfleger Bernd Reinhard fürchtet: "Was passiert mit unseren Unterlagen?" Sicher könnte man etwas Platz in der Registratur des Landratsamtes schaffen, fand er.

Wie umfangreich die Erkenntnisse und Unterlagen der Hobby-Forscher und -Archäologen sind, lässt sich an den Jahresberichten der Kreisheimatpfleger (Blenk und Jäger) sowie der Kreisarchivpfleger Bernd Reinhard (Haßfurt), Thomas Schindler (Eltmann), Johann Reuscher (Hofheim) und Daniela Koch (Ebern) ablesen, die bis zu bis 17 Seiten stark waren und bis zu 200 Termine im Jahr auflisteten. Kreisheimatpfleger Günter Lipp ließ sich entschuldigen und will seinen Bericht 2016 in der Herbstsitzung nachliefern.

Landrat Schneider gab zu bedenken, dass "es an geeigneten Räumen für Archive, aber auch am Geld fehle. "Wir bräuchten dazu geeignete Gebäude und auch die Mittel." Dennoch bat er die ehrenamtlichen Geschichtsforscher schon mal, ihre Unterlagen nach deren Wichtigkeit zu durchforsten. "Manche Sachen werden ja auch mehrfach aufbewahrt und wir brauchen nicht jedes Dokument sechs Mal."

Dass das Interesse an der Heimatgeschichte groß ist, wurde aus dem Bericht über den internationalen Museumstag von Renate Ortloff deutlich. Hatten sich im Vorjahr noch vier Museen und Sammlungen im Kreis beteiligt, waren es heuer 17. "Das war eine ganz tolle Sache mit mehreren hundert Besuchern." Zum Kunststück des vergangenen Jahres berichtete sie von 2763 Besuchern. "Generationen ließen sich durch die Kunst beflügeln."

Vorangebracht wurde die Eingliederung der Volkshochschule Hofheim in die Kreis-VHS. Den noch eingeständigen Erwachsenenbildungseinrichtungen in Haßfurt und Königsberg wurden zusammen 12 500 Euro als Zuschuss bewilligt.

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