Laden...
Haßfurt
Haushalt

Haßfurt investiert über zwölf Millionen Euro

Zum zweiten Mal hat der Stadtrat Haßfurt einen doppischen Haushalt verabschiedet, und zwar einstimmig. Der Ergebnishaushalt für 2013 erwirtschaftet einen Überschuss von 766 796 Euro, während der Finanzhaushalt mit einem Minus in Höhe von 449 728 Euro schließt. Der Stadtrat behandelte das Zahlenwerk in der Sitzung am Mittwoch.
Artikel drucken Artikel einbetten
Der Neubau eines Kindergartens in Haßfurt ist ein Investitionsschwerpunkt.  Fotos: ul
Der Neubau eines Kindergartens in Haßfurt ist ein Investitionsschwerpunkt. Fotos: ul
+4 Bilder
Der Haushalt erhöht die Transparenz über die Verwendung von Haushaltsmitteln für die Verwaltung, den Stadtrat und die Bürger im Vergleich zu dem bis 2011 üblichen, kameralistischen Haushalt. Sowohl der Ergebnis- als auch der Finanzplan sind in 80 Produkte gegliedert. Produkte sind im wesentlichen Leistungen, die der Bürger direkt von der Verwaltung erhält. Für jedes Produkt wiederum trägt ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung die Verantwortung für das finanzielle Budget und für das Erreichen der Ziele, die der Stadtrat zum Teil erst noch formulieren muss. Der Haushalt offenbart also eine Sicht auf die Produkte (Was will die Stadt tun?) und den Ressourcenverbrauch (Was darf es kosten?).

Der Ergebnishaushalt (24,47 Millionen Euro) enthält die geplanten Erträge und Aufwendungen.
Der Finanzhaushalt (34,115 Millionen Euro) stellt die zahlungswirksamen Vorgänge dar.

Die Schulden, die Anfang 2013 bei 5,408 Millionen Euro lagen, steigen bis zum Ende des Jahres voraussichtlich auf 7,772 Millionen Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung, die zu Beginn dieses Jahres 515 Euro betrug, erhöht sich damit bis zum Ende des Jahres voraussichtlich auf 579 Euro.

"Mit rund 12,5 Millionen Euro Investitionstätigkeit ist der Haushalt 2013 eine große Herausforderung", sagte Bürgermeister Rudi Eck (parteilos) in der Sitzung des Stadtrats am Mittwochabend. "Ich bin mir aber sicher, dass wir das geplante Darlehen von drei Millionen Euro voraussichtlich nicht voll in Anspruch nehmen müssen." Allerdings hält er es für richtig, bei der derzeit günstigen Zinslage eine solche Finanzierung für Zukunftsinvestitionen in dieser Höhe einzuplanen. Dass die Verschuldung in den nächsten ein bis zwei Jahren voraussichtlich steigen werde, sei absolut nicht besorgniserregend. "Haßfurt bleibt in Bewegung", fasste der Bürgermeister zusammen.

Schon das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept, das in Kürze verabschiedet werde, zeige, dass Haßfurt als Kreis- und Mittelzentrum auch zukünftig gefordert sein werde. Zudem kämen aus der geplanten interkommunalen Zusammenarbeit mit der VG Theres und der Stadt Königsberg im Rahmen der ländlichen Entwicklung neue Impulse. Am Mittwoch, 26. Juni, tagen die fünf Stadt- und Gemeinderäte in Königsberg, um ihre Kooperation zu besprechen.

Der Haushalt 2013 wurde zwar einstimmig beschlossen. Dennoch gab es auch Anregungen und Kritik. So hatten sich die Fraktionsvorsitzenden Norbert Geier (CSU), Stephan Schneider (SPD) und Berthold Albert (Freie Wähler) in fast wörtlicher Übereinstimmung auf das Kulturamt "eingeschossen". Geier monierte, dass sich das Defizit des Kulturamts von 126 000 Euro im Jahr 2012 auf rund 270 000 Euro erhöhe. Aber auch das Defizit der Volkshochschule steige um 60 Prozent auf rund 100 000 Euro, und das Defizit der Bücherei inklusive der Anteile für das Biz steige um zehn Prozent auf rund 290 000 Euro. "Kultur und kulturelle Veranstaltungen sind uns sicher Geld wert, und wir wollen auch nicht die verschiedenen Veranstaltungen einstampfen", betonte Geier, "doch wir müssen hier endlich festlegen, was uns diese Bereiche letztlich wert sind."

Dem stimmten Berthold Albert und Stephan Schneider in ihren Reden zu. Schneider fügte außerdem an, dass in Deutschland vergleichbare Kommunen pro Bürger nur 3,96 Euro für Theater, Konzerte und Ähnliches ausgeben. "Wir in Haßfurt geben hier mittlerweile zirka 21 Euro pro Einwohner aus, und wir müssen sehen, dass wir auch hier wie in allen anderen Bereichen im Rahmen unserer Möglichkeiten bleiben."

Zum Kulturamt entgegnete Bürgermeister Rudi Eck: "Wir haben das Kulturamt etwas laufen lassen. Doch wir sollten die Entwicklung nicht verteufeln. Die Kulturarbeit ist hervorragend und anerkannt, und jeder hat seine Freude daran. Der Aufbau eines Kulturprogramms kostet nun einmal. Jetzt müssen wir natürlich bestimmen, wohin die Reise gehen soll, ohne dass die Kulturarbeit leidet."

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren