Haßfurt
Preisverleihung

Haßfurter Sieger wagen Tänzchen auf europäischem Parkett

Die Schulen, die beim Europäischen Wettbewerb einen Landessieg feiern konnten, waren am Montag zu einem Festakt nach Haßfurt eingeladen.
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Am Ende der Preisverleihung hielt es die Gäste nicht mehr auf den Stühlen: Die Schirmherren Paul Beinhofer (links), Erwin Dotzel (2. Von rechts) und die gastgebende Schulleiterin Susanne Vodde (rechts) beim Tanz zu den Klängen Band "Rojava", gegründet von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen. Foto: Sabine Weinbeer
Am Ende der Preisverleihung hielt es die Gäste nicht mehr auf den Stühlen: Die Schirmherren Paul Beinhofer (links), Erwin Dotzel (2. Von rechts) und die gastgebende Schulleiterin Susanne Vodde (rechts) beim Tanz zu den Klängen Band "Rojava", gegründet von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen. Foto: Sabine Weinbeer
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"Buntes Leben", "Europa 4.0" oder "Zeitreise", so hießen die Themen beim mittlerweile 64. Europäischen Wettbewerb an Schulen.


Preisträger und Ausrichter


Die Albrecht-Dürer-Mittelschule Haßfurt war einer der Preisträger und zugleich Ausrichter der Feierlichkeiten. Auch die Realschule Hofheim und das Friedrich-Rückert-Gymnasium Ebern wurden für ihre Wettbewerbsbeiträge ausgezeichnet. Das Ganze stand unter dem Motto"In Vielfalt geeint - Europa zwischen Tradition und Moderne".

Der Bezirk Unterfranken und der Bezirksverband der Europa-Union sind Mitausrichter des Wettbewerbs, der zu den traditionsreichsten transnationalen Initiativen zur politischen Bildung in Europa zählt. Viele bunte Bilder entstanden an 114 Schulen in Unterfranken. Den Landessieg holte sich mit Celine Hofmann ebenfalls eine Unterfränkin, und auch für Sebastian Lutsch von der Mittelschule Haßfurt lief es hervorragend. Sein Bild zum Thema "Das bunte Leben" brachte ihn bis zum Bundeswettbewerb.


Für ein friedliches Europa


Susanne Vodde, die Rektorin der Mittelschule Haßfurt, stellte den Abschluss des Wettbewerbs in den zeitlichen Zusammenhang mit dem anstehenden G20-Gipfel, denn ein friedliches Europa müsse von den Menschen getragen werden. Sie zeigte sich stolz auf den Preis für ihre Schule, aber auch auf die vielen Projekte, in denen Kinder und Jugendliche die Gelegenheit hätten, internationale Kontakte zu knüpfen, etwa durch Fahrten nach London oder Straßburg, Briefkontakte nach Litauen und in die Schweiz und ganz besonders intensiv durch die Kooperation mit dem "Lycee agricole" in Pierrelatte. Auch die Lehrer hätten sich das interkulturelle Lernen auf die Fahnen geschrieben. "Regelmäßig fahren sie zu Fortbildungen im Rahmen des Erasmus-Projekts KA1 ins europäische Ausland", so Vodde.

Die Albrecht-Dürer-Mittelschule wurde für ihre Bemühungen bereits mit dem Städtepartnerschaftspreis des Bezirks Unterfranken ausgezeichnet und wird im Herbst in München das Siegel als "Europaschule 2017" erhalten.


Vielfalt macht Spaß


Die Teilnahme am Europawettbewerb habe gezeigt, dass europäische Vielfalt Spaß macht, denn die Freuden und die Probleme von Jugendlichen seien international, sagte die Schulleiterin. Es sei wichtig, dass gerade die Jugend an solchen Projekten teilnehme, "denn wir bauen Vorurteile ab, verändern Blickwinkel, werden toleranter, weltoffener und in vielen Bereichen auch kompromissbereiter". Die Arbeitsergebnisse, die bis Ende dieser Woche in der Aula der Mittelschule ausgestellt seien, zeigten, dass "viel Potenzial in den zukünftigen Mitgestaltern Europas steckt".

Anstelle von Grußworten führten die Schülerinnen Aileen und Mona ein Interview mit Regierungspräsident Paul Beinhofer und Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel, die die Schirmherren des Wettbewerbs für Unterfranken übernommen hatten. Dabei waren die beiden Politiker auch aufgerufen, ihre Vorstellungen zu verschiedenen Wettbewerbsthemen zu erläutern. Dabei unterstrich Beinhofer, dass er Europa auf dem richtigen Weg sehe. Entscheidungen wie der Brexit oder die Entwicklungen in den USA würden deutlich machen, wie wichtig die Einigkeit in Europa sei. Dabei dürfe es keine "Einheitssoße" geben, doch um den Frieden zu erhalten, seien Kompromisse überlebenswichtig. "Durch Konfrontation ist noch nie etwas in der Welt in Ordnung gekommen," beschrieb der Regierungspräsident seine Überzeugung.


"Helfen, wo Hilfe gebraucht wird"


Auch Erwin Dotzel bekannte sich zu Werten wie "Helfen, wo Hilfe gebraucht wird", weil "nicht alles mit Geld zu kaufen ist, auf das es ankommt". Europa erscheine derzeit als ruhender Pol in einer Welt, die zunehmend aus den Fugen gerate.

Ausgewählte Wettbewerbsbeiträge stellte Edgar Schuck, Schulbeauftragte der Europa-Union Unterfranken, vor. Die Sieger waren aus ganz Unterfranken mit unterschiedlich großen Delegationen angereist und genossen das musikalische und tänzerische Rahmenprogramm, das die Haßfurter Mittelschule auf die Bühne brachte.
Zum Abschluss hielt es viele Gäste nicht mehr auf den Stühlen, zu den Klängen der Band "Rojava" tanzten sie schwungvoll. Einen Überraschungs-Schlusspunkt setzten die Musiker mit der orientalisch angehauchten Version des Frankenlieds.


Die Preisträger aus Unterfranken


Preisträger auf Landesebene waren folgende unterfränkische Schulen: Kolping-Grundschule Aschaffenburg, Grundschule Hammelburg, Grundschule Eußenheim, Grundschule Lohr am Main-Wombach, Grundschule Würzburg-Lengfeld, Mittelschule Hammelburg, Albrecht-Dürer-Mittelschule Haßfurt, Statliche Realschule Großostheim, Werner-von-Siemens-Realschule Neustadt/Saale, Jacob-Curio-Realschule Hofheim, Dr. Karl-Grünewald, Realschule Bad Königshofen im Grabfeld, Theresia-Erhardinger-Realschule Amorbach, Walther-Rathenau-Realschule Schweinfurt, Leopold-Sonnemann-Realschule Höchberg, Friedrich-Dessauer-Gymnasium Aschaffenburg, Franz-Miltenberger-Gymnasium Bad Brückene, Jack-Steinberger-Gymnasium Bad Kissingen, Friedrich-Rückert-Gymnasium Ebern, Frobenius-Gymnasium Hammelburg, Gymnasium Bad Königshofen im Grabfeld, Städtisches Walther-Rathenau-Gymnasium Schweinfurt, St.-Ursula-Gymnasium Würburg, Hanns-Seidel-Gymnasium Hösbach und das Gymnasium Veitshöchheim.

Bewertet wurden sowohl Einzel- als auch Projektarbeiten von Gruppen.
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